Datenerfassung, Abstand, Atemmaske

Masken, Abstand und Co.: So gehen Lokal-Besucher mit den Gastro-Regeln um

  • Daniel Hagmann
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  • Anna-Maureen Bremer
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  • Violetta Sadri
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Seit drei Monaten dürfen Lokale der Gastronomie in Baden-Württemberg wieder öffnen. Die Coronavirus-Regeln machen den Besuch für Gäste und Wirte ungewohnt.

  • Wegen des Coronavirus blieben in der Gastronomie seit Ende März die Gäste aus.
  • Regeln wie Kontaktdaten-Erfassung, Mund-und-Nasenschutz sowie Abstände machen den Gastro-Besuch ungewohnt.
  • Wie gehen Gäste mit den Coronavirus-Regelungen um?

Coronavirus Baden-Württemberg: Halten sich Gäste an Regeln in Gastronomie?

Update 19. August: Abstände einhalten, Mund-und-Nase-Masken beim Toilettengang und persönliche Angaben zur Datenrückverfolgung: Aufgrund des Coronavirus ist ein Gastronomie-Besuch derzeit nicht so unbeschwert möglich, wie man es aus den vergangenen Jahren gewohnt ist. Gäste und Wirte sind in Baden-Württemberg derzeit vielen ungewohnten Einschränkungen in der Gastronomie unterworfen. Wie gehen gerade die Gäste mit den aktuellen Maßnahmen um?

Wie die dpa berichtet, akzeptieren die allermeisten Gastro-Gäste in Baden-Württemberg die Coronavirus-Maßnahmen wie den Mindestabstand und die Erfassung der Kontaktdaten. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Baden-Württemberg hervor. Demnach gaben 90,5 Prozent der befragten Wirte an, dass die Gäste großes oder überwiegendes Verständnis für die Maßnahmen hätten. An der Umfrage hatten sich im Südwesten fast 2.400 Betriebe beteiligt.

In fast jedem vierten Gastronomie-Betrieb (23,5 Prozent) in Baden-Württemberg hatten zum Zeitpunkt der Umfrage Anfang August schon Kontrollen stattgefunden. Die Gastro-Branche nehme den Coronavirus-Infektionsschutz sehr ernst, nicht zuletzt, um einer zweiten drohenden Coronavirus-Welle im Herbst oder Winter vorzubeugen, sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl. Der einzige Punkt, den die Gastronomen kritisch sehen, ist die Maskenpflicht für Servicekräfte in der Außengastronomie. "Hier leiden die Mitarbeiter wirklich - es ist heiß und sie können nicht gut atmen." Ob diese schwere Beeinträchtigung im Außenbereich notwendig sei, werde von Verbandsmitgliedern immer wieder hinterfragt. "Wir plädieren dafür, wenigstens zu prüfen, ob diese Maßnahme wirklich notwendig ist", erklärte der Dehoga.

Update 22. Juni: Diese Maßnahme macht den Freiluft-Gastro-Besuch für alle ein Stück angenehmer: Denn bereits seit vergangenen Donnerstag müssen Gastro-Beschäftigte in Baden-Württemberg keine Masken mehr tragen. Wie der DEHOGA-Verband Baden-Württemberg mitteilt, hat das Wirtschaftsministerium des Landes auf Anfrage erklärt, dass die Masken-Pflicht für Beschäftigte in der Gastronomie jetzt nur noch in den Räumen einer Gaststätte mit Gästekontakt gelte.

Dem - zumindest vorläufigen - Ende der Masken-Pflicht im Gastro-Open-Air-Bereich liegt zugrunde, dass es im Freien zu keiner Konzentration der Viren kommt - ganz im Gegensatz zu geschlossenen Räumen. Diese Maßnahme dürfte Gastronomie-Beschäftigte, Wirte und Gäste gleichermaßen freuen. Und auch der Einzelhandel in kleinen Städten könnte stärker aus der Coronavirus-Krise hervorgehen als die Konkurrenz in Metropolen.

