Konkrete Maßnahmen gefordert

Audi Neckarsulm: Das sind die Ergebnisse der Betriebsversammlung am Dienstag

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In Neckarsulm werden der Audi A4, A6, A7 und A8 hergestellt.
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Bei den deutschen Standorten von Audi finden in dieser Woche die letzten Betriebsversammlungen des Jahres statt.

  • Bei Audi kriselte es zuletzt - auch am Standort in Neckarsulm.
  • Mit dem Projekt "Audi.Zukunft" wurden die Weichen für die kommenden Jahre gestellt.
  • Betriebsversammlung fand am Dienstag, 10. Dezember statt.

Betriebsversammlung bei Audi - Vorsitzender fordert konkrete Maßnahmen!

Update 10. Dezember: Die Betriebsversammlung im Neckarsulmer Audi-Werk ist vorbei. Ende November haben sich der Gesamtbetriebsrat und der Vorstand bei Audi auf einen Kurs für das nächste Jahrzehnt verständigt. Das begrüßte Rolf Klotz, der Betriebsratsvorsitzende. Aber: Er verwies gleichzeitig auf die noch bevorstehende Ausgestaltung der vereinbarten Eckpunkte in 2020. Klotz: "Die letzten Monate haben uns allen viel abverlangt. Ich bin froh, dass die Ungewissheit über die Zukunft unseres Standorts nun ein Ende hat."

Als einen wichtigen Eckpfeiler der verabschiedeten Grundsatzvereinbarung sieht er die Ausarbeitung eines Masterplans zur strategischen Ausrichtung des Werks in Neckarsulm. Daran müsse man nun mit Hochdruck arbeiten - Klotz: "Wir haben ein gutes Fundament für das nächste Jahrzehnt geschaffen. Darauf aufbauend muss Audi nun auch ein konkretes Konzept für unsere Technische Entwicklung am Standort vorstellen." Von kurzfristigem Sparen" hält der Betriebsratsvorsitzende indes wenig, vor allem um dem Anspruch "Vorsprung durch Technik" neues Leben einzuhauchen, sei es der falsche Weg. 

Audi Neckarsulm: Fond für E-Autos 

Aufgrund dessen soll bis 2025 ein 300 Millionen Euro Fonds als finanzielle Basis für die Fertigung von E-Autos in Neckarsulm eingerichtet werden. Das würde auch die Auslastung des Standorts sichern, ihn flexibel für die Zukunft machen und damit wirtschaftlicher, sagte Göbel.

Konkrete Maßnahmen seien aber auch für die Produktion am Standort nötig. Über die letzten drei Jahre war das Werk in Neckarsulm nur zu etwas mehr als 60 Prozent ausgelastet. "Das wird sich in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht wesentlich bessern", befürchtet Klotz und fordert deshalb: "Wenn das Unternehmen den Absatz unserer Modelle nicht steigern kann, erwarten wir Lösungen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in den produzierenden Bereichen." 

Bei Kaufhof und Karstadt sind die Mitarbeiter derzeit übrigens ebenfalls nicht immer zufrieden. Die Gewerkschaft Verdi ruft deshalb am 12. Dezember zu einem Streik auf. Betroffen ist auch die Filiale in Heilbronn.

Audi Neckarsulm: Betriebsversammlung am Dienstag nächster Fingerzeig

Update, 9. Dezember: Erst kriselte es ordentlich, dann feierten Betriebsrat und Management von Audi die Ergebnisse ihrer Verhandlungen gleichermaßen als Erfolg. Denn mit der getroffenen Vereinbarung sehen beide Seiten eine gute Zukunftsperspektive für die deutschen Standorte des Autokonzerns. Bei Betriebsversammlungen in Ingolstadt und Neckarsulm könnten nun weitere Details zu den Plänen bekannt werden.

Bereits am heutigen Montag findet die letzte Betriebsversammlung für 2019 in Ingolstadt statt. Nur einen Tag später dann gleiches Spiel am Standort Neckarsulm. Um letzteren hatte es in den letzten Wochen vor allem auch in der Region immer wieder Diskussionen gegeben, weil Unklarheit über die Produktionsausrichtung herrschte.

Audi-Standort Neckarsulm mit starken Auslieferungszahlen - ein gutes Zeichen? 

Update 06. Dezember: Es ist eines DER Themen im letzten Halbjahr 2019: Bei Audi sollen deutschlandweit 9.500 Stellen abgebaut werden. Auch der Standort Neckarsulm ist wohl davon betroffen. Aber: In einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung steht, dass die Auslieferungszahlen von Audi im November gestiegen sind. Vor allem die Oberklasse-Modelle sind wohl wieder gefragt. Ein Lichtblick im momentanen Grau der Autoindustrie. So hat Audi im Vergleich zum Vorjahr im November weltweit +23,1 Prozent Autos ausgeliefert. In Europa ist die Steigerung sogar bei 33 Prozent. Und Neckarsulm? Dort werden das Modell A4 sowie die Oberklassen-Modelle A6, A7 und A8 gebaut. 

Da der A4 auch in Ingolstadt angefertigt wird, konnte Audi bei diesem Modell nichts zu den genauen Zahlen aus Neckarsulm sagen, aber: Der Audi A8 hat um 14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zugelegt. Geschwächelt hat der A7, dessen Auslieferungszahl um 32,7 Prozent sank. Der A6 blieb auf demselben Niveau wie im November 2018, so die Presseabteilung von Audi gegenüber echo24.de. Dieser Trend ist auch im bisherigen Jahresverlauf 2019 in Neckarsulm zu sehen. Von Januar bis November wurden der A6 (11,8 Prozent) und der A8 (12,8 Prozent) öfters ausgeliefert als 2018. Der A7 ging um 8,9 Prozent zurück. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen für den Standort in Neckarsulm. 

Audi in Neckarsulm: Sichert dieser Plan die Zukunft des Standorts?

