120 Länder laut RKI Coronavirus-Risikogebieten

Urlaub im Corona-Risikogebiet: Was Reisende beachten müssen

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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  • Violetta Sadri
    Violetta Sadri
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In Zeiten des Coronavirus müssen Urlauber vorsichtig sein. Einschränkungen gibt es für sie nicht nur während der Reise, sondern auch nach der Rückkehr.

  • Gerade zur aktuellen Urlaubssaison erhöhen Reisen das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.
  • Coronavirus-Tests unmittelbar nach Rückkehr aus Risikogebiet am Flughafen.
  • Zahl der Infektionen steigt durch Urlauber.

Baden-Württemberg: Aktuelle Regeln für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten

Update vom 21. August: Mit dem Beginn der Urlaubssaison steigt die Zahl der Neuinfektionen in Baden-Württemberg. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gelten deshalb besondere Regeln. Sie sind seit dem 8. August verpflichtet, unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland einen Corona-Test zu machen. 

Der Test muss innerhalb von drei Tagen erfolgen. Dieser ist kostenlos und kann zum Beispiel an der Teststation am Stuttgarter Flughafen oder dem Hauptbahnhof in Stuttgart gemacht werden. Ansonsten können Rückkehrer auch kostenlos bei dem niedergelassenen Arzt machen. Bis zum Testergebnis müssen die Betroffenen in häusliche Quarantäne

Aufgrund der vielen Reise-Rückkehrer befürchten die Behörden allerdings, dass Kapazitäten für Corona-Tests in Baden-Württemberg knapp werden. 

Urlaub im Risikogebiet: Was ist bei der Rückreise nach Deutschland zu beachten?

Ein Test aus dem Urlaubsland ist möglich, darf aber nicht älter als zwei Tage sein. Bei Missachtung der Testpflicht drohen bis zu 25.000 Euro Bußgeld. Für Reisende aus Nicht-Risikogebieten gilt: Der Test ist freiwillig und ebenfalls kostenlos innerhalb 72 Stunden nach Ankunft in Deutschland. Eine aktuelle Liste der Risikogebiete hat das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht.

Da viele Urlauber aus Kroatien sich mit dem Coronavirus infiziert hatten und die Neuinfektionen wieder steigen, wurden Teile Kroatiens am 20. August zu Risikogebieten erklärt.

Baden-Württemberg: Corona-Regeln für Urlauber aus Risikogebieten

Update 23. Juli: Bislang ist alles nicht sicher genug: Urlauber, die aus Coronavirus-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren, müssen sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Doch mangels Einsicht und Kontrolle haben viele Reise-Rückkehrer auf diese Isolation gepfiffen. Nach der Beratung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am gestrigen Mittwoch soll mit dieser Larifari-Situation nun allerdings Schluss sein.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sollen an Deutschen Flughäfen nun Teststellen eingerichtet werden, um Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten auf das Vorhandensein des Coronavirus Sars-CoV-2 zu prüfen. Die angedachten Tests werden dann zur Pflicht für die entsprechenden Urlauber

Bedenklich in diesem Zusammenhang: Für Einreisende aus nahezu allen Ländern der EU gilt derzeit keine Quarantäne-Pflicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat fast nur Staaten außerhalb der EU als Risikoländer eingestuft. Wer allerdings etwa in Frankreich oder Spanien Urlaub macht, ist vor einer Ansteckung keineswegs sicher. Gerade im Hinblick auf die wieder steigenden Coronavirus-Vorsichtsmaßnahmen in diesen beiden Ländern. Weitere Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Länder sind für den morgigen Freitag angedacht. Denn offenbar sind weitere Nachjustierungen bei den Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus dem Urlaub notwendig.

Baden-Württemberg: Corona-Regeln für Urlauber aus Risikogebieten

Erstmeldung 22. Juli: In diesem Corona-Sommer 2020 gilt: Je mehr Kontakt, desto höher das Risiko für die Gesundheit. Wo Menschen dicht an dicht stehen oder liegen, wie am vergangenen Wochenende am Breitenauer See bei Obersulm, da ist das Risiko, sich mit Sars-CoV-2 anzustecken, nicht zu unterschätzen.