Wegen des Coronavirus wurden in Baden-Württemberg Maßnahmen und Lockerungen ergriffen - diese wurden in der Corona-Verordnung zusammen gefasst. Nun wurde die alte Verordnung überarbeitet und eine Corona-Verordnung für Baden-Württemberg tritt ab dem 1. Juli in Kraft. Die neuen Regelungen betreffen auch die Gastronomie in Baden-Württemberg. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Wichtige Lockerung in Gastronomie erfreut Wirte und Gäste

Update 10. Juni: Wenn das inmitten der sich lockernden Coronavirus-Krise mal keine guten Neuigkeiten sind - für Wirte und für Gäste: Durch die Änderungen der Coronavirus-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, dürfen AB SOFORT bis zu zehn Gäste aus unterschiedlichen Haushalten an einem Gasthaustisch oder an der Theke Platz nehmen, auch wenn der Abstand zwischen diesen Personen geringer als 1,5 Meter ist, erklärt der DEHOGA-Verband Baden-Württemberg. Laut der bislang geltenden Regeln in der Gastronomie durften Gäste im Südwesten aus maximal zwei unterschiedlichen Haushalten gemeinsam ohne Mindestabstand an einem Gastro-Tisch sitzen.

Das bedeutet, dass nun endlich wieder die Geselligkeit etwas mehr Einzug in der Gastro-Szene in Baden-Württemberg halten kann. "Auf diese Lockerung haben viele Gastronomen und auch viele Gäste gewartet", sagt der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt. "Die jetzt in Kraft getretene Lockerung ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung."

Coronavirus Baden-Württemberg: Shisha-Bars und Kneipen wieder offen

Update 31. Mai: Immer mehr Gastwirte können in Baden-Württemberg aufatmen: Denn nicht nur Speisegaststätten dürfen seit dem 18. Mai wieder ihre Gäste bewirten. Nun steht auch fest, dass ab dem kommenden Dienstag, 2. Juni, ALLE Gaststätten, Kneipen, Bars, Shisha-Bars, Hotelbars sowie Cafés und Eisdielen wieder öffnen dürfen. Das berichtet der DEHOGA-Verband Baden-Württemberg und beruft sich dabei auf die Coronavirus-Verordnung des Landes Baden-Württemberg.

Selbstverständlich gelten dabei weiterhin die strengen Hygiene-Vorschriften und Abstandsregeln. Nach wie vor müssen allerdings Clubs und Discos wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg geschlossen bleiben. Dasselbe gilt auch für Saunen - egal ob eigenständig oder integriert in Hotels.

Coronavirus Baden-Württemberg: Restaurantbesuch? So läufts!

Update 18. Mai: Als wären die Wirte durch die Coronavirus-Krise nicht schon genug gebeutelt! Wenn ab heute Speisegaststätten - und damit Teile der Gastronomie in Baden-Württemberg für ihre Gäste wieder öffnen dürfen, gelten für die Inhaber der Restaurants - und auch für die Gäste - nun doch härtere Maßnahmen, als dies in der vergangenen Woche angekündigt wurde. Um in der ganzen Verwirrung für Klarheit zu sorgen - hier sind die wichtigsten Änderungen für die Gastronomie in Baden-Württemberg, die das Land am Samstag veröffentlicht hat, im Vergleich zu den Corona-Informationen der vergangenen Woche - auf einem Blick:

  • Die Gastronomie in Baden-Württemberg gilt als öffentlicher Raum. Das bedeutet, dass die Gäste nur mit dem eigenen und einem weiteren Haushalt an einem Tisch sitzen dürfen. Personen, die an einem Tisch sitzen dürfen, müssen den Mindestabstand nicht einhalten.
  • Die Gäste MÜSSEN beim Betreten des Lokals ihren Namen, das Datum und die Uhrzeit des Besuchs in dem Lokal in Baden-Württemberg sowie ihre Kontaktdaten angeben. Vorher galten diese Annahmen als Freiwilligkeit. Nun sind sie verpflichtend, ansonsten muss der Wirt von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Gast abweisen. Notfalls ist auch die Polizei hinzuzuziehen. Die erhobenen Daten muss der Gastro-Betreiber nach vier Wochen löschen.
  • Die Gäste werden "geseated": Das heißt, dass die Gäste in den Lokalen ihren Tisch nicht frei wählen dürfen, sondern ihren Platz vom Gastro- oder Security-Personal zugewiesen bekommen. Vor dem Platznehmen gilt es also, die Anweisungen des Personals abzuwarten.
  • Vorherige Reservierungen oder Anmeldungen der Gäste in den Lokalen sind zwar empfohlen, aber nicht verpflichtend.
  • Die weiteren bereits bekannten Regeln wie Abstands- und Hygienemaßnahmen für Gäste und Gastro-Personal gelten weiterhin.
  • In räumlich abgetrennten geschlossenen Gesellschaften sind in Gaststätten in Baden-Württemberg auch Zusammenkünfte mit der erweiterten Familie möglich. 