Stellenstreichungen, Diesel-Rückrufe, Zukunftsplanungen - der Umbruch in der Automobilbranche ist bei Audi ganz deutlich zu spüren. Am Standort Neckarsulm herrschte zuletzt Unsicherheit wie das Werk sich in den kommenden Jahren in dieser Entwicklung aufstellen will. Hierbei wurde vor allem eins diskutiert: der Plan in Sachen Elektromobilität. Doch es gibt noch einen anderen Zweig, den Audi in Neckarsulm nach eigenen Angaben vorantreiben will. Könnte dieser den Standort erstarken lassen?

Glaubt man einigen Forschern, ist die Entwicklung und Produktion von E-Autos nämlich gar nicht zwingend der Weg für die Zukunft der Autoindustrie. Stattdessen sehen laut tz.de* viele inzwischen Wasserstoff als den viel sinnvolleren und effektiveren Antrieb für Autos. Und hier ist der Standort Neckarsulm im Volkswagen-Konzern in der "Lead-Funktion", wie Pressesprecher Sebastian Neumair gegenüber echo24.de erklärt.

Audi in Neckarsulm: Wasserstoff als Antrieb der Zukunft?

"Die Brennstoffzellenkompetenz in Neckarsulm wird weiter ausgebaut. Es gab ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm zur Brennstoffzellenentwicklung", sagt Neumair. Das Team hierzu bestehe zu 60 Prozent aus internen Mitarbeitern. Diese seien auch in Kooperation mit der Hochschule Mannheim weitergebildet worden. Derzeit suche Audi zudem weitere Experten - sowohl in- als auch extern.

Parallel gäbe es bereits klare Pläne für die Entwicklung von Wasserstoffautos. Neumair: "Wir planen einen Oberklasse-SUV mit Brennstoffzelle in Form einer Kleinserie ab Anfang des kommenden Jahrzehnts. Die Entwicklungsarbeiten zum Serienstart der h-tron-Kleinserie verlaufen planmäßig. Der Prototypenbau hat bereits begonnen, ebenso wie die ersten Erprobungsfahrten." Alles am Standort Neckarsulm.

Audi und Hyundai: Kooperation in Sachen Brennstoffzelle

Bereits seit zwanzig Jahren ist Wasserstoff bei Audi Thema. Das Problem: Ein Serienmodell sprang dabei bislang nicht rum. Dies könnte sich allerdings tatsächlich zeitnah ändern. 2018 einigte sich Audi mit Hyundai auf einen Patenttausch in Sachen Brennstoffzelle. Und das könnte den entscheidenden Anstoß geben.

Hyundai produziert mit dem Nexo nämlich bereits die zweite Generation eines Brennstoffzellen SUVs. Laut echo24.de-Informationen verkauft sich der Wagen trotz noch eher schlechter Infrastruktur gut. Auch, weil der Preis dank Subventionen bei "nur" 69.000 Euro liegt.

Sollte Audi hier zeitnah nachziehen, könnte das tatsächlich ein innovativer Weg für einen starken Standort in Neckarsulm sein. Denn gerade bei Nutzfahrzeugen wird Wasserstoff oft als unerlässlicher Antrieb eingestuft. Und in China - immerhin der weltgrößte Automarkt - ist das Thema ohnehin längst fester Bestandteil der Zukunftsplanung. 

Audi: Rückruf von 90.000 Fahrzeugen als Chance für die Zukunft?

Update vom 2. Dezember: Es war die x-te Hiobsbotschaft in nur wenigen Tagen. Am vergangenen Donnerstag wurde durch einen Bericht des Bayrischen Rundfunk klar, dass VW und Audi auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) erneut Tausende Diesel-Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen müssen. Nach dem wochenlangen Streit um mögliche Stellenstreichungen und die Zukunft der deutschen Audi-Werke sicher nicht nur für Kundern, sondern auch Mitarbeiter ein weiterer Schlag. Audi will den Diesel-Skandal aber als Chance für die Zukunft sehen.

Vom Diesel-Skandal und dem damit einhergehenden Rückruf bei Audi sind laut eigenen Angaben allein im November insgesamt rund weitere 90.000 Fahrzeuge betroffen. Das KBA hatte am 5. November den Rückruf der Modelle A4 und A6 aus den Jahren 2004 bis 2009 angeordent, in denen ein V6-2.7l-TDI-Motor verbaut ist. Audi-Schätzungen zufolge sind hiervon etwa 40.000 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Etwa 50.000 weitere sind von einer weiteren KBA-Anordnung vom 20. November betroffen. Hier gelte der Rückruf laut Audi für A4, A6 und A8 mit V6-3.0l-TDI-Motor, die zwischen 2003 und 2009 gebaut wurden.

Audi: Diesel-Skandal betrifft inzwischen rund 262.000 Autos

Der erneute Bescheid des KBA ist der nunmehr elfte seiner Art für Audi. Wie der Konzern auf echo24.de-Anfrage mitteilt, sind mittlerweile rund 262.000 Diesel-Fahrzeuge in Deutschland von den Rückrufen betroffen. Bei 97.000 Fahrzeugen sei inzwischen eine freigegebene Software aufgespielt worden. Für weitere 47.900 Autos liege eine Freigabe des KBA vor. Heißt aber auch: 45 Prozent der Rückrufe haben die Freigabe für eine technische Lösung bislang nicht erhalten. 

"Auch für diesen Rückruf wird Audi dem KBA eine geeignete technische Lösung vorstellen. Nach deren Freigabe wird Audi die Kundenfahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen. Audi steht hinsichtlich der Abarbeitung mit dem KBA in enger Abstimmung", erklärte Audi-Kommunikations-Sprecher Dr. Wolfgang Schmid auf echo24.de-Nachfrage zur aktuellen Situation.

Audi: Diesel-Skandal als Chance für die Zukunft?

