Der 18. Mai schien ein Stichtag zu sein

Trotz Kritik: BaWü Kultusministerin will Kitas bald vollständig öffnen

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    Anna-Maureen Bremer
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    Julia Cuprakowa
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Das Coronavirus beschäftigt Baden-Württemberg weiter. Susanne Eisenmann (CDU) spricht sich für eine baldige und vollständige Kita-Öffnung aus. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Kitas sollen vollständig öffnen

Update vom 26. Mai: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat sich augenscheinlich auf ein Ende der Kita-Schließungen festgelegt. Sie will eine vollständige Öffnung in etwa vier Wochen. Wie die StN.de mitteilt, sollen die Kitas in Baden-Württemberg bis spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen. So soll die Kultusministerin Susanne Eisenmann mit den Kommunen und den Trägern einen Rechtsrahmen erarbeiten, damit der Öffnung nichts mehr im Weg steht. 

Dabei beruft sie sich auf die Erkenntnisse einer Studie der Uniklinik Heidelberg. Die Studie besagt, dass die Kinder bis zehn Jahren als Überträger des Virus eine untergeordnete Rolle spielen. Deshalb werde jetzt auch ein Konzept für die weitere Öffnung der Grundschulen entwickelt. "Mit diesen Schritten bieten wir Familien mit kleineren Kindern eine echte Perspektive. Wir entlasten Eltern spürbar und geben vor allem den Kindern die Chance, endlich wieder in Kontakt mit Gleichaltrigen zu kommen, zu lernen und zu spielen", sagte Eisenmann

Nichtsdestotrotz muss die vollständige Öffnung gut geplant und vorbereitet werden, da einige Lehrer und Erzieher zu Risikogruppe gehören. "Der Gesundheitsschutz unserer pädagogischen Fachkräfte ist uns nach wie vor ein sehr wichtiges Anliegen", sagt Eisenmann. Ziel sei deshalb, den eingesetzten Lehrkräften und Erziehern regelmäßige Corona-Tests zu ermöglichen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Wird Kita Öffnung zum Chaos?

Update 13. Mai, 17.30 Uhr: Am kommenden Montag, 18. Mai, sollte der Betrieb in den Kitas in Baden-Württemberg wieder starten. Endlich - dachten sich sicher schon manche Eltern. Doch nun steht Kultusministerin Susanne Eisenmann erheblich in der Kritik. 

Wie die dpa berichtet, scheint die anvisierte Kita-Öffnung in der kommenden Woche schlecht geplant zu sein: Offenbar ist fraglich, ob überhaupt genug Platz und Personal für die Rückkehr der Kinder vorhanden sind. Schließlich soll die Gruppengröße der Kinder in den Kitas auf maximal 50 Prozent der üblichen Kinderzahl reduziert werden. Selbst die Landesregierung von Baden-Württemberg wirft CDU-Politikerin Eisenmann vor, kein Kita-Konzept zu haben.

Kritik an Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann kommt auch von Doro Moritz, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Diese sagt: "Seit einer Woche warten die Kitas auf klare Kriterien des Kultusministeriums, wie die Kita-Öffnungen mit Blick auf die Regeln zum Infektionsschutz umgesetzt werden sollen." Mehr als ein Drittel des Personals stehe in den sowieso unterbesetzten Kitas nicht zur Verfügung.

Kitas in Baden-Württemberg vor Öffnung: Angst vor neuen Coronavirus-Infektionsketten

Auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer bezeichnete den Fahrplan zur weiteren Öffnung der Kitas als nicht durchführbar. Es seien bei Eltern Hoffnungen geweckt worden, die die Kommunen als Kita-Träger nun enttäuschen müssten."Der schwarze Peter liegt jetzt bei uns." Es gebe in Tübingen zu wenig Personal, um neue Kita-Gruppen zu schaffen. Mögliche Coronavirus-Risiko-Patienten unter den Erzieherinnen sollen nach betriebsärztlichem Rat keine Kontaktarbeit mit Kindern leisten. Dass eine Erzieherin verschiedene Gruppen betreut, hält Palmer für kontraproduktiv: "Wir würden neue Infektionsketten schaffen, wenn wir Personal in mehreren Gruppen abwechselnd einsetzen."