Diese Änderungen für die Gastro-Szene in Baden-Württemberg haben natürlich auch neue Folgen für die Personal-Planung der Gastronomen - und machen die wirtschaftliche Situation noch kritischer. Gegenüber echo24.de bezieht Thomas Aurich, Geschäftsführer der Heilbronner Neckarmeile und Stadtverbandsvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Stellung zur aktuellen Situation der Gastronomie in Heilbronn.

Coronavirus Baden-Württemberg: Gastronomen und Händler sollen Unterstützung erhalten

Update vom 17. Mai: Ab dem 18. Mai dürfen Händler und Gastronomen unter strengen Hygienevorschriften wieder öffnen. Die Coronavirus-Pandemie hat die Gastro-Szeneund den Einzelhandel in Heilbronn stark getroffen. Der Einzelhandel verzeichnet einen Umsatzrückgang von 80 Prozent, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die Stadt Heilbronn möchte Gastronomen und Einzelhändlern entgegenkommen. Oberburgermeister Harry Mergel lud die Betroffenen am Mittwoch zu einem Treffen ein. Diskutiert wurde über den Mindestabstand, geschlossene Gesellschaftenm und Perspektiven für die Gastronomie, berichtet swr.de.

Der Gemeinderat möchte am Montag, 18. Mai über ein Maßnahmenpaket entscheiden. Die Stadt würde damit auf Einnahmen in Höhe von 200.000 Euro verzichten. Außerdem  sollen die Gebühren für die Außenbewirtschaftung in diesem Jahr wegfallen. Die Außenflächen sollen bis zur doppelten Grundfläche erweitert werden können, Bierbänke und -tische wären dann auch möglich. So sollen Anträge auch schneller genehmigt werden. Sondernutzungsgebühren für Werbeaufsteller und Warenauslagen sollen dieses Jahr gestrichen werden. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Gastro öffnet - was passiert, wenn Gäste Regeln nicht beachten?

Update, 15. Mai: Ab Montag wird teilweise wieder aufgemacht. Toll für Restaurants, Bars und Cafés, möchte man meinen. Aber so einfach ist es bei weitem nicht. Es herrscht große Unsicherheit. Vom baden-württembergischen Ableger des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga heißt es: "Wir begrüßen, dass zumindest Teile der Gastronomie wieder öffnen dürfen, allerdings werden die Auflagen dazu führen, dass die Betriebe keine normalen Umsätze erwirtschaften können - das ergibt sich allein schon aus den Abstandsregelungen."

Wirte und Gastronomiebetreiber stellen sich viele Fragen: Was, wenn Kunden für eine Gruppe von sechs Gästen reservieren möchten? Darf man die Gruppe an einen Tisch setzen? Und was, wenn die Gäste dem Wirt die Tür einrennen - braucht er dann einen Türsteher? Ganz zu schweigen davon, dass die Wirte nicht wissen, mit welchen Mengen an Lebensmitteln sie ihre Gastronomie ausstatten sollen.

Für viele gibt es außerdem noch gar keine Perspektive, um den Betrieb wieder aufzunehmen. "Bars, Schankwirtschaften, Diskotheken - von einem Ende der Krise und von wirtschaftlicher Normalität ist das Gastgewerbe trotz der ab 18. Mai geltenden Lockerungen noch sehr weit entfernt." 