Doch während Bosch und viele Zulieferer mit dem Umbruch in der Automobilindustrie zu kämpfen haben, sieht man bei Audi offenbar auch eine Chance in der Dieselkrise. Schmid: "Audi nutzt diese konsequent zur Erneuerung." Das zeige die Planung in Sachen Elektrifizierung. Audi habe sich hier vorgenommen "in den kommenden fünf Jahren eine Gesamtsumme von rund 37 Milliarden Euro für Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie Sachinvestitionen" bereitszustellen. 

12 Milliarden Euro sollen demnach allein für Elektromobilität verwendet werden. Vom Projekt "Audi.Zukunft" sollen laut des Autokonzerns alle langfristig profitieren. "Die Vereinbarung sorgt an allen deutschen Standorten für Sicherheit. Sie steigert die Wettbewerbsfähigkeit und stellt die Weichen für die Transformation, beispielsweise von der Verbrennerwelt ins Elektrozeitalter – auch in Neckarsulm", erklärt Schmid. Das Audi-Werk stand zuletzt besonders im Fokus. Nicht zuletzt, weil der Betriebsrat hier bei einer Informationsveranstaltung deutlich Kritik an der Führung des Konzerns geübt hatte.

Audi: Manipulation bei Diesel-Software als Weckruf

Mit der erneuten Rückruf-Anordnung des KBA dürfte die Kritik auch außerhalb der Reihen des Automobilriesen erneut laut werden. Wie der BR berichtet, zeige der erneute Bericht, "dass Audi schon ab 2003 bei Dieselautos offenbar flächendeckend manipuliert hat". 

Sind die Entdeckung der Schummel-Software und die Aufklärung des Diesel-Skandals für das Unternehmen nun tatsächlich ein Weckruf und damit wirklich eine Chance auf einen Neustart in der Zukunft mit sauberen Fahrzeugen? Für viele muss die Automobilbranche ihre Glaubhaftigkeit in dieser Richtung wohl erst einmal wieder herstellen.

Audi Neckarsulm: Heilbronner Bundespolitiker beziehen Stellung zur Situation

Update vom 28. November: Seit Anfang dieser Woche ist klar: Der Betriebsrat und das Management von Audi konnten sich einigen. Das sind jedoch nicht nur gute Nachrichten. Denn: Etwa 9.500 Stellen sollen deutschlandweit abgebaut werden - zumindest soll dies sozialverträglich ablaufen. Auch das Neckarsulmer Werk wird davon betroffen sein, 1.500 Stellen könnten wegfallen.

SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic äußert fordert Zusammenarbeit in der Audi-Krise

Die Situation bei Audi betrifft und beschäftigt Menschen deutschlandweit, die Heilbronner Region ist im Besonderen davon betroffen. Der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic äußerte sich in einer Pressemitteilung zur Grundsatzvereinbarung: "Ich begrüße es, dass es dank der starken Arbeitnehmervertretung bei Audi gelungen ist, die Beschäftigungsgarantie bis 2029 zu sichern. Dennoch brauchen wir jetzt dringend einen regionalen Gipfel, um die Beschäftigungssicherheit in der Automobilbranche entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die Region Heilbronn-Franken zu diskutieren und für die Zukunft auszurichten."

Dabei macht Juratovic sehr deutlich, wie es seiner Meinung nach in der Audi-Krise weitergehen muss. Juratovic: "Ich erwarte, dass die Arbeitgeberverbände in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften aktiv werden und alle politisch relevanten Kräfte an einen Tisch holen. Dies sind für mich Bund, Land und Kommunen – wir müssen jetzt in der Region geschlossen für die Region handeln."

Audi Neckarsulm: CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm fordert Unterstützung

Auch der Heilbronner CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm bezieht zum Audi-Standort Neckarsulm Stellung - und weist besonders darauf hin, Kapazitäten in Deutschland zu sichern: "Die Beschäftigungssicherung bis 2029 ist ein Erfolg für den Betriebsrat. Entscheidend ist, dass das Werk Neckarsulm neben Ingolstadt eine Perspektive für die Elektrifizierung erhalten hat. Die Bundesregierung muss den Transformationsprozess in der Automobilindustrie unterstützend begleiten. Dabei ist jedoch genauestens darauf zu achten, dass er nicht dazu ausgenutzt wird, um Kapazitäten in Deutschland abzubauen und ins Ausland zu verlagern."

Doch nicht nur bei Audi kriselt es derzeit. Der Bosch-Betriebsrat befürchtet einen weiteren Stellenabbau. Und auch dem Knorr-Werk in Heilbronn könnte eine Schließung drohen. 

Stellenabbau bei Audi: Deutschlandweit werden 9.500 Stellen  gestrichen

Update vom 26. November: Audi-Betriebsrat und Management sind offenbar zu einem Ergebnis gekommen. Aber es gibt eine schlechte Nachricht: Die Zahl der Stellen, die in Deutschland abgebaut werden könnten, liegt nicht wie geschätzt bei 4.000 bis 5.000 Stellen. Sie ist gestiegen. Wie handelsblatt.com berichtet, könnten nach Informationen aus Konzernkreisen 9.500 Stellen abgebaut werden! 

Audi: 2.000 neue Jobs werden geschaffen 

Das Ganze soll zumindest sozialverträglich ablaufen. Betriebsbedingte Kündigungen sind dabei ausgeschlossen. Und was bedeutet das für das Audi-Werk in Neckarsulm? Offenbar sollen die 50.000 Angestellten in den Stammwerken Ingolstadt und Neckarsulm eine Beschäftigungsgarantie bis 2029 erhalten. Das Unternehmen soll derzeit die Mitarbeiter informieren.

2.000 neue Jobs solllen außerdem in den Bereichen Elektromobilität und Digitalisierung geschaffen werden. Auf Anfrage von handelsblatt.de wollte das Unternehmen die Informationen nicht kommentieren. 

