Gefahrenzone Heilbronn

Neue Info-Hotline zu Coronavirus: Heilbronner SLK-Kliniken reagieren auf Ausbreitung

SLK-Kliniken Heilbronn und die Gesundheitsämter richten eine Info-Hotline ein.
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Die SLK-Kliniken Heilbronn und die Gesundheitsämter richten eine Info-Hotline ein.
  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Die Kliniken in Baden-Württemberg und der Heilbronner Region bereiten sich auf die nächsten Coronavirus-Fälle vor. Für Heilbronn gibt es seit gestern eine Info-Hotline.

  • Bereits 20 Coronavirus-Fälle in Baden-Württemberg bekannt, zwei aus dem Raum Heilbronn. (Stand 01. März)
  • Die SLK-Kliniken in Heilbronn setzen auf die richtige Schutzausrüstung.
  • In Heilbronn gibt es seit Freitag, 28. Februar, eine Hotline für Patienten und Ärzte.

Alle aktuellen Infos zum Coronavirus in Baden-Württemberg hat echo24.de in einem Übersichtsartikel zusammengestellt.

SLK-Kliniken Heilbronn: Ab morgen gibt es eine Coronavirus-Hotline

Update, 02. März, 06.45 Uhr: Jetzt ist es so weit: Der Coronavirus ist im Südwesten angekommen. Mittlerweile sind vier Corona-Fälle in Baden-Württemberg bestätigt. Betroffen sind der Kreis Göppingen sowie ein Mann aus dem Landkreis Rottweil. Und auch Heilbronn ist nicht mehr sicher. Es gab inzwischen zwei Fälle aus dem Raum Heilbronn. Zuvor gab es wurde bereits bekannt, dass es in den SLK-Kliniken in Löwenstein zwei neue Verdachtsfälle gibt - kurz darauf konnte da jedoch schon Entwarnung gegeben werden. 

Viele Italien-Urlauber und Geschäftsreisende aus Heilbronn sind jetzt zunehmend verunsichert. Grund: Die möglichen Symptome des Coronavirus, wie Fieber, Husten oder Atemnot, können auch oft einfach nur Anzeichen einer normalen Erkältung sein. Und die ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn die Grippewelle in Baden-Württemberg hat uns noch immer fest im Griff.

Coronavirus in Heilbronn: Seit Freitag gibt es eine Hotline für Betroffene

Wer abertypische Corona-Symptome aufweist oder Kontakt zu einem Infizierten hatte, sollte sich über die notwendigen Schritte informieren. Genau dafür richten die SLK-Kliniken Heilbronn und die Gesundheitsämter aus dem Stadt- und Landkreis jetzt eine gemeinsame Coronavirus-Hotline für Heilbronn ein. Und die ist bereits ab Freitag, 28. Februar, aktiv. Unter der Telefonnummer 07131/4933333 können sich Patienten und auch Hausärzte - täglich zwischen 8 und 20 Uhr - informieren. Auch am Wochenende ist die Hotline besetzt.

Aus Heilbronn und der Region helfen dann Experten, die Fragen beantworten und darüber informieren, was im konkreten Verdachtsfall zu tun ist. Betroffen sind in Heilbronn in erster Linie Urlauber und Dienstreisende. Das Problem hier: Viele Top-Reiseziele der Deutschen sind vom Coronavirus betroffen. Allen voran Italien, Frankreich und Spanien, die als Urlaubsorte und Handelspartner sehr beliebt sind.

Viele Firmen in der Region Heilbronn haben jetzt Konsequenzen gezogen. Auch Lidl und Ziehl-Abegg aus Künzelsau untersagen jetzt alle Dienstreisen von und nach China oder Italien. Reisebüros in Heilbronn informieren mittlerweile ihre Kunden über das Coronavirus, sofern das Reiseziel betroffen ist. Klar ist jetzt: Das Coronavirus ist unlängst auch in Heilbronn angekommen.             

Coronavirus im Krankenhaus: So schützen die SLK-Kliniken in Heilbronn ihr Personal

Update, 27. Februar, 7.00 Uhr: Nach den ersten vier Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg stellt sich die Frage: Wie gut sind die Kliniken im Land vorbereitet? Und dazu zählen neben Hyginevorschriften und Quarantäne auch die Sicherheit von Pflegekräften und Ärzten. Doch wie soll sich das Klinik-Personal verlässlich schützen, wenn es weder Schutzimpfung noch Therapie gibt?