Der Verband fordert dringend Hilfe vom Staat für die gebeutelte Branche, sei die wirtschaftlicihe Lage für viele weiterhin mehr als bedrohlich. 

Viele Fragen sich, wie der zukünftige Besuch im Lieblingscafé, Restaurant oder einer Bar aussehen wird. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Gastro-Comeback mit strengen Maßnahmen für Gäste

Update 12. Mai: Die Gastronomie in Baden-Württemberg hat nach dem Coronavirus-Lockdown immer mehr Planungssicherheit. Denn: Langsam aber sicher wird klar, wie der Alltag in Gastro-Betrieben wie Speisewirtschaften zumindest in den kommenden Wochen, für Beschäftigte in der Gastro-Szene und für Gäste aussehen wird. Am gestrigen Montag haben das Sozialministerium und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg die Corona-Verordnung Gaststätten im Internet veröffentlicht. Das fünfseitige Dokument legt die Maßnahmen fest, an die sich Angestellte und Gäste in Speisewirtschaften zu halten haben, um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 möglichst zu verringern, wenn am 18. Mai der Betrieb in den Speisewirtschaften so langsam wieder beginnen soll. Parallel dazu hat ein Lokalbesitzer in Heilbronn seinen Gastro-Betrieb zur Corona-Festung umgebaut. Und derzeit bemüht sich die Heilbronner Gastronomie-Szene um die Klärung der noch offenen Fragen

Langsam kommt die Planungssicherheit für die Gatronomen.  

Das Wichtigste im Überblick:

Gastronomie in Baden-Württemberg öffnet nach Coronavirus-Lockdown: Diese Regeln gelten für Gäste

  • Auf freiwilliger Basis geben Gäste ihre Kontaktdaten heraus. Um mögliche Infektionswege des Coronavirus nachzuverfolgen, bleiben Datum und Uhrzeit des Gaststättenbesuchs vier Wochen gespeichert.
  • Gäste erhalten einen festen Sitzplatz zugewiesen.
  • Die Gastro-Gäste sind verpflichtet, Desinfektionsmittel und Seife vor Ort zur Reinigung der Hände zu benutzen.
  • Die Bezahlung sollte möglichst bargeldlos erfolgen, um unnötigen Kontakt zu vermeiden.

Gastro-Szene in Baden-Württemberg vor Öffnung: An diese Maßnahmen müssen sich die Angestellten in der Gastronomie halten

  • Im Gäste-Bereich müssen die Angestellten Tischflächen, Armlehnen, Türgriffe und Lichtschalter regelmäßig gründlich reinigen.
  • Beschäftigte in der Gastronomie müssen ihre Hände regelmäßig reinigen und desinfizieren.
  • Arbeitsgeräte wie Tastatur, Touchbildschirm, Zapfhahn, Theken und Servierwagen sind regelmäßig gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.

  • Beschäftigte in der Gastronomie müssen gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 Atemschutzmasken tragen, die der Arbeitgeber bereitstellen muss. Diese müssen sie in allen Räumen der Gaststätte mit Gästekontakt tragen. Im Freiluftbereich der Gaststätte ist das Tragen der Atemschutzmaske empfohlen, vor allem, wenn gesundheitliche Risiken vorliegen.

  • Gastro-Angestellte sollen möglichst einen Servierwagen nutzen.
Gaststättenbetreiber bereiten sich auf die Zeit nach dem Lockdown vor. Erste Gaststätten dürfen in Baden-Württemberg am kommenden Montag, 18. Mai, öffnen-
  • Beschäftigte in der Gastronomie müssen Schutzhandschuhe tragen.
  • Benutztes Geschirr und Besteck ist mit einem tensidhaltigen Reinigungsmittel und einer Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius zu spülen.
  • Gastro-Angestellte sollten in der Coronavirus-Zeit auf die Benutzung des ÖPNV verzichten.
  • Menschen, die aufgrund des Alters oder Vorerkrankungen zu Coronavirus-Risikogruppen gehören, dürfen nicht in Bereichen mit vergleichsweise häufigem Personenkontakt eingesetzt werden.