Audi Neckarsulm: 1.500 Stellen könnten wegfallen

Update vom 25. November: Wie geht es weiter mit dem Audi-Werk in Neckarsulm? Der Audi-Vorstand und der Betriebsrat führen derzeit Gespräche und wollen um die Zukunft kämpfen

300.000 Audi-Fahrzeuge rollen in Neckaruslm jährlich vom Band. Eigentlich. Jetzt sollen es nur 225.000 sein. Weniger Autos bedeutet aber auch: weniger verfügbare Arbeitsplätze. Ein Abbau von 4.000 bis 5.000 Stellen in den deutschen Werken, davon allein 1.500 in Neckarsulm, ist dann möglich. Eine offizielle Bestätigung der Zahlen liegt aber noch nicht vor. Die Verhandlungsgespräche laufen derzeit noch, berichtet swr.de

Audi Neckarsulm: Betriebsrat kann Scheitern nicht ausschließen

Der Neckarsulmer Betriebsrat ist wenig kompromissbereit, was Einschnitte im Lohn, Jahresprämie und Erfolgsbeteiligung angeht. Man hofft stark auf eine Einigung, ein Scheitern kann der Betriebsrat trotzdem nicht ausschließen. Offiziell ist aber, dass die Audi-Chefs sich mit der Mitarbeitervertretung noch bis Ende des Jahres einigen muss. 

Audi-Mitarbeiter demonstrieren in Stuttgart

Update vom 22. November: Am heutigen Freitag protestierten tausende Beschäftigte von Audi, Daimler, Bosch und weiteren Unternehmen gegen die drastischen Sparpläne der Automobilindustrie. Einige tausend Mitarbeiter gingen in der Landeshauptstadt auf die Straße, um ihren Unmut zu äußern. Die Kundgebung in der Innenstadt stand unter dem Motto "Jobabbau? Zukunftsklau? Halbschlau!" Aufgerufen hierzu hatte die IG Metall, die sich über die Teilnahme von rund 15.000 Demonstranten wohl freuen dürfte.

Audi Neckarsulm: viele Unternehmen sind von miserabler Lage betroffen

"Wir fordern sichere Beschäftigung im Wandel und wollen unsere Zukunft mitbestimmen", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Baden Württemberg, Roman Zitzelsberger, laut DPA. Und er fügte hinzu: "Alle Arbeitgeber müssen wissen: Zukunftsgestaltung geht nur gemeinsam." Für ein mulmiges Bauchgefühl sorgt derzeit die Tatsache, dass so viele Unternehmen von der aktuell sehr schlechten Wirtschaftslage betroffen sind. Laut IG Metall gebe es allein in Baden Württemberg um die 160 Betriebe aus der Branche, die Einschnitte planen.

Audi: Drei neue Vorstände für 2020

Update vom 21. November: Im Vorstand von Audi tut sich etwas. Im kommenden Jahr werden drei Neue in den Vorstandsreihen Platz nehmen. Auch eine Frau wird das Vorstandsteam bei Audi verstärken. Zum 1. März wird Dr. Arno Antlitz neuer Chief Financial Officer. Zuvor war er bei VW für die Erarbeitung und Umsetzung des Zukunftspakts sowie der Turnaround-Pläne in den Regionen zuständig. 

Am 1. April beginnt Dirk Große-Loheide seine Arbeit als Beschaffungsvorstand bei Audi. Er übernimmt den Posten von von Dr. Bernd Martens. Im VW-Konzern arbeitet Große-Loheide bereits seit 28 Jahren. Ebenfalls am 1. April tritt Dr. Sabine Maaßen ihren Dienst im Audi-Vorstand als Vorständin für Personal und Organisation an. So arbeitet momentan noch als  Chief Human Resources Officer bei thyssenkrupp. Zuvor arbeitete sie im Vorstand der IG Metall.

Neue Vorstände bei Audi: Welche Auswirkungen für Standort Neckarsulm?

Wie sich die neue Personalie im Audi-Vorstand auf den Standort Neckarsulm auswirken wird, zeigt sich dann wahrscheinlich im kommenden Jahr. Vor allem bleibt die Frage weiterhin ungeklärt mit welchem Konzept die Zukunft des Audi-Standorts in Neckarsulm gesichert werden soll. 

"Audi stellt sich neu für die Zukunft auf. Jetzt kommt es für den neuen Vorstandsvorsitzenden Markus Duesmann und sein zukünftiges Team darauf an, Vorsprung durch Technik zur unmissverständlichen Handlungsmaxime bei Audi zu machen. Dies muss der Anspruch der Audi-Führung sein", sagte Dr. Herbert Diess, Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG, zu der neuen Personalie.

Audi in Neckarsulm: Das ist der Stand in Sachen E-Autos

Update vom 20. November: Im Rahmen der gestrigen Veranstaltung des Betriebsrats am Audi-Standort Neckarsulm wurde deutlich, dass Mitarbeiter, Vertreter und auch Führung grundsätzlich die Zukunft im Ausbau der Elektromobilität sehen. Doch genau in diesem Punkt gab es zuletzt auch viel Verunsicherung, weil ein innovativer Weg fehlte. Stattdessen waren bereits getroffene Zusagen seitens des Vorstands wieder zurückgenommen worden. Den aktuellen Stand in Sachen E-Autos bei Audi in Neckarsulm hat der Betriebsrat deshalb nun noch einmal zusammengefasst.

"Ende 2017 wurden zwei volumenstarken E-Modelle für den Standort Neckarsulm zugesagt. Zwischenzeitlich wurde auf ein E-Modell reduziert", heißt es in einer Mitteilung im Nachgang zur Infoveranstaltung. Demnach wäre immerhin ein E-Auto ab 2021 in Neckarsulm produiziert worden. Doch auch dieses habe der Vorstand von Audi Anfang 2019 in Frage gestellt.  

Audi Neckarsulm: Plattformstrategie versus Elektromobilität?

