Digitaler Unterricht auf Eis?

Fördergelder für Schüler-Laptops ausbezahlt - aber wo sind die Geräte?

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Wegen des Coronavirus wurden rund 30.000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg angeschafft. Aber wo sind die Geräte, die Millionen kosteten?

  • In Zeiten der Coronavirus-Pandemie wurde der digitale Fernunterricht in Baden-Württemberg sehr wichtig.
  • Viele Schulen in Baden-Württemberg erfüllen die digitalen Voraussetzungen für ein Homeschooling nicht.
  • Bund und Länder stellten Fördergelder zur Verfügung. Es wurden Laptops angeschafft, aber wo sind die jetzt? 

Baden-Württemberg: Schüler-Laptops scheitern an Lieferproblemen

Wie wichtig die Digitalisierung von Schulen ist, zeigte die Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg nur allzu deutlich. Ein Beispiel: Die Lehrer und Schüler der Heinrich-von-Kleist-Realschule in Heilbronn-Böckingen, die dank einer guten technischen Basis vergleichsweise problemlos durch die Zeit des digitalen Fernunterrichts in der Coronavirus-Zeit gekommen sind. Dass längst nicht alle Schulen in Baden-Württemberg auf eine gute IT-Grundausstattung zurückgreifen können, ist kein Geheimnis. 

Es fängt schon damit an, dass erstmal jeder Schüler ein digitales Endgerät haben muss, damit digitale Unterrichtsangebote überhaupt genutzt werden können. Genau an dieser Stelle wollte das Kultusministerium Baden-Württemberg ansetzen und stellte Fördergelder für rund 30.000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg zur Verfügung. Geplant war, dass die Geräte an bedürftige Schüler ausgeliehen werden, die kein eigenes Gerät zu Hause haben. "Kein Schüler sollte in der Coronavirus-Zeit benachteiligt werden", war die Ansage.

30.000 Laptops und Tablets wurden für Schüler in Baden-Württemberg bestellt. Doch noch immer sind viele Geräte nicht angekommen.

Baden-Württemberg: Laptops für Schüler? Das dauert noch

Bislang wurden 95 Prozent der Fördermittel an die Landkreise und Schulträger in Baden-Württemberg überwiesen. Unterm Strich stehen 130 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung, die jeweils zur Hälfte von Bund und Land finanziert werden. Obendrauf kommt noch das Sonderausstattungsprogramm des Bundes für Schüler-Laptops mit einem Volumen von einer halben Milliarde Euro. Sprich: Das Geld ist vorhanden, aber die Geräte für die Schüler fehlen oft noch. Und das, obwohl die Schule in wenigen Wochen wieder beginnt.

Grund für die Verzögerung sind wohl Lieferprobleme. Zwar haben die Kommunen in Baden-Württemberg in großem Stil Laptops und Tablets für Schüler bestellt, doch noch immer sind nicht alle Geräte angekommen. Aus Stuttgart heißt es: "Eine Inbetriebnahme und Nutzung direkt zum Schulbeginn ist unwahrscheinlich." Rund 10.000 Tablets habe die Stadt bislang bestellt, 13.000 sollen es insgesamt werden. Mit einer Lieferung werde Mitte September gerechnet. "Allerdings müssen die Geräte dann noch konfiguriert werden", heißt es von der Stadtverwaltung.   

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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