Am 18. Mai öffnen Speisewirtschaften in Baden-Württemberg: Diese Maßnahmen gelten für Gäste und Angestellte

  • Wer in den zurückliegenden 14 Tagen Kontakt mit einer Sars-CoV-2 infizierten Person hatte, darf das Lokal nicht betreten
  • Personen mit Corona-Symptomen oder Verdacht auf Covid-19 müssen ebenfalls draußen bleiben.
  • Zwischen allen Anwesenden ist ein Abstand von 1,5 Metern einzuhalten.
  • Händeschütteln, Umarmungen und andere Formen des Körperkontakts sind zu vermeiden.
  • Die Tische müssen einen Mindestabstand von 1,5 Metern haben.
  • Die Kommunikation zwischen Gästen und Beschäftigten ist auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Gastro-Szene kurz vor Öffnung: Auf diese Corona-Maßnahmen müssen sich Gäste einstellen 

Update 11. Mai: Noch eine Woche, dann dürfen endlich Teile der Gastronomie-Betriebe in Baden-Württemberg nach mehreren Wochen Corona-Lockdown wieder öffnen. Doch ohne zusätzliche Hygienemaßnahmen und weitere Coronavirus-Verordnungen geht's nun mal nicht. Um bei Infektionen mit Sars-CoV-2 Kontakte nachverfolgen zu können, sollen die Gastro-Betreiber in Baden-Württemberg die Daten der Gäste speichern und vier Wochen nach der Erfassung wieder löschen. Das sieht die Verordnung des Landes für die Öffnung von Gaststätten vor. Die Angabe der Gäste ist jedoch freiwillig, heißt es in der Verordnung, wie die dpa berichtet.

Demnach sollen der Name des Gastes, dessen Kontaktdaten sowie Datum und Uhrzeit des Gastronomie-Besuchs gespeichert werden. Außerdem dürften Beschäftigte und Gäste, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Person hatten, Lokale nicht betreten. Das gelte in Baden-Württemberg auch für den Fall, dass jemand Symptome einer Atemwegsinfektion oder erhöhte Temperatur aufweist.

Wo immer möglich, ist der Verordnung zufolge zudem ein Abstand zu allen Anwesenden von mindestens 1,5 Metern in der Gastronomie einzuhalten, sobald es nach dem Corona-Lockdown am kommenden Montag, 18. Mai, wieder zu Lokal-Öffnungen kommt. Körperkontakt, besonders Händeschütteln und Umarmungen, sind zu vermeiden. Zwischen den Tischen müsse zudem ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. Ebenso sollten genügend Schutzabstände bei der Nutzung von Treppen, Türen, Aufzügen und Toiletten gewährleistet sein. Beschäftigte in der Gastro-Szene von Baden-Württemberg müssen in allen Bereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und sollten, wenn möglich, bargeldlos kassieren können.

Coronavirus Baden-Württemberg: An diesem Tag darf Gastro wieder öffnen

Update 7. Mai: Die Gastro-Szene in Baden-Württemberg kann offenbar aufatmen. Denn ENDLICH gibt es von der Politik das lang erwartete Signal und ein Stück weit Planungssicherheit in der Coronavirus-Krise. Wie Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, an diesem Donnerstag vermeldete, ist ab Montag, 18. Mai, die schrittweise Öffnung der Gastronomie im Außen- und Innenbereich sowie von Ferienwohnungen und Campingplätzen geplant. Ab dem 29. Mai sollen sonstige Beherbergungsbetriebe wie Hotels und Freizeitparks ihren Betrieb wieder aufnehmen können.

Coronavirus-Maßnahmen in Baden-Württemberg: Gastro-Betrieben droht Massen-Insolvenz

Update 20. März: Welche Folgen hat das Coronavirus für die Zukunft? Wird es nach dem Ende der Corona-Krise überhaupt noch Ausgehmöglichkeiten geben? Schaut man sich die akuten Sorgen der Gaststätten, Bars und Clubs in der Region Heilbronn, aber auch im ganzen Land Baden-Württemberg an, scheint das unwahrscheinlich. Ein Geschäftsmann aus Heilbronn warnt in einer Facebook-Videobotschaft vor einem rabenschwarzen Szenario. Der Gaststättenverband Dehoga spricht für Baden-Württemberg eine Warnung aus.

