Lebensmittelüberwachung

Ekel-Essen! Über 22.000 Verstöße bei Kontrollen in Baden-Württemberg

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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In Baden-Württemberg mussten Kontrolleure der Lebensmittelüberwachung im Jahr 2019 mehr als 850 Betriebe schließen. Und nicht nur Schimmel war das Problem! Enorma Zahl an Verstößen...

  • Die Lebensmittelüberwachung stellte am Montag ihren Jahresbericht für Baden-Württemberg vor.
  • Noch immer gibt es in Baden-Württemberg Gastronomen, die verschimmelte Lebensmittel lagern.
  • Mehr als 22.000 Verstöße stellten die Lebensmittelkontrolleure im vergangenen Jahr fest.

Baden-Württemberg: Erschreckende Bilanz der Lebensmittelkontrolleure

Vergammeltes Essen, eine Plantage von Schimmelpilzen oder auch verdorbene Fleischstücke sind die traurige Bilanz der Lebensmittelkontrolleure in Baden-Württemberg, die in 2019 wieder Restaurants, Bäckereien, Imbissbunden und Co. auf die Einhaltung der Hygieneregeln überprüft haben. 

Die Folge: Insgesamt 871 Betriebe in Baden-Württemberg musste die Lebensmittelüberwachung im vergangenen Jahr komplett dicht machen. Das ergibt die Auswertung der Zahlen aus 2019, die die Lebensmittelüberwachung in ihrem Jahresbericht am Montag öffentlich machte.

Baden-Württemberg: Verschimmelte Lebensmittel auch 2019 ein Problem

Verbraucherminister Peter Hauck findet zum Thema Ekel-Lebensmittel klare Worte.

Der Verbraucherminister von Baden-Württemberg, Peter Hauk, erklärt: "Ich finde es bemerkenswert, dass es immer noch Gastronomen gibt, die mit Schimmel überzogene Lebensmittel in ihren Lagern liegen haben." Das berichtet die Stuttgarter Zeitung zum Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung.

Unterm Strich wurden 80.146 Betriebe in Baden-Württemberg von Kontrolleuren der Lebensmittelüberwachung überprüft. Zum Teil sogar mehrfach! Laut Jahresbericht wurden zudem etwa 48.000 Proben an Lebensmitteln, Kosmetika und Tabak im Labor überprüft.

Baden-Württemberg: Kontrolleure stellen in 2019 mehr als 22.000 Verstöße fest!

Fazit: Rund 22.600 Verstöße konnten durch die Lebensmittelkontrollen festgestellt werden. Doch immerhin waren nur 0,3 Prozent dieser Verstöße für Konsumenten gesundheitsschädlich. Trotzdem zeigt der Jahresbericht, dass leider immer noch schlechte Lebensmittel serviert werden.

Essen, welches letztlich auch auf Tellern ahnungsloser Konsumenten laden. Sei es das schlechte Fleisch im Fladenbrot oder das noch angetaute Hüftsteak im Restaurant. Und gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg wäre die Einhaltung der Lebensmittelvorgaben wichtiger denn je.

Baden-Württemberg: Ekel-Essen auch in der Region Heilbronn und Umgebung

Mehr als 22.500 Verstöße in ganz Baden-Württemberg. Und auch Heilbronn und Umgebung bleiben von gammeligen Lebensmitteln nicht verschont. Das zeigt eindrucksvoll die Kontrolle der Lebensmittelüberwachung in Schwäbisch-Hall in der Region Heilbronn-Franken, die teils große Mängel feststellte.

Über einen Gammel-Fleischverkäufer in Heilbronn, der sich für seine Taten sogar vor Gericht verantworten musste, berichtet echo24.de im Detail. Ein Fall, der zeigt, was sich in einzelnen Gastronomien oder Lebensmittelmärkten leider immer noch abspielt.

Baden-Württemberg: Lebensmittelkontrolleure beanstanden Cannabis-Produkte

Ganz andere Probleme gibt es bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM), die ebenfalls von der Lebensmittelkontrolle in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr unter die Lupe genommen wurden. Ein Kritikpunkt waren zu hohe THC-Gehalte in Cannabis-Produkten, die als NEM frei verkäuflich sind.

Voraussetzung ist aber, dass keine psychoaktiven Substanzen (wie eben THC) im Produkt sind. Das war aber in jedem zweiten Hanf-Produkt der Fall, das von Kontrolleuren in Baden-Württemberg überprüft wurde. Deutlich gefährlicher wurde es nur noch in der Kategorie Gewürze.

Lebensmittelkontrolleure aus Baden-Württemberg finden krebserregende Stoffe im Oregano 

Besorgniserregend sind im Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung auch die Testungen von Oregano. Der Grund: In 70 Prozent der Proben wurden Rückstände von möglicherweise krebserregenden Stoffen gefunden. Das berichtet der SWR und beruft sich dabei auf Daten der Lebensmittelbehörde aus 2019.

Doch trotz einiger besorgniserregender Verstöße im Bereich Lebensmittelüberwachung bewertet Hauk die Zahlen in Baden-Württemberg als "unauffälliges Ergebnis", welches das Niveau der Vorjahre widerspiegelt. Was aber auch bedeutet, dass Verbraucher weiterhin wachsam sein sollten. 

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Pixabay

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