Panne in Test-Labor

Coronavirus in BaWü: Unbrauchbare Proben - Labor widerspricht Ministerium

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Ein privates Labor hat zahlreiche Proben nicht rechtzeitig auf das Coronavirus getestet. Diese sind nun unbrauchbar, das Labor sieht das anders.

  • Ein privates Labor hat 2.000 Coronavirus-Tests nicht rechtzeitig analysiert.
  • Zahlreichen Proben in Baden-Württemberg sind unbrauchbar.
  • Das Labor sieht das anderes.

Update, 23. März 16:19: 2000 Coronavirus-Proben sind laut dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium unbrauchbar. Oder etwa doch nicht? Denn das für die Analyse zuständige MVZ Labor in Ravensburg widerspricht jetzt der Darstellung des Ministeriums.

"Alle bei uns eingelieferten Proben werden wir schnellstmöglich untersuchen", erklärte das Labor am Montag. "Wir stellen hierzu klar, dass das Probenmaterial, wie auch von uns mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) besprochen, aus medizinischer Sicht weiterhin die Durchführung von Tests zulässt." 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lieferengpässe behoben - neue Tests nicht nötig

Die aussehenden Proben von vergangenem Montag und Dienstag aus stammen aus Corona-Entnahmestellen oder ambulanten Einrichtungen,  Proben vonRisikopatienten und stationär behandelten Patienten seien zunächst behandelt worden.

Die Verzögerung durch Lieferengpässe sei inzwischen behoben. Erneute Test wären nicht nötig. Erste Betroffene hatten sich indes schon aufgemacht, um sich erneut testen zu lassen. An der Hotline des Tübinger Landratsamtes hatten sich bereits am Montagmorgen viele Betroffene gemeldet. Das Labor bedauert die Verzögerungen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Gesundheitsministerium kritisiert Labor wegen Test

Erstmeldung 23. März: Seit langem war ein Thema in Deutschland nicht mehr so omnipräsent wie derzeit das Coronavirus. Auch die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft und das öffentliche Leben sind so extrem, wie es zuletzt nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in New York spürbar war.

Am Sonntagabend haben Bund und Länder entsprechend noch einmal die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verschärft. Bundesweit dürfen nicht mehr als zwei Personen zusammen unterwegs sein, ausgenommen hiervon sind Familien. In manchen Bundesländern gelten gar Ausgangsbeschränkungen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Labor fehlen Chemikalien für Auswertung

Dennoch werden fast täglich neue Infektionen mit dem Coronavirus bekannt, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Immer noch sind viele Tests nicht bearbeitet, weil viele Labore überlastet sind oder wichtige Chemikalien fehlen.

In einem privaten Untersuchungslabor in Oberschwaben sollen deswegen 2.000 Tests auf das Coronavirus nicht rechtzeitig bearbeitet worden sein. Wie der SWR unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtet, waren hier fehlende Chemikalien der Grund.

Coronavirus: Viele Tests aus dem Bodenseekreis betroffen

Die 2.000 Proben, die auf das Coronavirus getestet werden, sollten stammten aus den Kreisen Tübingen, Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis.  Aus dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium kam scharfe Kritik an dem Vorgehen des Labors, da zahlreiche Proben nicht mehr verwertbar seien.

Eine Möglichkeit sich testen zulassen, sind Drive-In-Zelte.

Betroffen sind Proben von Personen, die sich zwischen dem 14. und 18. März haben testen lassen. Alleine im Bodenseekreis könnten rund 350 Personen betroffen sein. Das Gesundheitsministerium ruft laut dem SWR die Menschen, die noch keine Testergebnisse haben und noch immer an grippeähnlichen Symptomen leiden, dazu auf sich bei dem zuständigen Gesundheitsamt oder einem niedergelassenen Arzt zu melden. Sie sollen nun erneut getestet werden.

Coronavirus: Gesundheitsministerium prüft, welche Teste noch verwendbar sind

Wer inzwischen keine Symptome mehr zeigt, bei dem lag mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Infektion mit dem Coronavirus vor.  Zudem werde geprüft, ob einige der 2.000 Test noch auf das Coronavirus geprüft werden können.

Rubriklistenbild: © Denis Balibouse/KEYSTONE/dpa

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