Favorisiert wird vom Vorstand stattdessen laut Betriebsrat eine sogenannte Plattformstrategie. Hiernach würde der Standort Ingolstadt zukünftig E-Modelle produzieren, Neckarsulm dagegen nur Verbrennungsautos. "Ein für Neckarulm geplantes Verbrenner-Modell, das die derzeit schlechte Auslastung verbessern soll, käme frühestens 2023. Eine Verbesserung der Auslastung ist bis dahin nicht zu erwarten", erklärt der Betriebsrat aber die Befürchtungen, dass auch mit dieser Strategie keine langfristige Sicherung des Standorts gegeben sei. 

Audi-Werkleiter Helmut Stettner geht dagegen davon aus, dass es "selbstverständlich" langfristig eine Elektrifizierung am Standort Neckarsulm geben wird. Auch in einem Gespräch zwischen Vorstand, Werks-, Personal- und Betriebsleitung mit den Oberbürgermeistern Harry Mergel (Heilbronn) und Steffen Hartwig (Neckarsulm) war dieser Plan und damit die Bedeutung von Neckarsulm für Audi auch zukünftig unterstrichen worden.

Audi: Neckarsulm tatsächlich Standort für vollelektrischen Audi e-tron GT?

Dort hatte es noch im Oktober in einer Pressemitteilung geheißen: "Bereits heute investiert die Marke in den Standort, der der erste deutsche ist, bei dem mit dem Audi e-tron GT ein vollelektrisches Auto vom Band laufe." Zudem sei Neckarsulm mit dem Kompetenzzentrum für die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle als alternativem Antrieb und dem Leichtbau bereits heute ein Innovationstreiber im Volkswagen Konzern.

Dieses fortschrittliche Denken forderte der Betriebsrat auch gestern ausdrücklich, um nicht weiterhin hinter dem Trend herzuhinken. Diese bittere Erfahrung habe man bereits bei Geländewagen machen müssen, schreibt die Stuttgarter Zeitung. Auch hier ging Neckarsulm bislang leer aus, obwohl die Autos bei Kunden ganz oben auf der Wunschliste stünden. 

Audi: Betriebsrat fordert feste Zusicherung für E-Autos in Neckarsulm

Der Betriebsrat Neckarsulm fordere deshalb, das ab sofort Maßnahmen in Richtung Elektromobilität in Neckarsulm ergriffen würden. Dass zum Beispiel "die nötigen Investitionen zur Einrüstung von E-Modellen in Neckarsulm abgesichert werden, quasi in Form eines Bausparvertrags." Die Vorbereitungen zur Produktion könnten demnach dann ab 2025/26 erfolgen und zwei Jahre später auch tatsächlich E-Autos in Neckarsulm vom Band rollen. 

Sind E-Autos nun in Neckarsulm geplant oder nicht? Bei Audi scheint darüber derzeit noch keine Klarheit zu herrschen. Bei den Gespärchen zum Projekt "Audi.Zukunft", das derzeit von Vorstand und Betriebsrat geplant wird, ist das also sicher eins der wichtigsten Themen auf der Agenda.

Audi: Betriebsrat übt wegen Werk in Neckarsulm deutliche Kritik an Vorstand

Update vom 19. November: Bei einer Veranstaltung hat der Betriebsrat von Audi heute die Belegschaft über seine Sicht auf die Zukunft des Werks in Neckarsulm informiert. Der Betriebsrat übte dabei deutliche Kritik an der Führung von Audi und stellte klare Forderungen für eine sichere Perspektive der Mitarbeiter in Neckarsulm.

Rund 5.000 Beschäftigte nahmen laut einer Mitteilung des Audi-Betriebsrats an der Informationsveranstaltung am Standort Neckarsulm teil. Sie seien aufgrund von "Schichtstreichungen und offenen Modellentscheidungen seit Monaten verunsichert", erklärte der Betriebsratsvorsitzende von Audi, Rolf Klotz.

Audi Neckarsulm: Belegschaft wegen unklarer Zukunft verunsichert

Der Vorstand des Autokonzerns hatte Anfang 2019 bereits zusgesagte Perspektiven für die Produktion in Neckarsulm wieder in Frage gestellt. Seitdem mehrte sich zuletzt die Beunruhigung um eine sichere Zukunft der 17.000 Beschäftigten.

Betriebsratsvorsitzender von Audi, Rolf Klotz.

Eigentlich war vorgesehen, dass in Neckarsulm zukünftig zwei E-Modelle produziert werden sollten. Ob es dazu kommt, ist derzeit aber fragwürdig. Auch das eigentlich angepeilte Ziel von 300.000 gebauten Fahrzeugen im Jahr wird bereits das dritte Jahr in Folge um mehr als ein Drittel unterschritten. 

Audi-Betriebsrat mit klaren Forderungen für Neckarsulm: "Brauchen Antworten"

"Wir brauchen endlich Antworten zur Perspektive des Standorts und Stabilität in unserem Unternehmen", betonte Klotz deshalb. Der Betriebsrat kämpfe für eine Verlängerung der Beschäftigungsgarantie und belastbare Vereinbarungen. Einen Personalabbau werde es, "wenn überhaupt, nur sozialverträglich" geben.

Parallel übte Klotz deutliche Kritik an den Zukunftsplänen des Audi-Vorstands. Die Ankündigung einer möglichen Absenkung der Werkkapazitäten sei völlig losgelöt von der aktuellen Auslastung in Neckarsulm zu betrachten, weil die Planungen des Vorstands erst in einigen Jahren gelten würden.

Audi Neckarsulm: Betriebsrat übt deutliche Kritik an Vorstand

Hierfür sei aber noch völlig unklar, wie der Automarkt dann insgesamt aussähe. "Damit steht für uns fest, dass es sich um reine Sparmaßnahmen ohne strategischen Weitblick handelt", erklärte Klotz.

