Audi-Zahlen für 2019

Diesel-Skandal und Coronavirus: Audi kämpft mit drastischen Folgen

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Diesel-Skandal und Coronavirus machen Audi Probleme. Jetzt gibt es vorerst keine Prognosen mehr.

  • Coronavirus und Diesel-Skandal stellen Audi vor große Herausforderungen.
  • Audi-Mitarbeiter bekommen für das Geschäftsjahr 2019 eine gute Prämie ausbezahlt.
  • Für das laufende Geschäftsjahr gibt es erstmals keine Prognosen vom Audi-Vorstand.

Coronavirus und Audi: Keine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr

Egal, ob kleiner Handwerksbetrieb oder großer Autobauer - die Unternehmen in der Region leiden unter den Auswirkungen des Coronavirus. Ein Ende der Pandemie? Vorerst nicht in Sicht. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen (Stand: 20. März). Allein in Baden-Württemberg sind fast 3.000 Menschen infiziert, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium bestätigt. Und auch der Autobauer aus Neckarsulm bleibt davon nicht verschont. Die Folgen: Kurzarbeit in allen deutschen Audi-Standorten und ein Produktionsstopp im Audi-Werk Neckarsulm, wie echo24.de berichtet.

Trotzdem gibt es für die Belegschaft eine erfreuliche Nachricht. Grund: Die Mitarbeiter bekommen für das Geschäftsjahr 2019 eine Prämie von rund 3.800 Euro ausbezahlt. Bram Schot, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, erklärt: Wir können zufrieden sein. Unsere operative Umsatzrendite lag in jedem Quartal 2019 über sieben Prozent und im Gesamtjahr in unserem Prognosekorridor." Heißt: Im Jahr 2019 waren die Umsätze mehr als zufriedenstellend und begünstigen damit eine Prämienzahlung.

Ebenfalls ums Geld geht es im Prozess um Ex-Audi-Chef Rupert Stadler in der Dieselskandal-Affäre. Die Staatsanwaltschaft wirf dem ehemaligen Firmenboss "Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung" vor. Die Anklage umfasst stolze 400 Seiten und erstreckt sich auf 176 Prozesstage. 

Coronavirus und Audi: Drastische Folgen aufgrund der Corona-Pandemie

Ob es in den Jahren 2020 und 2021 auch so rosig für das Unternehmen, mit den Standorten Neckarsulm und Ingolstadt, aussehen wird? Eher unwahrscheinlich. Denn nach wie vor ist der Diesel-Skandal bei Audi großes Thema. Und auch die Corona-Pandemie in der Region ist noch lange nicht ausgestanden. Erst in dieser Woche ist eine Person im Landkreis Heilbronn an den Folgen des Coronavirus verstorben, wie dasLandratsamt Heilbronn auf Nachfrage von echo24.de erklärt. 

Und gerade aufgrund dieser Auswirkungen verzichtet der Audi-Vorstand erstmals auf Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Im Rückblick auf 2019 habe es trotzdem einehohe Nachfrage nach SUV- und Oberklassemodellen gegeben, erklärt das Unternehmen in einer Mitteilung. Im aktuellen Geschäftsjahr 2020 wolle man vor allem die "Elektrifizierungsoffensive" im Unternehmen vorantreiben. In wie weit das die Auswirkungen des Coronavirus zulassen, bleibt allerdings offen.

Coronavirus und Audi: So soll es im aktuellen Geschäftsjahr weitergehen

Die Audi AG erklärt in einer Mitteilung: Das Coronavirus sei eine Ausnahmesituation für alle. Das bekommen neben den Beschäftigten auch die Aktionäre und Vorstände von Audi zu spüren. Grund: Auch auf die Jahrespressekonferenz, bei der traditionell die Audi-Zahlen öffentlich bekannt gegeben werden, wird aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr verzichtet. Schot: "Wir konzentrieren uns darauf, unsere Beschäftigten, Auftragnehmer und Gäste zu schützen", zitiert der SWR zum Coronavirus. In der aktuellen Situation sollen die richtigen, wirtschaftlichen Entscheidungen getroffen werden, sagt Schot.

Bram Schot, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, äußert sich zur Coronavirus-Pandemie bei Audi.

 

Heißt im Fazit: Wie es bei Audi in Neckarsulm in diesem Geschäftsjahr weitergeht, bleibt ungewiss. Zwar will man sich den Herausforderungen der E-Mobilität stellen, inwiefern das aber möglich sein wird, steht in den Sternen. Denn klar ist: Das Coronavirus ist branchenübergreifend ein großes Problem. Und auch Heilbronn verschärft seine Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 immer weiter. Vor allem der Audi-Standort Neckarsulm bekommt diese Auswirkungen deutlich zu spüren. Hinzu kommt der Diesel-Skandal, der noch lange nicht vom Tisch ist. Auf weitere Veränderungen im Audi-Werk Neckarsulm müssen die Beschäftigten also weiterhin gefasst sein.

Rubriklistenbild: © Pixabay/Blaschke

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