Eisenwerk Würth zeigt sich kooperativ

Nach Eisenstaub-Problematik: Firma zahlt Anwohnern Reinigung

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Dieses Foto machte ein Anwohner und wies damit auf den Eisenstaub in Bad Friedrichshall hin.
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Kleinste Partikel Eisen sorgten wochenlang für Ärger in Bad Friedrichshall.

+++ Update, 14.5. +++

Ende gut, alles gut. Zumindest fast. In Bad Friedrichshall können die Anwohner des Eisenwerk Würth sprichwörtlich wieder befreit aufatmen. Der über Wochen auftretende Eisenstaub, der Häuser, Balkone und Autos verschmutzt hatte, tritt nicht mehr auf. Die Firma hatten einen Defekt verspätet bemerkt, ihn dann allerdings zeitnah behoben - und übernimmt jetzt auch die Kosten für spezielle Reinigungen. Das berichtet die Heilbronner Stimme mit Bezug auf das Eisenwerk.

Demnach sollen etwa 20 Bad Friedrichshaller von der Übernahme durch eine Umweltversicherung des Eisenwerk Würths profitieren. Eine Bestrafung mit Bußgeld gebe es vorerst nicht, zitiert die Stimme das Regierungspräsidium in Stuttgart.

Ein Foto in den sozialen Netzwerken hatte im April für Aufregung gesorgt. Ein Anwohner hatte den herumliegenden Eisenstaub von seinem Balkon mit einem Magneten aufgesammelt. Durch eine Berichterstattung unter anderem auf echo24.de war die Problematik publik - und anschließend zeitnah behoben worden.

+++ Ursprungsmeldung, 5.4. +++

Ein Foto eines Anwohners sorgte Ende März für Aufregung in Bad Friedrichshall. Es zeigte einen Magneten voller kleinster Eisenteile. Damit sei der Balkon in kürzester Zeit voll gewesen. Auch andere Bewohner bemerkten den Eisenstaub und machten sich Gedanken um eine mögliche gesundheitliche Belastung. Hinzu kam viel Dreck. Die betroffene Firma kümmere sich derzeit aber um das Problem.

Ärger um Eisenstaub: Eisenwerk Würth tauscht Filtersystem aus

"Am 19.03.2019 wurden wir von einem Anwohner der Kurze Straße auf Stäube aufmerksam gemacht, die sich auf dessen Fensterbank angesammelt hatten. Um sich ein Bild von der Situation zu machen, war ein Mitarbeiter unserer Firma direkt vor Ort", heißt es in einer Mitteilung des Eisenwerk Würths von Donnerstag. Bereits am nächsten Tag seien weitere Maßnahmen ergriffen worden.

Zuvor hatten Anwohner eine Nachbarschaftsbeschwerde angestrebt, weil der Eisenstaub bereits seit Wochen anfiel - und auch nach der Begehung durch die Firma anhielt. "Es werden bei uns aktuell alle möglichen Emissionsquellen überprüft, um eine eventuelle Ursache für die Staubbelastung zu lokalisieren. Dafür benötigen wir noch circa zwei Wochen Zeit", erklärte Geschäftsführer Joachim Vianden am Dienstag auf Anfrage von echo24.de.

Nun ging alles aber plötzlich ganz schnell. Beim Eisenwerk wurde nach eigenen Angaben Mittwoch und Donnerstag eine Revision der Anlage vorgenommen, bei der das offenbar betroffene Filtersystem ausgetauscht wurde. Die Stadt Bad Friedrichshall und das Regierungspräsidium in Stuttgart sind über die Vorgänge informiert.

Eisenstaub in Bad Friedrichshall: "Keine Hinweise, dass von diesen Stoffen gesundheitliche Gefahr ausgeht"

"Die in unserem Produktionsprozess anfallenden Stäuben sind nach EU-Recht nicht als Gefahrstoffe eingestuft und es gibt auch keine Hinweise, dass von diesen Stoffen gesundheitliche Gefahren ausgehen", erklärte Geschäftsführer Joachim Vianden gegenüber echo24.de. Dieser Umstand sei von einem unabhängigen Sachverständiger für industriellen Umweltschutz bestätigt worden.

Generell habe man bislang keine Probleme mit Metallstaub gehabt. Sollten Anwohner aber weiterhin betroffen sein, so könnten sie sich auch per E-Mail unter info@eisenwerk-wuerth.de an die Firma wenden.

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