Die einzige Lösung für die Zukunft sieht der Audi-Betriebsrat demnach im "sofortigen Einstieg in die Elektromobilität", wie es in der Mitteilung heißt. "Anstelle von verstaubten Konzepten wie Personal- und Entgeltkürzungen brauchen wir Zukunftsperspektiven für die hiesigen Standorte und ihre Beschäftigten", bekräftigte auch Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg.

Neckarsulm: Streitpunkt E-Autos - Werkleiter hat kein Verständnis für "Schwarzmaler"

Nur mit Elektrifizierung könne demnach eine langfristige Perspektive geschaffen werden. Zitzelsberger sagte deshalb: "Wenn sich Unternehmen bereits zu Beginn der Transformation aus der Verantwortung stehlen, ist es die Aufgabe von Gewerkschaft und Beschäftigten, für einen gerechten Wandel einzustehen." 

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg.

Dass zuletzt im Bezug auf die Elektromobilität düstere Spekulationen kursierten, kann Audi-Werkleiter Helmut Stettner gegenüber echo24.de allerdings nicht nachvollziehen: "Selbstverständlich gehen wir hier am Standort davon aus, dass die Elektrifizierung langfristig erfolgen wird. Insofern habe ich keinerlei Verständnis für Schwarzmaler, die unseren Standort klein reden wollen."

Audi: Zukunft in Neckarsulm mit E-Autos schon gesichert?

Derzeit seien Vorstand und Arbeitnehmervertretung in Gesprächen zu "Audi.Zukunft". Ziel sei ein Gesamtkonzept, das gleichermaßen Sicherheit, Beschäftigung, Profitabilität und Flexibilität beinhaltet. Stettner: "Wir befinden uns heute schon mit den Plug in-Hybriden und den Mild-Hybriden der Modelle A6, A7 und A8 in der ersten Stufe der Elektrifizierung. Zudem rollt ab 2020 in Neckarsulm der vollelektrische Audi e-tron GT hier vom Band."

Als Kompetenzzentrum für die Brennstoffzellenentwicklung im Volkswagen-Konzern arbeite man zudem an einem der wichtigsten alternativen Antriebe der Zukunft. "Die ersten Prototypen fahren bereits auf unseren Teststrecken", erklärt Stettner. Langfristig solle auch die Auslastung bei Audi in Neckarsulm wieder steigen.

"Wir wollen den Standort zukunftsorientiert und nachhaltig ausrichten. Nachhaltigkeit heißt für uns, dass wir ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen.", erklärt Stettner. "Entscheidend dabei ist, dass wir unseren Standort so flexibel aufstellen, dass wir auf Anforderungen der Märkte optimal reagieren können. Sollte die Elektromobilität sich also beispielsweise schneller durchsetzen, als geplant, sind wir vorbereitet."

Audi bekommt einen neuen Chef - und Neckarsulm? 

Update vom 15. November: Audi bekommt einen neuen Chef! Bram Schot muss seinen Posten räumen, für ihn übernimmt ab 1. April 2020 Markus Duesmann, der bis Juli vergangenen Jahres noch Mitglied des Vorstandes der BMW AG war. Schot hingegen scheidet komplett aus dem Unternehmen aus, also auch aus dem Konzernvorstand. Diess: "Bram Schot hat die Führung von Audi in einer schwierigen Zeit übernommen, die Geschäfte sehr erfolgreich geleitet und wichtige Veränderungen angestoßen. Dafür danken wir ihm ausdrücklich."

Jetzt ist es an Markus Duesmann mit seinem neuen Team Audi richtig auf die Zukunft einzustellen.

In der Aufsichtsratssitzung von VW wurde zudem über die Investitionen der kommenden Jahre gesprochen. So will der Konzern von 2020 bis 2024 rund 60 Milliarden Euro in Elektromobilität und Digitalisierung stecken. Wie die "Heilbronner Stimme" schreibt, sollen bis 2029 bis zu 75 reine E-Modelle und zirka 60 Hybridfahrzeuge am Markt sein. In Neckarsulm soll nun wohl die nächste Generation des A4 gebaut werden. Erst 2026/27 soll die zweite Generation des Q4 E-Tron in Neckarsulm gebaut werden.

Audi Neckarsulm: Verhandlungen laufen wohl besser als gedacht

Update 14. November: Bei Audi laufen derzeit Verhandlungen über die Zukunft der Standorte Neckarsulm und Ingolstadt - offenbar besser als erwartet, berichtet swr.de

Zuvor bestand der Betriebsrat erst auf Klarheit, wie die Einführung von Elektromodellen in Neckarsulm und Ingolstadt aussehen soll. Auch wie es um die künftigen Werkauslastung steht. Doch jetzt zeigt sich der Betriebsrat offenbar kompromissbereit

Die Arbeitnehmervertreter fordern wohl nach wie vor die Verlängerung der Mitarbeitergarantie bis 2030. Auch die jährliche Mitarbeiter-Erfolgsprämie soll bestehen bleiben. Als Ausgleich dafür könnten die Mitarbeiter den Plänen zustimmen, Neckarsulm erst nach Ingoldtstadt zu einem Elektrostandort auszustatten. 

Es scheint auch, dass Audi Markus Duesmann als neuen Vorstandschef im Visier hat. Duesmann kommt von BMW und soll im kommenden Jahr den jetzigen Vorstandsvorsitzenden Bram Schrot ablösen.  

Nicht nur bei Audi kriselt es derzeit. Der Bosch-Betriebsrat befürchtet einen weiteren Stellenabbau

+++ Update 13. November, 12.40 Uhr+++ Was bedeutet die Audi-Krise für die Wirtschaft in der Region Heilbronn?

Zurückgehende Produktionszahlen, Einstellung der Nachtschicht - logische Folge: Die Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm sind verunsichert, bangen um ihren Arbeitsplatz. Laut SWR sehen manche Beschäftigten bei Audi in Neckarsulm die Situation nicht allzu eng und sind zuversichtlich, dass sich schon alles zum Guten wendet.

