Wird in BaWü der nächste Katastrophenfall ausgerufen?

Bayern ruft Katastrophenfall aus: Das sind die Folgen - auch für BaWü möglich?

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In Bayern wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Doch was bedeutet das? Und: Wäre es auch in Baden-Württemberg möglich?

  • Bayern hat am Montagmorgen den Katastrophenfall ausgerufen.
  • Doch was bedeutet eigentlich ein Katastrophenfall?

Droht Baden-Württemberg nach Bayern nun auch ein Katastrophenfall? 

Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich immer weiter aus. Aus diesem Grund hat Bayern als erstes Bundesland in Deutschland am Montagvormittag den Katastrophenfall ausgerufen. 

Dass so eine Maßnahme für ein ganzes Bundesland gilt, ist jedoch neu und könnte nun auch Baden-Württemberg drohen. Denn: Es ist nach Nordrhein-Westfalen und Bayern das am meisten betroffene Bundesland in Deutschland. 

Doch was ist eigentlich ein Katastrophenfall? In Deutschland wird ein Katastrophenfall vom Hauptverwaltungsbeamten, zum Beispiel vom Landrat oder Oberbürgermeister in kreisfreien Städten, ausgerufen und hat in erster Linie organisatorische Vorteile. 

Baden-Württemberg: Was bedeutet ein Katastrophenfall? 

In einem solchen Fall werden die Befugnisse der Behörden erweitert. Dann darf etwa ein Katastrophengebiet geräumt und der Zutritt verweigert werden. Er gibt auch das Recht, jeden Bürger zum Einsatz heranzuziehen, zum Beispiel in Form von Dienst-, Sach-, oder Werkleistungen. Hilfseinsätze können mit dem Ausrufen des Katastrophenfalls außerdem besser koordiniert werden. 

1.105 bestätigte Coronavirus-Fälle gibt es in Baden-Württemberg (Stand: 16. März 2020, 14.30 Uhr).

Bei Kommunen übernimmt es in der Regel das Landratsamt. Bei überregionalen Bedrohungen können Bezirksregierungen oder das Innenministerium den Kommunen helfen. Gründe für das Ausrufen eines Katastrophenfalls können sehr unterschiedlich sein und werden im Katastrophenschutzgesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt.

Baden-Württemberg: Katastrophe in jedem Bundesland anders definiert

Im bayerischen Gesetz wird eine Katastrophe wie folgt definiert: "ein Geschehen, bei dem Leben oder Gesundheit einer Vielzahl von Menschen oder die natürlichen Lebensgrundlagen oder bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß gefährdet oder geschädigt werden", berichtet sueddeutsche.de

Im baden-württembergischen Katastrophenschutzgesetz bedeutet eine Katastrophe: "ein Geschehen, das Leben oder Gesundheit zahlreicher Menschen oder Tiere, die Umwelt, erhebliche Sachwerte oder die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung in so ungewöhnlichem Maße gefährdet oder schädigt". Ob auch Baden-Württemberg zu einem Katastrophenfall ausruft, bleibt erst einmal abzuwarten. 

Klar ist aber bereits jetzt: Am Montag, 16. März, haben Bund und Länder ein Maßnahmenpaket zur weiteren Eingrenzung der Ausbreitung des Coronavirus beschlossen. Zunächst hatten die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder in enger Abstimmung die Beschlüsse abgesegnet, die bundesweit umgesetzt werden sollen. Diese Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelten auch für Baden-Württemberg.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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