Razzia in sechs Bundesländern

Rechte Terrorverdächtige festgenommen: Was geschah an diesem Grillplatz? 

Rechte Terrorverdächtige festgenommen - Was geschah an diesem Grillplatz? 
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Auf diesem Grillplatz in Alfdorf sollen sich die Terrorverdächtigen getroffen haben. 
  • echo24.de Redaktion
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Baden-Württemberg: Die Polizei nahm zwölf Mitglieder einer rechten Terrorzelle fest. Die Verdächtigen trafen sich zuvor an einem Grillplatz, 50 Kilometer von Stuttgart entfernt.

  • Zwölf mutmaßliche Mitglieder einer rechtsextremen Terrorzelle werden festgenommen.
  • Zum Kern der Gruppe soll auch ein Mann aus dem Raum Esslingen gehören.
  • Auf einem Grillplatz, 50 Kilometer von Stuttgart entfernt, soll sich die Gruppe getroffen haben.

Baden-Württemberg: Rechte Terrorverdächtige festgenommen - Was geschah an diesem Grillplatz? 

Update vom 18. Februar, 14 Uhr: Sie haben Terrorpläne gegen Muslime, Politiker und Asylbewerber geschmiedet. Nun sitzen sie in Untersuchungshaft. Zwölf Tatverdächtige, davon sollen vier Männer die Drahtzieher, die restlichen acht Unterstützer gewesen sein. 

Zum Pläne schmieden haben die Männer, die sich größtenteils nicht persönlich kannten, auf dem Grillplatz "Hummelgautsche" in Alfdorf, knapp 50 Kilometer von Stuttgart entfernt, getroffen, berichtet swr.de. Hier wollten sie über den Kampf gegen die Demokratie sprechen. Dabei wurden sie jedoch von einem Einsatzkommando der Polizei beobachtet.

Die rechtsterroristische Gruppe sprach darüber, wie sie am besten vorgehen solle. Bei Treffen hätten die Handys im Auto bleiben sollen, in der Gaststätte hätte man darüber nicht reden dürfen, sondern erst hinterher in Privaträumen, beschreibt ARD-Terrorismusexperte Schmidt. Die Polizei kam der Gruppe jedoch schnell auf die Schliche, sodass sie die Treffen observieren und die Verdächtigen abhören konnte. 

Baden-Württemberg: Polizei zerschlägt rechte Terrorzelle - Verdächtiger aus Esslingen dabei

Ursprungsmeldung vom 18. Februar, 6.40 Uhr: Eine rechtsterroristische Gruppe, bestehend aus zwölf Männern, soll Anschläge auf Muslime, Asylbewerber und Politiker in Deutschland geplant haben. Damit wollten sie wohl Chaos auslösen und so die Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik ins Wanken bringen. Der Generalbundesanwalt war am Freitag mit Razzien in sechs Bundesländern gegen die Gruppe vorgegangen. Seit Samstag sitzen die zwischen 31 und 60 Jahre alten Männer in Untersuchungshaft. Darunter vier mutmaßliche Mitglieder und acht mutmaßliche Unterstützer. Einer aus der Gruppe stammt aus dem Raum Esslingen

Laut dpa soll Michael B. (47) aus dem Raum Esslingen und Thomas N. (35) aus Nordrhein-Westfalen zum Kern der Gruppe gehört haben. Die Bundesanwaltschaft rechnet mit insgesamt fünf Männern. Einer wurde als Einziger nicht festgenommen. 

Baden-Württemberg: rechtsterroristische Gruppe soll sich auch im Rems-Murr-Kreis getroffen haben

Die Terrorverdächtigen sollen sich in Chats und telefonisch ausgetauscht und mehrmals getroffen haben. Der 53-jährige Werner S. aus dem Raum Augsburg soll die Treffen mit Unterstützung von dem 39-jährigen Tony E. aus Niedersachsen organisiert haben. In der Vorwoche sollen mehr als  zehn Personen aus der Gruppe im westfälischen Minden zusammengekommen sein. Das Treffen soll von  Sicherheitsbehörden mit großem Aufwand observiert worden sein. Es sollen auch Treffen in Alfdorf im Rems-Murr-Kreis stattgefunden haben, berichtet stuttgarter-zeitung.de.

Ein Verwaltungsmitarbeiter der Polizei soll im Rahmen der Durchsuchungen suspendiert worden sein, gab Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Strobl bekannt. Er soll einer der mutmaßlichen Unterstützer gewesen sein. Weitere sieben Helfer sollen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen-Anhalt gefasst worden sein. 

Ende Januar ereignete sich eine grausame Bluttat auf einem Reiterhof in Güglingen bei Heilbronn. Ein 15-Jähriger stirbt. Sein 17-jähriger Bruder wird festgenommen

Baden-Württemberg: Gruppe hatte Kontakt zu rechtsextremen Gruppierung "Soldiers of Odin" 

Der mutmaßliche Anführer der rechtsterroristischen Gruppe,  Werner S., wurde von den Sicherheitsbehörden als rechtsextremer Gefährder geführt. Bei den Durchsuchungen wurden scharfe Waffen, eine schussbereite 9-Millimeter-Pistole und selbstgebaute Handgranaten gefunden. Zudem soll die Gruppe auch konkrete Pläne gehabt haben, wie Moscheen in kleineren Städten anzugreifen. Bei den durch Behörden überwachten Gesprächen soll auch von "Kommandos" die Rede gewesen sein. Diese hätten in zehn Bundesländern zuschlagen sollen. 

Die Gruppe agierte unter dem Namen "Der harte Kern". Die Männer hatten Bezüge zu der rechtsextremen Gruppierung "Soldiers of Odin" gehabt. Deren Mitglieder tauchten im Zuge der Flüchtlingskrise auf und organisierten in der nordfinnischen Kleinstadt Kemi Straßenpatrouillen, da nach ihrer Darstellung die Polizei nicht in der Lage sei, Frauen vor Übergriffen zu schützen. Die rechtsextreme Gruppierung weitete sich auch auf andere Städte aus und lehnt Migration und Islam ab, weist aber Vorwürfe, rassistisch oder kriminell zu sein, zurück. 

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