Betrieb in Kitas wird langsam hochgefahren

Kinderbetreuung ab Montag? Das müssen Eltern zur Kita-Öffnung wissen

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Am kommenden Montag, 18. Mai, wird die Kita-Betreuung in Baden-Württemberg wieder hochgefahren. Für Kinder und Eltern gibt es bei der Wiedereröffnung einiges zu beachten.

Update 14. Mai: Wenn die Kitas in Baden-Württemberg ab dem kommenden Montag, 18. Mai, die Betreuung von Kindern ausweiten dürfen, werden leider nicht alle interessierten Eltern sofort einen Zuschlag erhalten. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte heute in Stuttgart, dass die Kita-Träger noch Vorlauf für ihre Planung und die Organisation der Kinderbetreuung bräuchten. Wie schnell eine Kita für weitere Kinder geöffnet werden könne, hänge auch von der jeweiligen räumlichen und personellen Situation ab. Schließlich gehören viele Erzieherinnen der Coronavirus-Risikogruppe an. Damit dämpfte Kultusministerin Eisenmann jene Erwartungen, die bei manchen Eltern entstanden waren, nachdem die weitere schrittweise Öffnung der Kitas in Baden-Württemberg für den kommenden Montag, 18. Mai, angekündigt worden war.

Zuvor hatte es gegenüber Kultusministerin Eisenmann auch heftige Kritik von Gewerkschaften und Kommunen gegeben, wonach Befürchtungen bestanden, die Kita-Öffnung am Montag in Baden-Württemberg könne wegen eines mangelhaften Konzepts im Chaos versinken. Die Gewerkschaft Verdi forderte deshalb einen Runden Tisch mit allen Beteiligten. Eisenmann zeigte sich offen dafür. "Ich halte eine gemeinsame Verständigung über die notwendigen Maßnahmen und Schritte zur weiteren Öffnung der Kitas für sehr sinnvoll." Wer zu den Gesprächen einlädt und wann, war allerdings zunächst unklar.

Kitas in Baden-Württemberg: Zunächst nur maximal 50 Prozent der Kinder

Bislang gibt es in den Kitas in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus nur eine Notbetreuung, die aber ausgeweitet worden ist. Nach Angaben des Ministeriums gehen schon wieder bis zu 25 Prozent der Kinder in die Kita. Verdi-Landeschef Martin Gross sagte, die Kitas in Baden-Württemberg sollten so schnell wie möglich öffnen. Sie müssten aber definitiv auch so sicher sein, wie es wegen des grassierenden Coronavirus nötig sei. "Nach rund neun Wochen Schließung kommt es jetzt nicht auf einige wenige Tage an", sagte Gross.

Eltern sind teils verunsichert und wissen nicht, wie der Kita-Neustart aussehen wird.

Erlaubt sind von Montag an maximal 50 Prozent der Kinder in den Kitas in Baden-Württemberg, die normalweise in die jeweilige Kita gehen. Kinder in der erweiterten Notbetreuung oder mit besonderem Förderbedarf haben Vorrang. Denkbar ist nach Angaben des Kultusministeriums etwa, dass Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen. Die Coronavirus-Lenkungsgruppe der Landesregierung von Baden-Württemberg hatte am Mittwochabend die entsprechenden Beschlüsse gefasst, die nun noch juristisch in Form gegossen werden müssen. Die neue Coronavirus-Verordnung soll nach Angaben des Justizministeriums spätestens am Samstag verkündet werden.

Coronavirus Baden-Württemberg: Wird Kita Öffnung am Montag zum Chaos?

Update 13. Mai, 17.30 Uhr: Am kommenden Montag, 18. Mai, sollte der Betrieb in den Kitas in Baden-Württemberg wieder starten. Endlich - dachten sich sicher schon manche Eltern. Doch nun steht Kultusministerin Susanne Eisenmann erheblich in der Kritik. 

Wie die dpa berichtet, scheint die anvisierte Kita-Öffnung in der kommenden Woche schlecht geplant zu sein: Offenbar ist fraglich, ob überhaupt genug Platz und Personal für die Rückkehr der Kinder vorhanden sind. Schließlich soll die Gruppengröße der Kinder in den Kitas auf maximal 50 Prozent der üblichen Kinderzahl reduziert werden. Selbst die Landesregierung von Baden-Württemberg wirft CDU-Politikerin Eisenmann vor, kein Kita-Konzept zu haben.

Kritik an Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann kommt auch von Doro Moritz, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Diese sagt: "Seit einer Woche warten die Kitas auf klare Kriterien des Kultusministeriums, wie die Kita-Öffnungen mit Blick auf die Regeln zum Infektionsschutz umgesetzt werden sollen." Mehr als ein Drittel des Personals stehe in den sowieso unterbesetzten Kitas derzeit nicht zur Verfügung.

