Kinder-Notbetreuung in Schulen und Kitas

Coronavirus Baden-Württemberg: Kinder-Notbetreuung wird erweitert - aber nicht für alle

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Die im Zuge der Coronavirus-Pandemie eingeführte Kinder-Notbetreuung in Baden-Württemberg wird in Schulen und Kitas erweitert.

  • Die baden-württembergische Landesregierung weitet die Kinder-Notbetreuung in Schulen und Kindergärten aus.
  • Auch Eltern in nicht systemrelevanten Berufen können ab 27. April Kinder-Notbetreuung in Schulen und Kitas in Anspruch nehmen.
  • Für diese gelten allerdings strenge Voraussetzungen, die für eine Notbetreuung erfüllt sein müssen.

Baden-Württemberg: Notbetreuung an Schulen und Kitas wird ausgeweitet

Viele Eltern in Baden-Württemberg trifft die Coronavirus-Pandemie besonders hart. Grund: Seit dem 17. März sind Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg geschlossen. Zu groß ist die Sorge, dass sich das Virus unkontrollierbar ausbreiten könnte. Für viele Eltern bedeutet das Homeoffice und Kinderbetreuung in den eigenen vier Wänden. Lediglich für Beschäftigte in systemkritischen Infrastrukturen gibt es eine Notbetreuung in Baden-Württemberg, die Kinder in Kleingruppen weiterhin betreut. 

Bald ist es in Kitas (Symbolbuild) nicht mehr so still. Grund: die Kinder-Not-Betreuung wird weiter ausgeweitet.

In der Regel ist das der jeweilige Kindergarten oder die Schule. Jetzt soll die Kinder-Notbetreuung auf weitere Personengruppen ausgeweitet werden. Hintergrund ist, dass das öffentliche Leben in den nächsten Tagen langsam wieder hochgefahren wird. Im Klartext: Einige Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe dürfen wieder öffnen. Um die betroffenen Elternteile zu entlasten, wird die Coronavirus-bedingte Notbetreuung an Schulen und Kitas entsprechend angepasst.

Coronavirus Baden-Württemberg: erweiterte Notbetreuung an Schulen und Kitas

Neu ist, dass ab dem 27. April auch Schüler der 7. Klassen in die Notbetreuung einbezogen werden. Und auch Eltern, die nicht in systemkritischer Infrastruktur arbeiten, haben künftig einen Anspruch auf eine Kinder-Notbetreuung in Baden-Württemberg.

Künftig reicht es, wenn beide Elternteile präsenzpflichtige Arbeitsplätze einnehmen und vom Arbeitgeber als unabkömmlich eingestuft werden. Gleiches gilt natürlich auch für Alleinerziehende, die - unter der genannten Voraussetzung - ab Ende April einen Anspruch auf die Coronavirus bedingte Notbetreuung haben.

Baden-Württemberg: Betreuungsangebot für Kinder bleibt Notbetreuung 

Trotz Ausweitung der Notbetreuung "ist der reguläre Kita-Betrieb weiter untersagt", erklärt Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württemberg. Zwar sei sich die Landesregierung der Belastung vieler Eltern bewusst, doch müssten alle noch ein wenig Geduld haben, bevor zur Normalität zurückgekehrt werden könne. Eisenmann: "Der Gesundheitsschutz geht vor."


Alle Eltern, die ab dem 27. April ebenfalls die Voraussetzungen für eine Notbetreuung in der Coronavirus-Zeit erfüllen, müssen deshalb von ihrem Arbeitgeber eine Bescheinigung vorlegen.
Ein Formular, welches bestätigt, dass er oder sie einer präsenzpflichtigen Arbeit nachgeht. Wie genau ein präsenzpflichtiger Arbeitsplatz definiert ist, lässt die Mitteilung aus dem baden-württembergischen Kultusministerium allerdings offen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Gesundheitsschutz in Schulen und Kitas hat Vorrang

Unverändert bleibt: Vor Ort müssen die Gruppen in der Kinder-Notbetreuung möglichst klein gehalten werden. Im Idealfall ist das die Hälfte der regulären Gruppengröße. Wenn allerdings Betreuungspersonal fehlt, kann die jeweilige Einrichtung die Gruppengrößen individuell anpassen. Das ist zum Beispiel dann, wenn Betreuungspersonal zur Coronavirus-Risikogruppe gehört und deshalb die Arbeit aktuell nicht wahrnehmen kann.

Eisenmann: "Kommunen und freie Träger rechnen damit, dass sie bis zu 40 Prozent ihrer Erzieherinnen und Erzieher aktuell nicht einsetzen können, da sie zu Risikogruppen zählen." Deshalb sei es wichtig, im Zuge der Coronavirus-Krise Zugeständnisse zu machen. Heißt: Wenn in Schulen und Kitas Personal fehlt, haben die Kinder Vorrang auf eine Notbetreuung, deren Eltern in systemkritischen Berufen arbeiten.

Baden-Württemberg: Kindernotbetreuung - aber längst nicht für alle

Auch Kinder, bei denen das Kindeswohl in der Coronavirus-Pandemie gefährdet ist, haben vorrangig Anspruch auf einen Platz in der Notbetreuung. Gleiches gilt für Kinder Alleinerziehender. Die Ausweitung der Notbetreuung ist somit ein kleiner Schritt in Richtung Normalität.

Eisenmann: "Trotzdem ist es wichtig, die Notbetreuung in Baden-Württemberg behutsam auszuweiten." Daher müsste man wichtig, behutsam und strukturiert vorgehen. Und das ginge nicht auf Knopfdruck, erklärt die Ministerin: "Wir wollen es lieber gut und umsichtig machen."  

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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