Die SLK Kliniken in Heilbronn setzten im Fall einer positiv getesteten Coronavirus-Infektion auf die richtige Schutzausrüstung. Jeder SLK-Mitarbeiter - der mit einem Infizierten in Kontakt kommt - muss seine persönliche Schutzkleidung tragen. Die umfasst einen "langärmeligen, flüssigkeitsdichten Schutzkittel sowie Handschuhe mit verlängerten Stulpen", erklärt das Heilbronner Krankenhaus gegenüber echo24.de. Zudem muss bei Kontakt mit Corona-Patienten immer ein dicht sitzender Mund-Nasenschutz mit Schutzbrille oder ein Gesichtsschutz getragen werden. In Stuttgart haben derzeit jedoch einige Kliniken mit Diebstählen von Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln zu kämpfen.

Aktuell sei man in Deutschland gut gerüstet, erklärt der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Problematisch wird es nur, wenn sich Mitarbeiter in Arztpraxen oder Krankenhäusern mit dem Virus infizieren. Verdachtsfälle, die ebenfalls isoliert werden müssen, könnten zudem den Personalmangel in den Kliniken noch verstärken.

Coronavirus im Krankenhaus: Was tun, wenn sich das Klinik-Personal ansteckt?

Ursprungstext, 26. Februar: Jetzt ist es passiert: Der erste Coronavirus-Fall hat Baden-Württemberg erreicht - und prompt folgten weitere. Erkrankt ist zunächst ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, der sich vermutlich bei seiner Italien-Reise in Mailand mit dem Virus infiziert hat. Und in Italien steigt die Zahl der Coronavirus infizierten Menschen weiter dramatisch an. 

Für Experten ist es daher nur eine Frage der Zeit, wann auch in Baden-Württemberg die Zahl der Corona-Kranken steigt. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sei Deutschland auf das Coronavirus gut vorbereitet. Hier stellt sich die Frage: Wie gut kann man sich - speziell das Klinik-Personal in Baden-Württemberg - eigentlich vorbereiten?

Coronavirus im Krankenhaus: Wie gut ist das Klinik-Personal in Baden-Württemberg geschützt?

Klar ist: Das Klinik-Personal in Baden-Württemberg ist der Gefahr am stärksten ausgesetzt. Coronavirus infizierte Menschen kommen in der Regel zwar in Quarantäne, müssen dort aber natürlich ebenso gut versorgt werden wie die Patienten auf Station. 

Fakt ist auch: Das Klinik-Personal kommt den infizierten gefährlich nah. Zwar sei man "grundsätzlich gut gerüstet" und auf eine Isolation von Kranken vorbereitet, "Aber da es anders als bei der Grippe keine Impfung gegen das Virus gibt, bekommen wir ein Problem, wenn Ärzte und Schwestern erkranken", erklärt Matthias Einwag,  Landesverbandsgeschäftsführer der Krankenhausgesellschaft in Baden-Württemberg gegenüber der dpa. Und die Grippewelle in Baden-Württemberg ist weiter auf dem Vormarsch und stellt für Pflegekräfte und Ärzte im Krankenhaus noch zusätzlich eine Belastung zum Coronavirus dar.

Und dann gibt es da ja noch den Fachkräftemangel in Krankenhäusern, der sich auch in Heilbronn und Region bemerkbar macht. Denn klar ist: Wenn sowieso schon knappes Personal in Kliniken positiv auf den Coronavirus getestet wird, muss es ebenfalls isoliert und  versorgt werden. Einwag: "Dann werde auch der Mangel an Fachkräften noch stärker spürbar werden."

Coronavirus im Krankenhaus: So könnten sichere Alternativen in Baden-Württemberg aussehen

Wie eine Alternative außerhalb vom Krankenhaus aussehen kann, zeigen die 15 China-Rückkehrer in Stuttgart, die sich mittlerweile in Quarantäne im Ateckhotel bei Kirchheim unter Teck befinden. Zwar ist von den 15 Wuhan-Rückkehrern niemand infiziert, zumeist verläuft die Coronavirus-Infektion aber sowieso harmlos. Wer nicht schwanger ist und keine Vorerkrankungen hat, hat in der Regel nichts zu befürchten. Symptome wie Fieber oder Schmerzen können mit Medikamenten behandelt werden.

Eine weitere Alternative für Baden-Württemberg findet man im Landkreis Karlsruhe. Dort sind zwei nicht erkrankte Menschen wegen Kontakt zu Coronavirus-Erkrankten in häuslicher Absonderung. Heißt: Sie dürfen ihre Wohnung nicht verlassen.

Fazit: Coronavirus-Patienten müssen isoliert werden. Man kann aber Kapazitäten schonen, indem man zum Beispiel Verdachtsfälle außerhalb von Kliniken isoliert. Kirchheim unter Teck und Karlsruhe sind gute Beispiele. Zwar bleibt für das Klinik-Personal immer ein gewisses Risiko bestehen, durch Quarantäne Maßnahmen außerhalb von Kliniken kann man aber die knappen Personal-Ressourcen in Baden-Württemberg schonen.   

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