Andere stellen sich dagegen die Frage, welche Schuld mögliches Fehlmanagement der Audi-Führung hat und welcher Anteil die derzeitige Klima-Diskussion an der Audi-Krise zukommt. Hätte man bei Audi in Neckarsulm früher alternative Antriebstechniken vorantreiben sollen? Und geht es mit der gesamten Wirtschaft der Region Heilbronn langfristig bergab, wenn Audi schwächelt?

Neckarsulm: Löst die Audi-Krise eine wirtschaftliche Kettenreaktion aus?

Denn klar ist: Falls viele Beschäftigte beim Audi-Werk in Neckarsulm ihre Jobs verlieren sollten, sinkt auch die Kaufkraft in der Region um Neckarsulm und Heilbronn. Und das kann im regionalen Handel, bei regionalen Veranstaltungen und der gesamten Wirtschaft in der Region Heilbronn und Neckarsulm eine Kettenreaktion auslösen.

Harry Mergel, Oberbürgermeister von Heilbronn, sieht die Wirtschaft in der Region Heilbronn jedoch nur zum Teil von Audi abhängig. Wie der SWRberichtet, ist die Wirtschaft in der Region laut Mergel breit genug aufgestellt, um nicht allein auf eine Industriesparte angewiesen zu sein.

Jedoch wird die negative Entwicklung nach Meinung des Heilbronner OB gerade an den Zulieferern nicht spurlos vorbeigehen. Vor allem aber sei die heutige Situation eine andere als in den 1970er Jahren, als zwischenzeitlich sogar eine Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm zur Diskussion stand.

+++ Update 13. November, 6.30 Uhr +++ Nachtschicht im Audi-Werk Neckarsulm wird Ende März eingestellt

Die Nacht zum Dienstag war für Audi-Mitarbeiter in Neckarsulm noch einmal eine ganz schwere. Hier erfuhren knapp 250 von ihnen, dass nun auch die noch stattgefundenen Nachtschichten in der Montage des Modells A6 gestrichen werden. 

Noch bis Ende März wird nachts gearbeitet, dann ist endgültig Schluss, wie stimme.de berichtet. Ein drastischer Schritt, zumal Audi eigentlich geplant habe, im Frühjahr die Nachtschicht wieder zu verstärken. Dafür wurden sogar 500 Leiharbeiter angeworben.

Audi in Neckarsulm verweist weiter auf Beschäftigungsgarantie bis 2025 - aber wie und wo?

Die nun betroffenen Nachtschicht-Arbeiter in Neckarsulm sollen künftig auf die beiden Tagschichten sowie andere Unternehmensbereiche verteilt werden. Die Beschäftigungsgarantie bis 2025 gelte demnach weiter. 

Während in Neckarsulm die Weihnachtsferien verlängert werden und die Produktion in dieser Zeit ruht, erhielten einige Audi-Mitarbeiter sogar Übernahmeangebote von Konzernschwester Porsche für das Werk in Zuffenhausen. Dieses ist durch die Produktion des elektrischen Porsche Taycan bestens ausgelastet.

+++ Update 11. November +++ Audi in Neckarsulm: Entscheidet sich in dieser Woche die Zukunft?

Noch immer herrscht für die 17.000 Beschäftigten im Audi-Werk in Neckarsulm keine Gewissheit über die zukünftige Marschrichtung des Konzerns und die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Am Ende dieser Woche können aber wichtige Entscheidungen fallen.

Wie die Heilbronner Stimme  (Artikel hinter Bezahlschranke) berichtet, stehen offenbar vier Audi-Vorstände auf der Abschuss-Liste. Dazu zählt angeblich auch Vorstandschef Bram Schot. Hintergrund: Am kommenden Freitag tagen die Aufsichtsräte von VW und Audi - und diskutieren die Werkbelegung sowie das Führungspersonal.

Audi in Neckarsulm: Wie geht's weiter mit Wendelin Göbel?

Auf Schot könnte Markus Duesmann folgen, der jedoch bis ins kommende Frühjahr bei BMW im Wort steht. Entscheidend für das Audi-Werk in Neckarsulm könnte vor allem die Zukunft von Personalvorstand Wendelin Göbel sein, der für das Audi-Werk in Neckarsulm die Patenschaft im Vorstand übernommen hatte. Trotz aller Diskussionen um die weitere Ausrichtung des Audi-Werks in Neckarsulm sei laut stimme.de zuletzt wenig aus Göbels Richtung zu hören gewesen.

+++ Update 09. November +++ Audi in der Krise: Wegschauen ist keine Lösung

Für das Audi-Werk in Neckarsulm sieht's nicht rosig aus: Ab 2020 soll die Jahresproduktion an Audis in Neckarsulm von 300.000 auf 200.000 Autos runtergehen. Die Nachfrage bleibt im Werk in Neckarsulm hinter den Erwartungen und der Kapazität zurück. Das ist zunächst einmal Fakt und lässt sich ganz objektiv an Zahlen belegen – ob man die Entwicklung nun gut oder schlecht findet.

Audi Betriebsrat zeigt sich kompromissbereit. (Symbolbild)

Dass aber nun in privaten Diskussionen oder in sozialen Netzwerken behauptet wird, die Presse würde Audi "kaputtschreiben", geht an der Realität vorbei. Audi ist ein wichtiger Arbeitgeber der Region. Und wenn der Konzern Sparpläne vermeldet, ist es Pflicht der Medien, diese Entwicklung zu thematisieren und einzuordnen. Schließlich ist Audi ein Thema, das in der Region nicht nur interessiert, sondern mit dem auch die Lebensgrundlage der Mitarbeiter direkt verbunden ist.

