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Drogenmissbrauch in der Corona-Krise: Experten schlagen Alarm - Rückfall-Zahlen erschreckend

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Die Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg sorgen für viele Rückfälle im Drogenmissbrauch. Doch das ist nur ein Teil des Problems. 

  • Die Coronavirus-Pandemie sorgt in Baden-Württemberg zu vielen Rückfällen im Drogenmissbrauch.
  • Besonders folgenschwer beurteilen Experten aus der Drogenberatung die Langzeitfolgen der Krise.
  • Der internationale Tag gegen Drogenmissbrauch soll Menschen für das Thema sensibilisieren.

Drogenmissbrauch in Baden-Württemberg: Coronavirus wird zur großen Gefahr

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie inBaden-Württemberg sind in fast allen Lebensbereichen spürbar, teils mit katastrophalen Folgen. Das zeigen echo24.de-Berichte über die steigende Zahl von Straßenkindern in der Coronavirus-Zeit oder der rapide Anstieg von häuslicher Gewalt in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Die Auswirkungen der Corona-Krise - sie beschränken sich nicht nur auf soziale Brennpunkte.

Der Grund: Auch Menschen mit Suchtproblemen trifft die Coronavirus-Pandemie hart. Darauf macht aktuell die Landesstelle für Suchtfragen in Baden-Württemberg aufmerksam. Besonders besorgniserregend ist "die Zahl der Rückfälle während der Monate der Pandemie", erklärt Christa Niemeier von der Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur.

Coronavirus-Pandemie führt zu vielen Rückfällen - doch es kommt noch schlimmer 

Aber nicht nur die akuten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg machen Niemeier sorgen. Denn für sie und viele andere Experten aus der Drogenberatung ist klar: Eine Krise von dieser Größenordnung wirkt sich auf lange Sicht massiv somatisch, psychisch und sozial auf die Betroffenen aus. Und die Bezeichnung "massiv" ist in Bezug auf Menschen mit Drogen- oder Suchtproblemen nicht untertrieben.

Denn schon "gesunde" Menschen entwickeln in der Coronavirus-Zeit psychische Probleme oder Ängste. Und gerade Menschen, die ohnehin mit Drogen oder psychischen Problemen zu kämpfen haben, haben in der aktuellen Situation das Nachsehen. Darauf machen Niemeier und ihre Kollegen am internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni in Stuttgart aufmerksam.

Baden-Württemberg: Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch - das steckt dahinter

Bereits seit 33 Jahren gibt es auch in Deutschland einen internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch. Die Landesstelle selbst ist das ganze Jahr über aktiv und unterhält in Baden-Württemberg rund 100 Suchtberatungsstellen und 20 Fachkliniken. Mehr als 67.000 Menschen in Baden-Württemberg werden jährlich in einer der Beratungsstellen beraten und begleitet.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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