Eine Meisterleistung

A6-Autobahnbrücke: Ein Stahlkoloss wird über den Neckar geschoben

  • Marc Thorwartl
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Weil das erste Teilstück der A6-Neckartalbrücke verschoben wird, muss die Bahnstrecke Heilbronn-Würzburg gesperrt werden. 

  • Stahlbrücke der Autobahn A6 bei Heilbronn wird verschoben. 
  • Zu Beginn werden 91 Meter der Stahlbrücke bewegt. 
  • Zugstrecke Heilbronn-Würzburg ist drei Nächte gesperrt.

A6-Autobahnbrücke bei Heilbronn: Stahlkoloss wird über Neckar geschoben

Technikfreaks und angehende Ingenieure sollten sich diesen Termin im Kalender rot anstreichen. In der Zeit von Mittwoch, 25. März, bis Samstag, 28. März, wird das erste - 91 Meter lange - Teilstück der A6-Stahlbrücke über das Neckartal in Fahrtrichtung Nürnberg jeweils zwischen 22 Uhr und 4.30 Uhr verschoben. 

Genau wie beim Bau in der Gegenrichtung wird die Brückenkonstruktion aus zwei Komponenten bestehen. Von Neckarsulm kommend wird die Stahlbrücke Stück für Stück verlängert und dann über den Neckar geschoben. Zeitgleich wird von der Autobahnabfahrt Obereisesheim her kommend die neue Betonbrücke - die alte wurde abgerissen - über das Neckartal gebaut. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, ist die A6 von Wiesloch bis zum Weinsberger Kreuz in beide Richtungen dreispurig ausgebaut und die Neckartalbrücke wird mit insgesamt 1,3 Kilometern Länge das Herzstück bilden. Gleichzeitig wird ab Freitag die A6-Brücke über die B27 zwischen Heilbronn und Neckarsulm abgerissen.

Die A6-Brücke bei Heilbronn wird mit Litzenhebern bewegt

„Das Verschieben des ersten Taktes der neuen A6-Autobahnbrücke über den Neckar ist mit am heikelsten“, erklärt Dipl. Ing. Axel Gatz vom verantwortlichen Autobahnbetreiber ViA6West. Obwohl sie das ja bereits von der nördlichen Brückenseite kennen. Denn hier muss nämlich die tonnenschwere Konstruktion über die Bahngleise der Strecke Heilbronn-Würzburg, auf der auch die Stadtbahn in Richtung Sinsheim und Mosbach fährt. Aus Sicherheitsgründen muss während der Verschiebung die Bahnlinie  komplett gesperrt werden – deshalb die Nachtarbeit im angegebenen Zeitraum. Im Minutentakt wird die Brücke an 36 Stahlseilen gezogen, bis sie auf dem ersten Pfeiler bei der Kanalstraße aufliegt.

Die Stahlkonstruktion (hier die A6-Brücke der inzwischen fertiggestellten Nordseite) wird mit der Betonkonstruktion zusammengeführt und muss noch asphaltiert werden. 2022 soll sie fertig sein. 

Um die Stahlkonstruktion anzuheben, werden Hydraulikstempel, sogenannte Litzenheber verwendet. Die kommen ursprünglich aus der Schiffsbergung. Sie können mit geringem Kraftaufwand große Lasten bewegen. Im Fall der Stahlbrücke benötigen sie eine Kraft von 300 Tonnen, um das 1.850 Tonnen schwere Teilstück anzuheben und zu bewegen. Nach der ersten Verschiebung gehen die Arbeiten an der Brücke sofort weiter. Dann werden die nächsten Stahlelemente für die nachfolgende Verschiebung zusammengeschweißt bis die Neckarbrücke in ihrer Endlage mit einer Gesamtlänge von 513,10 Meter am westlichen Neckarufer Ende 2020 im Rohbau angekommen ist. Die Fertigstellung der kompletten Brücke ist auf Frühjahr 2022 geplant. 

Rubriklistenbild: © ViA6West

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