Vieles derzeit noch unklar

Polizei ermittelt! Lagerte ein Bestatter der Region eine Leiche einfach in einer alten Scheune?

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Symbolbild.
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Ein Zeuge beobachtete im Landkreis Heilbronn einen seltsam anmutenden Vorfall. Dieser wirft viele Fragen auf.

Was genau ist da passiert und war das Ganze vielleicht sogar eine Straftat? Diese Fragen muss man sich derzeit stellen, wenn man einen Vorfall im Heilbronner Landkreis vom vergangenen Wochenende betrachtet. Ein Bestatter lagerte dort offenbar eine Leiche in einer alten Scheune. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, weil Anzeige gegen den Bestatter gestellt wurde. Doch er selbst sei sich keines Fehlverhalten bewusst, ließ er über einen Anwalt an die Redaktion mitteilen. Die Fragezeichen sind dennoch groß.

Baden-Württemberg: Bestatter habe sich trotz mindestens seltsamem Vorfall "nichts vorzuwerfen"

"Ob und inwieweit ein Ermittlungsverfahren der Polizei anhängig ist, ist meinem Mandanten nicht bekannt. Er ist seit 1985 Bestatter und hat sich nichts vorzuwerfen", erklärt Rechtsanwalt Martin Strienz auf echo24.de-Anfrage. Die Polizei allerdings prüft den Fall derzeit zumindest genauer.

Ein Zeuge will vormittags beobachtet haben, wie der Bestatter einen verstorbenen Menschen auf einer Bahre und in einem Leichensack in einer alten Scheune abstellte und dort über mehrere Stunden lagerte. Als sich an dieser Situation auch bis zum späten Abend nichts änderte, habe er die Polizei informiert.

Polizei ermittelt: Bestatter musste Leichnam sofort "gesetzmäßig" lagern

"Der Bestatter wurde vor Ort angewiesen, die Leiche gesetzmäßig zu 'lagern', was dann auch sofort geschah. Es wurden Ermittlungen aufgenommen, ob eine Straftat vorliegt", erklärt Pressesprecher Rainer Köller den derzeitigen Stand der Polizei. Weitere Angaben wären demnach Spekulation, weil die Ermittlungen gerade erst anlaufen würden."Es sind noch keine Zeugen vernommen worden, es ist noch nichts Genaues bekannt und bestimmte Dinge müssen erst überprüft werden."

Immerhin: Auch der betroffene Bestatter scheint laut seinem Anwalt in gewisser Weise auf den Vorfall reagiert zu haben. "Im speziellen Fall steht mein Mandant auch mit den Angehörigen im engen Kontakt. Die Beerdigung wird selbstverständlich ordnungsgemäß und würdig wie geplant stattfinden." Doch was genau ihn überhaupt dazu veranlasste, den Leichnam offenbar in der Scheune statt "gesetzmäßig" zu lagern, bleibt vorerst unklar. Eine entsprechende schriftliche Frage an den Bestatter kommentierte dessen Anwalt nicht näher.

Lagerung eines Leichnams: Bestattungsgesetz fordert Unterbringung in Hygieneraum

Laut dem Bestattungsgesetz für Baden-Württemberg müssen natürlich Verstorbene innerhalb von 96 Stunden beerdigt werden. Zuvor dürfen sie 36 Stunden zu Hause behalten werden, ehe sie mit einem Leichenwagen in einen gekühlten Hygieneraum im Bestattungsinstitut oder auf den Friedhof transportiert werden. Ob der Bestatter gegen diese Gesetze verstoßen hat, bleibt zunächst offen - genauso wie derzeit noch vieles andere auch.

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