Zu wenig Hilfe

Not der Obdachlosen wird immer größer - Sozialverbände schlagen Alarm 

Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg leben auf der Straße.
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Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg leben auf der Straße.
  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg verlieren ihre Wohnung und müssen ein Leben auf der Straße führen. Sozialverbände schlagen jetzt Alarm.

  •  Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg müssen auf der Straße leben.
  • Die Gründe sind vielfältig und reichen von Drogensucht über mangelnde Sozialwohnungen bis hin zu steigenden Mietpreisen.
  • Sozialverbände in Baden-Württemberg schlagen jetzt Alarm.

Not der Obdachlosen: Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg schlafen auf der Straße

Die Gründe sind vielfältig: Den einen wird wegen Eigenbedarfs gekündigt, andere können schlichtweg die steigenden Mietenin Baden-Württemberg nicht mehr bezahlen. Oft spielen auch Gefängnis, Alkohol und Drogen eine wichtige Rolle. Eines haben alle gemeinsam: Sie leben auf der Straße oder sind bestenfalls in sozialen Einrichtungen untergebracht. 

Dabei ist weder bekannt, wie viele Obdachlose es in Baden-Württemberg wirklich gibt, noch in welchem Zustand die Betroffenen leben. Besonders traurig: "Steigende Mieten treiben immer mehr Menschen auf die Straße", wie Heiner Heizmann vom Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärt. Das sich auf kurze Sicht etwas ändert scheint unwahrscheinlich. Neben Bayern gehört Baden-Württemberg nach wie vor zum absolutenSpitzenreiter in der Mietpreis-Steigerung.

Die Liga der freien Wohlfahrt bemängelt: "Konkrete Zahlen zu den Betroffenen lägen schon seit sechs Jahren nicht mehr vor". Die Zahl der Obdachlosen ist aber deutlich gestiegen, davon geht der Dachverband der baden-württembergischen Sozial- und Wohlfahrtsverbände aus.

Not der Obdachlosen in Baden-Württemberg: Jeder hat Anspruch auf Unterbringung

Als obdachlos gilt im allgemeinen jeder, der nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum oder Wohneigentum verfügt. Was dabei die wenigsten wissen:Die einzelnen Kommunen in Baden-Württemberg sind gesetzlich verpflichtet, unfreiwillig obdachlose Menschen unterzubringen - sei es in Sozialwohnungen, Mehrbettzimmern oder Sammelunterkünften. Trotzdem schlafen laut Liga tausende von Menschen in Baden-Württemberg bei Freunden, Verwandten oder auf der Straße. Ein Schritt in die richtige Richtung: In Heilbronn soll bis Ende 2021 ein neue Unterkunft für Obdachlose mit insgesamt 43 Wohnungen  entstehen

Ein wesentliches Problem sieht Sabine Oswald vom Paritätischen in Baden-Württemberg. "Es gibt keine Wohnungen. Und wenn es welche gibt, sind sie für die Betroffenen zu teuer", erklärt sie gegenüber der deutschen Presseagentur. Dabei sei gerade bezahlbarer Wohnraum das wirksamste Mittel gegen Wohnungslosigkeit. Den Bedarf an Sozialwohnungen in Baden-Württemberg schätzt Oswald auf mittlerweile500.000 Wohnungen

In Ballungsräumen in Baden-Württemberg ist die Not der Obdachlosen besonders groß

Steigende Mietpreise treiben die Zahl der Wohnungslosen in die Höhe. Besonders in Ballungsräumen seien günstige Wohnungen für Obdachlose so gut wie nicht vorhanden, erklärt die Liga in Stuttgart weiter. 

Mittlerweile konkurieren die Obdachlosen in den Baden-Württembergischen Großstädten schon mit Gruppen aus der mittleren und niedrigen Einkommensschicht. Heißt: In der Regel finden Wohnungslose dort keinen Wohnraum und müssen gezwungener Maßen auf der Straße leben - auch im Winter und an Weihnachten. Trost, Gesellschaft und eine warme Mahlzeit finden viele bei der Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige in Heilbronn. Hier, im evangelischen Gemeindehaus Friedensgemeinde, finden jährlich knapp 300 Obdachlose das, was für viele von uns selbstverständlich ist.  

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