Am Donnerstag bat der Branchen-Verband Dehoga die Landesregierung "mit höchster Dringlichkeit" um die Einrichtung eines Hilfsfonds wegen des Coronavirus, der den Betrieben helfen könnte, zu überleben. Manche Lokale wissen nicht einmal mehr, wie sie die nächste Miete bezahlen sollen. Und viele sorgen sich um die Schwächsten der Branche - die unzähligen Teilzeit- und Minijobber. Und auch die Club-Szene in Heilbronn hat mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen.

Die Gastroszene in Heilbronn und der Region trifft das Coronavirus besonders hart. 

"Unsere Kollegen arbeiten nicht aus Jux und Tollerei", sagt Kersten Knödel, einer der Inhaber der Stuttgarter Kneipe "Immer Beer Herzen", die nun wegen des Coronavirus geschlossen ist. "Viele der Mitarbeiter und Aushilfen machen den Gastro-Job als Zweitjob, um überhaupt über die Runden zu kommen - was nun nicht mehr geht." Und das sei noch nicht alles: "Es hängt ja im ganzen Freizeitbereich noch unendlich viel mehr dran. Nicht zuletzt die Putzfrau hat nichts mehr zu tun - vier Wochen hält sie diese Situation nicht aus", sagt Mitinhaber Nanno Smeets.

Coronavirus stürzt Gastronomie in eine tiefe Krise

Ähnliche Sorgen plagen Waltraud Hubschneider aufgrund des Coronavirus, die in Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) seit 40 Jahren einen Getränkemarkt und seit sechs Jahren auch die Gastronomie "Zur BrennAlp" betreibt. "Der Getränkemarkt mit seinen Fest- und Teilzeitangestellten läuft", sagt Hubschneider. "Aber die Gastronomie ist geschlossen." Das trifft in der "BrennAlp" zwei Vollzeit- und eine Teilzeitkraft sowie drei Minijobber.

"Wir werden alles tun, damit uns unsere Mitarbeiter erhalten bleiben", sagt Hubschneider. Und weist auf einen für die Gastro-Mitarbeiter besonders kritischen Punkt im Rahmen der Coronakrise hin: "Die Gastronomie braucht Mini-Jobber - und wir bezahlen ja auch dafür, 30 Prozent auf die 450 Euro Lohn an die Bundesknappschaft in Berlin. Aber laut gesetzlicher Regelungen fallen diese Mitarbeiter bei der Kurzarbeitsregelung raus, verdienen also nun gar nichts." Das könne nicht angehen, sagt Hubschneider, man müsse nachbessern. "Wenigstens die 60 Prozent vom Nettolohn wie die anderen - da wäre schon viel geholfen, die Leute sind auf die paar 100 Euro absolut angewiesen".

Grundkosten bleiben für Gastronomie auch während Coronakrise bestehen

Allein ein Kredit reicht da in Zeiten des Coronavirus für die Gastronomie auf keinen Fall, sagt auch Nanno Smeets. "Wir haben zehn Aushilfen auf Mini-Job-Basis, denen fehlt das Geld - die arbeiten ja in der Gastro nicht zum Spaß, auch wenn es ihnen bei uns gefällt", sagt er. Mit einem Kredit als Landes- oder Staatshilfe sei ihnen nicht geholfen, sagen die Inhaber vom "Immer Beer Herzen" in Stuttgart. "Den Ausfall kann ich nicht mehr wettmachen, wenn wir dann irgendwann wieder aufmachen - wir sind ja kein Autokonzern, der seine Produktion hochfährt. Die Biere, die der Gast heute nicht trinkt, holen wir nicht mehr auf", sagt Kersten Knödel.

Wie geht es für Gastronomie nach Coronakrise weiter?

Derweil bleiben die Grundkosten bestehen, Pacht, Miete, Strom, Telefon auch während der Zeit des Coronavirus bestehen - alles läuft weiter. In sozialen Netzwerken bekundet die Kundschaft ihre Solidarität, doch die Kassen bleiben leer. "Und dann ist noch die Frage, wie es weitergeht, wenn die Coronakrise vorbei ist", sagt Kersten Knödel. Denn: "Dann werden die Gäste auch nicht mehr so viel Geld in der Tasche haben."