Kitas in Baden-Württemberg vor Öffnung: Angst vor neuen Coronavirus-Infektionsketten

Auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer bezeichnete den Fahrplan zur weiteren Öffnung der Kitas als nicht durchführbar. Es seien bei Eltern Hoffnungen geweckt worden, die die Kommunen als Kita-Träger nun enttäuschen müssten."Der schwarze Peter liegt jetzt bei uns." Es gebe in Tübingen zu wenig Personal, um neue Kita-Gruppen zu schaffen. Mögliche Coronavirus-Risiko-Patienten unter den Erzieherinnen sollen nach betriebsärztlichem Rat keine Kontaktarbeit mit Kindern leisten. Dass eine Erzieherin verschiedene Gruppen betreut, hält Palmer für kontraproduktiv: "Wir würden neue Infektionsketten schaffen, wenn wir Personal in mehreren Gruppen abwechselnd einsetzen."

Das Kultusministerium von Baden-Württemberg erarbeitete nach eigenen Angaben eine Vorschlag zur Änderung der Coronavirus-Verordnung, die die Landesregierung aber noch beschließen muss. Die aktualisierte Verordnung ist dann die rechtliche Grundlage für die Umsetzung. Sie solle den Kita-Trägern auch Spielräume geben - je nachdem, wie viel Personal und Raum sie zur Betreuung zur Verfügung hätten, erklärte das Ministerium. 

In Regierungskreisen hieß es aber, was das Kultusministerium vorgelegt habe, sei knapp gehalten und nicht sonderlich gut vorbereitet. Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz sagte der Schwäbischen Zeitung, die weitere Öffnung der Kitas in Baden-Württemberg für Montag sei schon lange angekündigt gewesen. Den Einrichtungen bleibe nun aber zu wenig Zeit für die Vorbereitungen. "Wichtig ist, dass es eine aktive Unterstützung der Kommunen und der Träger gibt. Es braucht eine Strategie, nicht nur eine Rechtsverordnung."

Wird Kita-Öffnung in Baden-Württemberg am Montag zum Chaos? Hick-Hack um Kinderbetreuung!

Erstmeldung 13. Mai, 12 Uhr: Das Coronavirus sorgt in Baden-Württemberg weiter für Verunsicherung. Kindergarten- und Kitakinder vermissen ihre Freunde. Eltern stehen noch immer vor der Betreuungsherausforderung. Viele glaubten aufatmen zu können, als eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas ab dem 18. Mai vom  Kultusministerium in Aussicht gestellt wurde. Die aktuelle Corona-Verordnung sorgt jetzt für Unmut. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kitas bald wieder auf? Neue Verordnung!

Am 6. Mai teilte das Ministerium mit: "Unser Plan sieht vor, dass wir ab dem 18. Mai die Betreuung an den Kitas in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs in Absprache mit den Trägern schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausweiten." Es sollten demnach also auch wieder Kinder in die Kita gehen dürfen, deren Eltern keinen Anspruch auf Notbetreuung haben. 

Nur wie diese schrittweise Wiederöffnung aussehen sollte, das war noch nicht bekannt gegeben worden. Anfang der Woche erhielten die Träger nun die neue Corona-Verordnung. Jetzt herrscht Unmut. Denn: Da steht nichts mehr drin vom 18. Mai und einer Öffnung für 50 Prozent der Kinder - das berichten die Stuttgarter Nachrichten. Stattdessen ist weiterhin nur von der "erweiterten Notbetreuung" bis zum 15. Juni die Rede.

Eltern sind teils verunsichert und wissen nicht, wie der Kita-Neustart aussehen wird.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Eltern verunsichert - wann öffnen die Kitas? 

Der Landesverband des Deutschen Kitaverbandes prangert nun die schlechte Kommunikation des Ministeriums an. Täglich steige die Unsicherheit bei Eltern und Trägern. In einer Pressemitteilung heißt es: "Abgesehen von dieser widersprüchlichen Kommunikation im Fall der Kita-Öffnungen, gibt es insgesamt keinen verlässlichen Informationsfluss zwischen dem Ministerium und allen Träger-Gruppen."

Bettina Stäb vom Evangelischen Landesverband weist darauf hin, dass alle Träger auch eine entsprechende Vorlaufzeit brauchen würden, um Hygienekonzepte umsetzen zu können. Klarheit brauche es dagegen schnell, damit auch Familien wüssten, wann ihre Kinder wieder betreut werden. 

Viele fragen sich auch, ob sie für ausbleibende Betreuung trotzdem Ausfall zahlen müssen. Die Stadt Heilbronn sendet dazu ein wichtiges Signal an Kita-Eltern

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