Unter Top-Drei Deutschlands 

Laut Statistik: So reich sind die Menschen in Baden-Württemberg wirklich

  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
    schließen

Das statistische Landesamt Baden-Württemberg veröffentlichte das Pro-Kopf-Einkommen und das Einkommen der privaten Haushalte für das Jahr 2018. 

  • Statistisches Landesamt Baden-Württemberg veröffentlicht Pro-Kopf-Einkommen für das Jahr 2018. 
  • Anstieg des privaten Haushaltsgeldes
  • Baden-Württemberg gehört zu den wohlhabendsten Bundesländern. 

Baden-Württemberg: Laut Landesamt - eines der wohlhabendsten Bundesländer

Wegen des Coronavirus, das sich weiterhin in Baden-Württemberg ausbreitet, schreiben viele Firmen und Konzerne rote Zahlen. Auch bei Daimler sorgt Corona für heftige wirtschaftliche Einbrüche und zwingt den Autobauer zur Verschärfung seines Sparkurses. Aufgrund der Krise prägen solche und viele ähnliche Meldungen die Medienlandschaft in Baden-Württemberg. 

Umso erfreulicher dürfte eine Mitteilung des statistischen Landesamtes sein. Denn: Statistisch gesehen können die Menschen in Baden-Württemberg deutlich mehr Geld ausgeben oder sparen als die meisten anderen Bundesbürger. Im Ranking um das Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2018 befindet sich Baden-Württemberg in den Top drei. Demnach gehört das Land zu den wohlhabendsten Bundesländern - gleich nach Bayern und Hamburg.

Baden-Württemberg: Pro-Kopf-Einkommen über dem Bundesdurchschnitt 

Im Jahr 2018 lag das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen bei durchschnittlich 24.890 Euro, wie das statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte. Das waren fast 2.000 Euro mehr als im Bundesdurchschnitt. Auch das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Baden-Württemberg erhöhte sich im Jahr 2018 um 2,9  Prozent oder um 690 Euro je Einwohner. Das Einkommen der privaten Haushalte? Was ist das eigentlich? Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte gibt an, wie viel Geld für Konsum und Sparen zur Verfügung steht.

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner nach Bundesländern im Jahr 2018. 

Fast 700 Euro mehr im Geldbeutel? Da kann doch etwas nicht stimmen, würden einige Menschen meinen. Oder: nicht bei mir! Und tatsächlich: Angesichts der im Jahr 2018 wieder etwas höheren Teuerungsrate von zwei Prozent fiel der reale Einkommenszuwachs entsprechend geringer aus.

Baden-Württemberg:  auf knapp 275 Mrd. Euro

Insgesamt belief sich das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte im Südwesten auf knapp 275 Milliarden Euro. Das waren 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland nahm das verfügbare Einkommen um 3,5 Prozent zu. Aber woher kommt das Mehrgeld zum Shoppen und Sparen?

Wie in den Vorjahren ist der Anstieg des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte auch im Jahr 2018 im Wesentlichen auf den Zuwachs bei den Arbeitnehmereinkommen zurückzuführen. Dabei macht das Arbeitnehmerentgelt knapp 75 Prozent des Primäreinkommens. Das setzt sich wiederum aus Einkommen der Arbeit und des Vermögens zusammen. Berechnet sich das überschüssige Geld also nur aus 75 Prozent des Arbeitslohnes? Die Antwort: Nein!

Denn auch das Plus bei den empfangenen Sozialleistungen sowie die gestiegenen Einkommen aus unternehmerischer Tätigkeit und aus Vermögen tragen dazu bei. So sehe der Idealfall für das verfügbare Haushaltsgeld aus - während da nicht die Steuern und Sozialbeiträge. Denn im Jahr 2018 gab es einen deutlichen Anstieg des geleisteten Steuer- und Abgabeaufkommens, vor allem wegen der günstigen Arbeitsmarktentwicklung.

Rubriklistenbild: © Arno Burgi

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema