Polizei mit neuen Erkenntnissen

Lebloser Mann in Bad Rappenau: Unterlassene Hilfestellung war ein Missverständnis!

+
Ein 71-Jähriger stirbt in Bad Rappenau. Danach gibt es sogar noch ein Missverständnis mit zwei Passanten.
  • schließen

Bad Rappenau - Ein 71-Jähriger stirbt auf offener Straße und Passanten sollen Hilfe unterlassen haben. Aber jetzt kommt raus: Es war ein Missverständnis!

  • In Bad Rappenau verstirbt am Samstag ein Mann auf offener Straße.
  • Weder Helfer noch Rettungsdienst können ihn reanimieren.
  • Unterlassene Hilfestellung war ein Missverständnis

Ein 71-jähriger Mann ist am Samstag in Bad Rappenau ums Leben gekommen. Die Polizei geht derzeit von einem natürlichen Tod aus, trotzdem wird ermittelt. Denn: Obwohl der Mann leblos auf dem Boden lag, halfen ihm offenbar leider nicht alle Passanten. Aber: Dabei handelte es sich wohl um ein Missverständnis!

Bad Rappenau: Mann leblos auf der Straße - Polizei mit neuer Erkenntnis

Update, 19. November: Nachdem am vergangenen Samstag beim Sportheim in Bad Rappenau-Fürfeld ein lebloser Mann gefunden wurde, suchte die Polizei nach den ersten Ermittlungen nach einer Ersthelferin und zwei Personen mit einem Hund. Durch ein Missverständnis bei einer Befragung hatten die aufnehmenden Polizeibeamten den Verdacht, dass Letztere keine Hilfe leisteten, obwohl sie den Mann hatten liegen sehen. Dieser Verdacht war falsch. 

Missverständnis: Spaziergänger konnte leblosen Mann nicht sehen!

Die Personen meldeten sich auch bei der Polizei und inzwischen konnte klargestellt werden, dass diese sich an einer Stelle befanden, von wo aus sie den Mann nicht sehen konnten. Auch eine bislang namentlich nicht bekannte Ersthelferin hat sich nach dem Aufruf in den Medien gemeldet und half dabei, das Missverständnis aufzuklären. Die durch mehrere Ersthelfer eingeleiteten und vom Rettungsdienst fortgesetzten Reanimierungsmaßnahmen blieben leider erfolglos, der 71-Jährige konnte nicht wiederbelebt werden.

Bad Rappenau: Spaziergänger gehen offenbar an leblosem Mann einfach vorbei

Ursprungsmeldung vom 19. November: Wie die Polizei mitteilt, lag der Mann in Bad Rappenau-Fürfeld beim Parkplatz des Sportheims. Eine Zeugin beobachtete, wie gegen 16.15 Ur zwei Erwachsene an dem Leblosen mit einem Hund vorbeigingen. Demnach sollen sie dem 71-Jährigen weder selbst geholfen, noch Hilfe gerufen haben.

Die Zeugin ging daraufhin ins Sportheim, um einen Rettungswagen zu alarmieren. Mit weiteren von ihr verständigten Gästen versuchte sie dann, den leblosen Mann zu reanimieren. Leider erfolglos. Auch der Rettungsdienst konnte den 71-Jährigen nicht wiederbeleben. 

Bad Rappenau: Mann stirbt wohl natürlichen Tod - Polizei ermittelt aus anderem Grund

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung. In diesem Zusammenhang sucht sie Zeugen, die Hinweise auf die beiden Spaziergänger mit dem Hund geben können. 

Diese sowie die Ersthelferin selbst, möchten sich mit dem Polizeiposten Bad Rappenau unter Telefon 07264/95900 in Verbindung setzen.

Unterlassene Hilfeleistung: Straftat kann hart geahndet werden

Leider gibt es immer wieder Fälle von unterlassener Hilfeleistung. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich hierbei aber um eine Straftat. Insbesondere dann, wenn wie bei dem traurigen Vorfall in Bad Rappenau, Hilfeleistung "ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist".

Das sogenannte Unterlassungsdelikt kann in schweren Fällen mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Auch Geldauflagen sind möglich.

Erst in der vergangenen Woche hatte es einen Fall von möglicher unterlassener Hilfeleistung in der Region gegeben. Ein Radfahrer hatte laut Polizei eine Elfjährige angefahren und war anschließend geflüchtet.

Ganz anders verhielt sich dagegen ein aufmerksamer Nachbar. Er hörte ein lautes Poltern und rettete durch seine anschließende Reaktion ein älteres Ehepaar.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare