Werk Böllinger Höfe

Audi R8: Von Heilbronn auf die Straßen der Welt

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Der R8 ist eines der erfolgreichste Rennautos der Welt. Gefertigt wird der Supersportler aber nicht in Ingolstadt, sondern im Audi-Werk in Heilbronn.

  • Seit 2014 wird der Audi R8 in Heilbronn gebaut.
  • Vorher war die Produktion des Supersportlers in Neckarsulm.
  • Auch im Motorsport setzt Audi auf den R8.

Audi R8: Der Supersportler aus Heilbronn

Wenn man an Audi denkt, verbindet man die Marke erstmal mit den Standorten in Ingolstadt und Neckarsulm. Hier laufen Audi Dauerbrenner von A3 bis A8 vom Band. Das aber ausgerechnet Audis Supersportwagen R8 in Heilbronn gebaut wird, geht dabei oft unter. 

Noch vom Herbst 2006 bis Ende 2014 wurde der R8 - dessen Namensgebung auf dem gleichnamigen LeMans-Rennprototyp Audi R8 beruht - von der Quattro GmbH in Neckarsulm produziert. Hier können die Kunden im Audi Forum ihren R8 abholen. Erst seit Oktober 2014 rollt der Supersportler im Audi Sport Werk in den Böllinger Höfen vom Band. Seit 2015 kommt bereits die zweite Generation des R8 auf die Straße - im Februar 2019 gab's dann noch Facelift.

Audi R8: Besondere Produktion für den Supersportler

Die Fertigung des R8 - der auf der 2003 auf der IAA vorgestellten Studie LeMans Quattro basiert - ähnelt dabei einer Manufaktur und trägt mit dem Projekt "Silver Line" dem demografischen Wandel Rechnung. Der Produktionsprozess des R8 wurde im Heilbronner Audi Sport Werk so umgekehrt, dass er erfahrene Mitarbeiter die mindestens 40 Jahre alt sind anspricht. 

Statt wie bisher nur weniger Handgriffe, führt der einzelne Mitarbeiter deutlich mehr Arbeitsschritte aus. Durch die verlängerte Taktzeit werden die Arbeitsschritte vielfältiger und ermöglichen eine gleichmäßigere körperliche Belastung. Im Jahr 2008 wurden täglich 23 Fahrzeuge von 120 Mitarbeitern gefertigt. Bis Ende 2014 liefen in Heilbronn und Neckarsulm insgesamt 26.037 Audi R8 der ersten Generation vom Band - davon 6.176 Stück in der offenen Spyder Version. 

Audi R8: Straßenauto mit den Genen eines Rennautos - gebaut in Heilbronn

Neben dem Coupe und dem Spyder produzierte die Marke mit den vier Ringen sowohl von der ersten als auch von der zweiten Generation zahlreiche Sondermodelle. Sowohl das Coupe als auch der R8 Spyder erhielten jeweils eine GT Version. Der Audi R8 GT Coupe erschien im Mai 2010 und war auf 333 Stück limitiert. Neben einem 35 PS stärkeren V10-Motor wurde der Wagen um 100 Kilogramm leichter, und ist durch das optionale "Race-Paket" auch für die Rennstrecke geeignet.  Auch der Spyder GT war deutlich leichter und auf 333 Wagen limitiert.

Bereits 2008 stellte Audi einen reine Rennversion des R8 vor, der auf den NamenAudi R8 LMS hörte und ab 2009 im Rennbetrieb zum Einsatz kam. Dieser wurde gemäß dem FIA-GT3-Reglement aufgebaut und weicht an einigen Stellen vom Serienwagen ab. Beispielsweise ist ein Allradantrieb nicht erlaubt, sodass die Rennstreckenversion des R8 einen Frontantrieb montiert bekam. Angetrieben wird der Supersportler von einem V10-Motor der 500 PS auf die Strecke bringt. Bereits 2012 wurde der Audi R8 LMS durch den R8 LMS Ultra abgelöst, der seitdem ständig weiter entwickelt worden ist. Zudem ist der R8 auch als GT4 Version für den Kundensport erhältlich.

Audi R8: Kleinserie mit Elektromotoren

Bereits für die erste Generation des Audi R8 befand sich auch eine elektrifizierte Version des Sportwagens in der Entwicklung. Dies sollte Ende 2012 unter dem Namen Audi R8 e-tron erscheinen und über zwei Elektromotoren mit 381 PS verfügen. Im November 2012 wurde das Projekt dann eingestellt, laut Audi scheiterte die Serienreife des Fahrzeugs am Zulieferer der Batterien.

Ganz aufgegeben hat Audi das Projekt indes aber nicht. Mit der zweiten Generation kam dann auch der R8 e-tron, dessen zwei Elektromotoren nun sogar 462 PS lieferten. Die Reichweite des elektrifizierten R8 - der bis Oktober 2016 gebaut wurde - betrug 450 Kilometer. Der Preis -  schlappe eine Million Euro. Vom R8 e-tron wurden weniger als 100 Fahrzeuge gebaut.

Audi R8: Weitere Sondermodelle des Supersportlers aus Heilbronn

Etwas günstiger dürfte da wohl der R8 V10 RWS (Rear Wheel Series) sein. Bei der auf 999 Fahrzeuge limitierte Serie verbaute die VW-Tochter Audi in einem Serienfahrzeug erstmals einen Heckantrieb, wodurch das Leergewicht des R8 um 40 Kilogramm sank.

Der Audi R8 V10 RWD und R8 LMS GT4 sind nur zwei der unzähligen Varianten des Supersportwagens.

Nicht in die Serien Fertigung schaffte es hingegen die 2008 in Detroit vorgestellte Studie eines R8 mit einem 6,0-Liter-V12-Dieselmotor, der 500 PS auf die Straße gebracht hätte. Nicht nur technisch hätte sich dieser von seinem Benziner-Bruder unterschieden, sondern auch optisch wirkte der Diesel-R8 untern anderem durch größere Lufteinlässe an der Front bulliger.

Rubriklistenbild: © Audi AG

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