Das Kultusministerium von Baden-Württemberg erarbeitete nach eigenen Angaben eine Vorschlag zur Änderung der Coronavirus-Verordnung, die die Landesregierung aber noch beschließen muss. Die aktualisierte Verordnung ist dann die rechtliche Grundlage für die Umsetzung. Sie solle den Kita-Trägern auch Spielräume geben - je nachdem, wie viel Personal und Raum sie zur Betreuung zur Verfügung hätten, erklärte das Ministerium. 

Viele Kinder warten sehnsüchtig auf die Wiederöffnung ihrer Kita.

In Regierungskreisen hieß es aber, was das Kultusministerium vorgelegt habe, sei knapp gehalten und nicht sonderlich gut vorbereitet. Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz sagte der Schwäbischen Zeitung, die weitere Öffnung der Kitas in Baden-Württemberg für Montag sei schon lange angekündigt gewesen. Den Einrichtungen bleibe nun aber zu wenig Zeit für die Vorbereitungen. "Wichtig ist, dass es eine aktive Unterstützung der Kommunen und der Träger gibt. Es braucht eine Strategie, nicht nur eine Rechtsverordnung."

Wird Kita-Öffnung in Baden-Württemberg am Montag zum Chaos? Hick-Hack um Kinderbetreuung!

Erstmeldung 13. Mai, 12 Uhr: Das Coronavirus sorgt in Baden-Württemberg weiter für Verunsicherung. Kindergarten- und Kitakinder vermissen ihre Freunde. Eltern stehen noch immer vor der Betreuungsherausforderung. Viele glaubten aufatmen zu können, als eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas ab dem 18. Mai vom  Kultusministerium in Aussicht gestellt wurde. Die aktuelle Corona-Verordnung sorgt jetzt für Unmut. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kitas bald wieder auf? Neue Verordnung!

Am 6. Mai teilte das Ministerium mit: "Unser Plan sieht vor, dass wir ab dem 18. Mai die Betreuung an den Kitas in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs in Absprache mit den Trägern schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausweiten." Es sollten demnach also auch wieder Kinder in die Kita gehen dürfen, deren Eltern keinen Anspruch auf Notbetreuung haben. 

Nur wie diese schrittweise Wiederöffnung aussehen sollte, das war noch nicht bekannt gegeben worden. Anfang der Woche erhielten die Träger nun die neue Corona-Verordnung. Jetzt herrscht Unmut. Denn: Da steht nichts mehr drin vom 18. Mai und einer Öffnung für 50 Prozent der Kinder - das berichten die Stuttgarter Nachrichten. Stattdessen ist weiterhin nur von der "erweiterten Notbetreuung" bis zum 15. Juni die Rede.

Viele Kinder warten sehnsüchtig auf die Wiederöffnung ihrer Kita.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Eltern verunsichert - wann öffnen die Kitas? 

Der Landesverband des Deutschen Kitaverbandes prangert nun die schlechte Kommunikation des Ministeriums an. Täglich steige die Unsicherheit bei Eltern und Trägern. In einer Pressemitteilung heißt es: "Abgesehen von dieser widersprüchlichen Kommunikation im Fall der Kita-Öffnungen, gibt es insgesamt keinen verlässlichen Informationsfluss zwischen dem Ministerium und allen Träger-Gruppen."

Bettina Stäb vom Evangelischen Landesverband weist darauf hin, dass alle Träger auch eine entsprechende Vorlaufzeit brauchen würden, um Hygienekonzepte umsetzen zu können. Klarheit brauche es dagegen schnell, damit auch Familien wüssten, wann ihre Kinder wieder betreut werden. 

Viele fragen sich auch, ob sie für ausbleibende Betreuung trotzdem Ausfall zahlen müssen. Die Stadt Heilbronn sendet dazu ein wichtiges Signal an Kita-Eltern

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