International ist die Sorge vor einer zweiten Coronavirus-Welle groß: Nach den Regel-Lockerungen hat Österreich wieder die Maskenpflicht eingeführt, in Spanien droht ein neuer Lockdown. Und wer in den bald startenden Sommerferien in Baden-Württemberg in die beliebten Urlaubsländer reist, der muss nicht nur dort mit Einschränkungen rechnen. Denn nach der Rückkehr in die Heimat gilt es, einer möglichen Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken.

Baden-Württemberg: Mindestens 15 Coronavirus-Fälle nach Serbien-Reise

Gerade Urlauber, die nach ihrer Reise aus Risikogebieten zurückkehren, müssen vernünftig und selbstverantwortlich handeln. Denn sonst könnte sich ein Szenario wie in Friedrichshafen im Bodenseekreis in Baden-Württemberg vielfach wiederholen. Wie der SWR berichtet, hatte sich eine Schülerin dort zunächst bei ihrer Cousine mit dem Coronavirus angesteckt. Diese hatte Sars-CoV-2 als unerwünschtes Souvenir aus ihrem Serbien-Urlaub mitgebracht. Und Serbien gilt als Risikogebiet. Mittlerweile steht fest: Die Reise hat für mindestens 15 Coronavirus-Fälle in Friedrichshafen gesorgt.

Lothar Wölfle. der Landrat des Bodenseekreises in Baden-Württemberg betont nach diesem Fall, dass man sich nach der Urlaubsrückkehr aus einem Risikogebiet in Selbstquarantäne begeben müsse. Um einer weiteren Verbreitung des Coronavirus im Rahmen der Urlaubssaison entgegenzuwirken, denkt die Landesregierung von Baden-Württemberg derzeit darüber nach, die Quarantäneregeln für Urlauber nach der Rückkehr zu verschärfen. Noch an diesem Mittwoch wollen sich die Gesundheitsminister des Bundes und der Länder zu diesem Thema beraten.

Wie der Deutschlandfunk berichtet, hat Manne Lucha, Sozialminister von Baden-Württemberg, eine bundeweit einheitliche Regel für Urlauber, die von ihrer Reise zurückkehren, gefordert, um dem Coronavirus entgegenzuwirken. Vor allem aber sollen sich die Urlauber ihrer Verantwortung bewusst sein und ihre Reiseziele mit Bedacht auswählen.

RKI ernennt 120 Länder zu Coronavirus-Risikogebieten

Unterstützung bietet hierbei das Robert Koch-Institut (RKI), das auf seiner Website Staaten auflistet, die derzeit ein besonders hohes Risiko bieten, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Unter die mehr als 120 Länder fallen auch beliebte Urlaubsziele wie die Türkei, die USA und Ägypten Das RKI erklärt hierzu: "Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen." Zudem müssen sich Urlauber, die aus einem Risikogebiet kommen und Coronavirus-Symptome verspüren, sofort in Quarantäne begeben.

Baden-Württemberg bietet, im Gegensatz zu Bayern, keine kostenlosen Coronavirus-Tests für Rückkehrer aus dem Urlaub an. Dabei könnten diese einiges Vereinfachen - und die Quarantänezeit für Reiserückkehrer wesentlich verringern, wie etwa Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärt: "Wer zum Beispiel aus der Türkei oder aus Serbien kommt, könnte die 14-tägige Quarantäne verkürzen, wenn er am ersten Tag nachdem er hier ist, einen Test macht und der zwei Tage später negativ ausfällt."

Um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, haben viele Lokale auf Mallorca wieder geschlossen. Die Party-Hochburg ist seither wie verwaist.

Urlauber, die aus einem Risikogebiet nach Baden-Württemberg zurückkehren, und in der Lage sind, einen maximal 48 Stunden alten, negativen Test auf das Coronavirus vorzuweisen, bleiben von der Quarantäne verschont.

Rubriklistenbild: © Foto: Eduardo Parra/EUROPA PRESS/dpa

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