Am heutigen Freitag hat Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, veranlasst, dass ab dem morgigen Samstag alle Restaurants und Gaststätten geschlossen werden müssen. Drive-In-Lokale sowie To-Go-Restaurants und Speise-Lieferanten dürfen ihren Betrieb in Baden-Württemberg allerdings trotz des Sars-CoV-2 aufrecht erhalten.

Coronavirus-Maßnahmen in Heilbronn: Gastro-Betrieben droht Insolvenz

Update 19. März: Laut aktuellem Stand dürfen Restaurants und Gaststätten aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht vor 6 Uhr öffnen. Spätestens um 18 Uhr müssen die Lokale schließen. Zudem gilt laut der aktuellen Verordnungen in Baden-Württemberg, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, dass Tische in Restaurants einen Mindestabstand von 1,50 Metern haben müssen.

Nur: Das öffentliche Leben ist wegen des Coronavirus weitgehend lahmgelegt. Wo sich sonst Menschen getroffen haben, ist selbst jetzt, bei schönem Wetter, tote Hose. Und das setzt den Wirtschaften und Lokalen ganz besonders zu. Wie der SWR berichtet, rechnet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Heilbronn damit, dass viele Restaurants und Gaststätten die Corona-Krise nicht überstehen werden. Spätestens in ein paar Monaten ist mit einer Menge an Insolvenzen zu rechnen.

Wie Thomas Aurich, Geschäftsführer der Heilbronner Neckarmeile und Dehoga-Stadtverbandsvorsitzender erklärt, habe eine erste Lokal-Kette in Heilbronn bereits Geld eingefordert, da es sonst eng werde. Laut Aurich müsse die finanzielle Unterstützung seitens der Banken zudem rasch gewähren. Viele geben Kredite erst nach einer Betriebsauswertung. Das sei in Zeiten des Coronavirus fatal und könnte das Aus für viele Lokale bedeuten. Dennoch gibt es auch Lichtschimmer: Trotz fehlender Einnahmen zeigt das Trappensee-Restaurant in Heilbronn ein großes Herz für bedürftige Mitmenschen.

Corona in Heilbronn: Das sind die Folgen für Lokale und Gastronomie

Update 13. März: Thomas Aurich, Geschäftsführer des Food Court in Heilbronn und Geschäftsführer der Heilbronner Neckarmeile, hat trotz der angespannten Situation rund um das Coronavirus seinen Humor nicht verloren. Seine Kunden begrüßt er mit dem Wuhan-Shake - das bedeutet, man stößt mit seinem Gegenüber einmal das rechte und einmal das linke Bein aneinander. Das ist hygienischer, als sich die Hand zu geben. "Und außerdem verkaufen wir derzeit mehr Coronabier als zuvor", erklärt der Gastronom.

Thomas Aurich ist Geschäftsführer der Neckarmeile in Heilbronn, der größten Gastromeile am Fluss in Süddeutschland.

Die Lage in der Gastronomie ist zu Zeiten des Coronavirus angespannt. Aber man muss differenzieren. Aurich: "Vor allem ältere Bürger fallen in die Risikogruppe. Gastronomen, die weniger die jungen Leute als Zielgruppe haben, trifft es daher besonders hart." Dasselbe gilt auch für den Eventbereich und Hotelbetriebe, wo die Aufträge und Buchungen einbrechen. "Für die ist das Coronavirus ein Drama", sagt Thomas Aurich.

Coronavirus: Lokalen und Gastronomie im Raum Heilbronn drohen Insolvenzen

Wenn in der bald beginnenden Freiluftsaison aufgrund von dichten Grenzen die Reisen kaum noch möglich sind, kann das auch gut für die Gastronomie im Raum Heilbronn sein. Aurich vermutet: "Junge Leute, die nicht in Urlaub fahren, gehen dann mehr in der Region weg." Für die Freiluft-Gastronomie sehe es daher vergleichsweise positiv aus. Dennoch seien Insolvenzen als Folge des Coronavirus in  der Region Heilbronn wohl kaum vermeidbar. 

