Diesel-Skandal bei Audi

Audi-Diesel-Skandal: Anklage gegen vier weitere Mitarbeiter – einer davon aus Neckarsulm

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Bald startet der Prozess im Diesel-Skandal gegen den Ex-Audi-Chef. Jetzt wird Anklage gegen vier weitere Audi-Mitarbeiter erhoben – einer davon aus Neckarsulm.

  • Ex-Audi-Chef Rupert Stadler steht in der Diesel-Affäre ab September vor Gericht. 
  • Jetzt wird im Diesel-Skandal Anklage gegen weitere Audi-Mitarbeiter erhoben.
  • Einer davon war Hauptabteilungsleiter im Werk Neckarsulm

Audi-Diesel-Skandal: Anklage gegen vier weitere Mitarbeiter – einer aus Neckarsulm

Am 30. September soll der Betrugsprozess gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler in der Diesel-Affäre starten. Mit ihm stehen drei weitere Angeklagte vor Gericht. Doch die Ermittler arbeiten weiter – und jetzt werden vier weitere Männer angeklagt, einer davon aus Neckarsulm. 

Wie das Handelsblatt berichtet, hat die Staatsanwaltschaft München II wegen des Dieselskandals Anklage gegen vier weitere Personen erhoben. Konkret geht es um drei Ex-Vorstände und den langjährigen Dieselmotorenchef im Werk Neckarsulm. Laut SWR.de ist dieser seit acht Jahren im Ruhestand. 

Audi-Diesel-Skandal: Anklage gegen Hauptabteilungsleiter aus Neckarsulm erhoben

Den vier Beschuldigten werden Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung vorgeworfen – wie auch Rupert Stadler und den anderen Angeklagten. Das Landgericht München II muss nun entscheiden, ob es die Anklagen zulässt und es einen Prozess gibt.

Gegen den früheren Chef der Dieselmotorenentwicklung liegt demnach bereits eine Anklage aus den USA vor. Er soll dafür verantwortlich sein, dass in die Motoren von Autos von Audi, VW und Porsche unzulässige Softwarefunktion eingebaut worden war. Rupert Stadler droht auch ein weiteres Verfahren, denn es mehren sich Indizien, dass auch Benzinmotoren von Audi vom Abgas-Skandal betroffen sind. 

Audi-Diesel-Affäre: Vorstände sollen Verkauf trotz Manipulation nicht verhindert haben

Die illegale Software habe bewirkt, dass die Abgasminderung bei Tests auf dem Prüfstand besser funktioniert habe als im realen Fahrbetrieb. Laut der Anklage sind über 430.000 Fahrzeuge betroffen. Diese wurden vor allem in den USA und in Europa verkauft. 

Spätestens im Jahr 2013 soll das Wissen über die Manipulationen dann auch die Vorstände erreicht haben. Die ehemaligen Vorstände sollen den Verkauf trotzdem veranlasst beziehungsweise nicht verhindert haben. 

Diesel-Affäre: Ex-Audi-Chef Rupert Stadler ab September vor Gericht

Ende September wird in der Diesel-Affäre dem früheren Vorstandsvorsitzenden von Audi, Rupert Stadler, der Prozess gemacht. Ihm wird vorgeworfen, spätestens Ende September 2015 von den Abgas-Manipulationen bei den Dieselmotoren von Audi gewusst zu haben. Trotzdem habe er den Verkauf der Fahrzeuge nicht verhindert. 

Rupert Stadler, dem früheren Audi-Chef, wird ab Ende September 2020 in der Diesel-Affäre der Prozess gemacht. 

Fast 200 Verhandlungstage sind für den Prozess vor dem Landgericht München angesetzt, der bis Ende Dezember 2022 dauern soll. Stadler und den drei weiteren Beschuldigten drohen mehrjährige Haftstrafen. Aber nicht nur der Konzern selbst macht von sich reden. Nach einer Auswertung von Versichertendaten, kam ein Vergleichsportal zu einem eher unrühmlichen Ergebnis. Demnach seien Audi-Fahrer die größten Verkehrssünder und sammeln die meisten Punkte in Flensburg.  

Auch die Daimler AG bleibt vom Diesel-Skandal der Automobilbranche nicht verschont. Im ersten Halbjahr 2020 sind fast 2.000 neue Diesel-Klagen beim Stuttgarter Landgericht eingegangen.

Rubriklistenbild: © Pixabay Symbolbild

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