Entwicklung von Corona-Impfstoff

Warten auf Corona-Impfstoff – so weit ist die Entwicklung in Baden-Württemberg

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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In Baden-Württemberg läuft die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus auf Hochtouren. Jetzt äußern sich Experten zu neuen Details. 

  • Wie gut kommt die Impfstoffentwicklung in Baden-Württemberg voran?
  • In Russland und China sind bereits Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen.
  • Experten äußern sich optimistisch zur Impfstoffentwicklung. Ab wann wird es einen geben?  

Baden-Württemberg: Wie weit ist die Impfstoffentwicklung?

In Baden-Württemberg läuft die Impfstoffentwicklung im Zuge der Coronavirus-Pandemie auf Hochtouren. Vorne mit dabei ist auch der Pharmakonzern Curevac aus Tübingen, der seinen Impfstoff mittlerweile in Studien testete. Die dritte und letzte Phase der Studie soll schon im September oder Oktober beginnen. CureVac-Eigner Dietmar Hopp erklärte im Interview, was den Impfstoff von der Konkurrenz abheben werde. 

Für Ende des Jahres erwartet Curevac aussagekräftige Ergebnisse. Klar ist: Erster in der Impfstoffentwicklung kann Curevac nicht mehr werden. Denn in China und Russland sind bereits erste Covid-19-Impfstoffe zugelassen und werden an Patienten verabreicht. Jedoch sind die Forschungsdaten wenig transparent.

Baden-Württemberg: Experten äußern sich zur Impfstoffentwicklung

In Baden-Württemberg hofft Curevac, dass der Impfstoff aus Tübingen vielleicht als erster in der EU zugelassen wird. Grundlage für die Impfstoffentwicklung in Tübingen in die sogenannte mRNA, ein bisher neues aber vielversprechendes Verfahren in der Impfstoffentwicklung weltweit.

Der Curevac-Impfstoff aus Tübingen sei der, auf welchen wir jetzt schauen, erklärt Peter Gottfried Kremsner, Tropenmediziner am Uniklinik Tübingen im SWR zur Impfstoffentwicklung in Baden-Württemberg, die aktuell immer wieder vielversprechende Ergebnisse liefert.

Baden-Württemberg: Experten prognostizieren Impfstoff-Zulassung

Ebenfalls in der Impfstoffentwicklung vorne mit dabei ist die Firma Biotech aus Mainz. Dort läuft die letzte Phase der Coronavirus-Impfstoff-Studie bereits. Die Experten dort hoffen in diesem Jahr sogar noch auf eine Zulassung ihres Impfstoffs in Deutschland und der EU.

Auch Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, ist optimistisch was die Impfstoffentwicklung in Deutschland angeht. Er geht davon aus, dass es bis Anfang 2021 einen Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland geben könnte. Vielleicht sogar mehrere.

Impfstoff-Zulassung in Deutschland: Das ist die Voraussetzung

Damit ein Impfstoff zugelassen werden kann, sind unter anderem drei Testphasen am Menschen nötig. Und das ist die Voraussetzung, die in der Regel am meisten Zeit braucht. Denn je nach Testphase muss der Impfstoff an einer Vielzahl von freiwilligen Testpersonen "ausprobiert" werden.

Erst wenn der Impfstoff gut vertragen wird, sicher ist und wirklich vor einer Coronavirus-Infektion schützt, wird eine Zulassung vergeben. In Russland wurde die dritte Phase der Impfstoffentwicklung aus Zeitgründen übersprungen. Daher ist nicht wirklich klar, ob der russische Impfstoff tatsächlich wirkt. 

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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