Aurich empfiehlt daher den Gastronomen in der Region Heilbronn in Zeiten des Coronavirus, so früh wie möglich mit der Bank zu sprechen und vorzusorgen. Von Maßnahmen der Politik zugunsten der Lokale hält er wenig: "Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld helfen uns wenig. Dagegen ist die Mehrwertsteuer von sieben Prozent für Gastro-Betriebe längst überfällig." Und wenn die Regierung die Grenzen schneller dicht gemacht hätte, wäre die Situation rund um das Coronavirus jetzt eventuell besser unter Kontrolle und Schulen und Kindergärten müssten nicht bis Ostern geschlossen werden.

Corona in Heilbronn: So hart sind die Folgen für die Gastronomie

Erstmeldung, 12. März: Öffentliche Veranstaltungen? Werden reihenweise abgesagt. Menschenmassen? Sind möglichst zu meiden! Und einige Leute tätigen Hamsterkäufe und igeln sich daheim ein. Droht uns jetzt allen eine Vereinsamung wegen des Coronavirus - gerade, wenn immer mehr Menschen die Öffentlichkeit meiden?

Ständig gibt es neue Meldungen von Coronavirus-Infizierten in Baden-Württemberg. Mittlerweile ist sogar der erste Todesfall wegen Corona zu vermelden. Um die Verbreitung des Virus zu verzögern, hat die Politik allerlei Maßnahmen in die Wege geleitet. Und die treffen die eng vernetzte Wirtschaft in Baden-Württemberg und der Region Heilbronn finanziell hart. Ganz besonders bekommt die Gastronomie die Folgen des Coronavirus zu spüren. Für manche Lokale kann das Virus sogar existenzgefährdend sein.

Coronavirus: 80 Prozent Stornierungen in Lokalen

"Alle Gastronomiebetriebe spüren die Folgen von Corona", sagt Martin Kübler, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Kreisstelle Heilbronn. In seinem Restaurant in der Ballei in Neckarsulm sagen 80 Prozent der Gäste ihre geplanten Veranstaltungen und Reservierungen ab. Kübler: "Eine Besserung ist nicht in Sicht." Die Ausfälle von Messen und anderen Veranstaltungen wegen des Coronavirus seien nicht nur für die Aussteller und Messebetreiber schlimm. Kübler: "Da bleiben auch in Hotels und der Gastronomie die Gäste aus."

Zusammen mit dem DEHOGA-Landesverband Baden-Württemberg wünscht sich Kübler rasche und unbürokratische Entlastungen seitens der Politik für die Gastro-Szene in Zeiten des Coronavirus: "Ein Senken der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent würde schon helfen. Zumal der Staat seitens der Gastronomie derzeit sowieso wenige Steuereinnahmen hat." Verwaltungsintensive Erleichterungen wie die Möglichkeit von Kurzarbeit während der Coronakrise würden gerade kleinen Betrieben wenig helfen.

Coronavirus bedroht kleine Lokale in ihrer Existenz

Kübler: "Vor allem auf inhabergeführte Gastro-Betriebe werden durch Corona starke Probleme zukommen." Und wenn zu den Einnahmeausfällen dann auch noch aufgeschobene Renovierungsarbeiten hinzukommen, können die betroffenen Betriebe wohl dicht machen.

Zudem kämpft die Gastronomie in Baden-Württemberg und der Region Heilbronn derzeit mit einem umgekehrten Personalproblem als noch vor Kurzem. Martin Kübler erklärt: "Gerade haben wir noch nach Personal gesucht. Langfristig werden wir die Leute wohl auch wieder brauchen." Aber derzeit haben die Angestellten wenig zu tun und die Gastro-Inhaber kaum Einnahmen, um sie zu bezahlen. Und noch immer breitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiter aus. Doch langsam gibt es auch Licht am Ende des Tunnels. Denn: Mehrere am Coronavirus erkrankte Menschen aus Heilbronn sind von Corona bereits wieder geheilt.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Pixabay

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