Übernahme aller Aktien

Ärger um Aktien-Übernahme: Scheitert Volkswagens Audi-Plan?

Nach der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern kommen im Audi-Prozess in den nächsten Wochen die Angeklagten zu Wort. Foto: Stefan Puchner/dpa
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Bekommt VW doch kein grünes Licht für die vollständige Übernahme von Audi?
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Auf der Hauptversammlung von Audi wurde beschlossen, dass Volkswagen auch die restlichen Anteile übernimmt. Doch jetzt droht Ungemach!

Als Volkswagen Anfang des Jahres ankündigte, Audi komplett übernehmen zu wollen, war die Welt um uns herum noch halbwegs normal. Das Coronavirus war bereits Thema, da die ersten Fälle in Baden-Württemberg bekannt geworden waren. Doch wie sehr das Virus Deutschland treffen würde und welche Folgen das haben würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Die Audi-Hauptversammlung am 31. Juli fand nach dem Lockdown dennoch nur virtuell statt. Da Volkswagen bereits 99,64 Prozent der Aktien hielt, war eine Zustimmung zum geplanten Squeeze-Out der restlichen Kleinaktionäre nur Formsache. Um den Aktionären ein passendes Angebot zu machen, musste Volkswagen seine bayrische Tochter zunächst jedoch schätzen. Mit einem überraschenden Ergebnis.

Audi/Volkwagen: Aktionär klagt gegen Beschluss

Satte 66,7 Milliarden Euro war Audi demnach wert. Das Angebot pro Aktie betrug demnach 1.551,53 Euro, damit sollten alle beteiligten zufrieden sein. Alle Beteiligten? Nein, ein einzelner Aktionär möchte sich mit dem Beschluss nicht abfinden, wie eine Audi-Sprecherin dem Handelsblatt erklärte.

Der Anteilseigner versucht, mit einer Anfechtungsklage gegen den auf der Hauptversammlung Ende Juli getroffenen Beschluss vorzugehen. Die Verantwortlichen bei Audi hoffen nun darauf, dass der Squeeze-Out-Prozess wie geplant durchgeführt werden kann. Dazu wurde am Oberlandesgericht München bereits ein „Freigabeverfahren“ beantragt.   „Hierbei handelt es sich um ein Eilverfahren, und wir gehen von einer zeitnahen Entscheidung aus, die nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht anfechtbar und damit endgültig ist“, erklärte die Audi-Sprecherin. Einen genauen Zeitplan gibt es dabei nicht, wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, soll der Squeeze-Out ab noch in diesem Jahr durchgeführt werden.

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