Audi in Neckarsulm: Auto-Industrie ist bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland

Der Berichterstattung über Audi gar Schadenfreude zu unterstellen, ist ebenfalls nicht korrekt: Immerhin ist die Auto-Industrie nicht nur ein zentraler Wirtschaftsfaktor der Region, sondern der gesamten Bundesrepublik. Man denke nur an Hunderttausende Beschäftigte, die bei Autoteile-Zulieferern in Lohn und Brot stehen. Geht es der Auto-Industrie schlecht, stehen auch die Jobs dieser Menschen – und damit ein zentraler Teil des Wirtschaftsstandorts Deutschland auf dem Spiel.

Um Problemlösungen und Zukunftsperspektiven zu finden, muss man die Situation, so unangenehm sie ist, erstmal klar benennen. Wer Tatsachen verschweigt, macht sich erst recht angreifbar. Und bewegt sich schneller als ihm lieb sein kann im Dunstkreis von "Fake News".

+++ Update 8. November +++Audi Betriebsrat schlägt Alarm

Noch immer kommentieren Audi-Sprecher den Wegfall von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr im Werk Neckarsulm nicht. Aber ein Sprecher betont gegenüber der RNZ: Wir stehen zur Beschäftigungsgarantie 2025." Aufatmen können Mitarbeiter nach dieser Aussage dennoch nicht. Ihre Zukunft bei Audi steht weiterhin in den Sternen. Deshalb meldet sich nun auch der Betriebsrat zu Wort. 

Dem Handelsblatt liegt folgende Äußerung vor: "Die Audi AG steckt derzeit in einer schwierigen Phase." Und weiter: "Auch wir sehen akuten Handlungsdruck." Doch was heißt das konkret? Wer auf klare Aussagen hofft, wird derzeit nur vertröstet.

Audi Betriebsrat fordert konkrete Investitionsbeschlüsse

Betriebsratsvorsitzender Rolf Klotz blickt wenig optimistisch nach vorne. "Die große offene Frage ist für uns: Wird Neckarsulm mitgenommen ins Zeitalter der Elektroautos?", äußert er sich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Klotz fordert konkrete Investitionsbeschlüsse speziell für das Neckarsulmer Audi Werk und sagt: "Ohne eine klare Perspektive geben wir uns nicht zufrieden." Eine Entscheidung von oben wird mit Spannung erwartet. Sollte sie für Neckarsulm negativ ausfallen, könnte dies das Ende des Werks bedeuten. 

+++Update 7. November +++ Wie geht's weiter? Das sagen der Audi-Chef und OB Hertwig zur Audi-Zukunft

Wie geht es in Zukunft weiter bei Audi in Neckarsulm? Diese Frage stellen sich nicht nur die 17.000 Beschäftigten im Neckarsulmer Audi-Werk. Audi-Chef Bram Schot erklärt nun laut faz.net, dass konkrete Pläne in der Mache seien, um Geld einzusparen, aber gleichzeitig die Mitarbeiter zu halten: "Wir haben klare Vorstellungen, wie wir die Beschäftigung in Ingolstadt und in Neckarsulm sichern und stehen dazu im konstruktiven Austausch mit den Arbeitnehmervertretern."

Können die Beschäftigtem bei Audi in Neckarsulm nun also aufatmen? Was die Aussage des Audi-Chefs konkret bedeutet, bleibt zumindest vorerst unklar.

Audi in Neckarsulm: Perspektive entscheidend

Die Verunsicherung der Beschäftigten und Bürger rund um die Zukunft von Audi in Neckarsulm lässt auch die Neckarsulmer Stadtverwaltung nicht kalt. Wie der SWR berichtet, macht sich auch Neckarsulms Oberbürgermeister (OB) Steffen Hertwig derzeit Sorgen um Audi: "Natürlich bin ich irgendwo besorgt, dass die Zahlen, die dort am Standort produziert werden könnten, nicht erreicht werden. Aber das ist ja keine komplett neue Entwicklung." 

Auch in den vergangenen Jahren, sei die wirtschaftliche Entwicklung bei Audi in Neckarsulm rückläufig gewesen. Für OB Hertwig sei vor allem entscheidend, wie sich die Zukunftsperspektiven zum Audi-Standort in Neckarsulm für die kommenden Jahre gestalten.

+++ Update 6. November +++ Gravierende Sparpläne bei Audi in Neckarsulm

Die Schreckensnachrichten aus dem Hause Audi mehren sich. Laut SWR seien enorme Sparpläne ausgerufen. Mehrere Milliarden Euro sollen so eingespart werden. Gegenüber dem SWR Studio Heilbronn bestätigte ein Audi-Sprecher, dass es Gespräche mit dem Betriebsrat zur Situation der deutschen Audi-Werke in Neckarsulm und Ingolstadt gebe. Spekulationen zum dramatischen Produktionsabbau bestätigte er aber nicht.

Audi Neckarsulm: Jahreskapazität sinkt auf 200.000 Autos

Das Handelsblatt wartete gestern mit erschreckenden Zahlen auf. Bei einer Kapazität von 300.000 Autos, die in Neckarsulm vom Band laufen könnten, waren es im laufenden Jahr 2019 lediglich 186.000 Fahrzeuge. Der Sanierungsplan sehe vor, dass die Jahreskapazität für das Werk in Neckarsulm um 100.000 auf 200.000 Fahrzeuge herabgesetzt werde. Um auf diese Weise langfristig Geld einzusparen, benötige es künftig weniger Maschinen, Flächen und Arbeitspersonal.

Audi Werk Neckarsulm: Produktionsstopp aufgrund schlechter Marktbedingungen

Stimmen aus Unternehmenskreisen bestätigen diese besorgniserregenden Zahlen, so die dpa. Doch wie wird der Stellenabbau konkret aussehen? Im März dieses Jahres war von rund 15 Prozent der Beschäftigten die Rede. Heute aber wirken diese Zahlen wenig glaubwürdig. Fakt ist: Die Produktion von vier Modellreihen wurde in Neckarsulm gestoppt. Grund sei die schleppende Nachfrage. Von Audi heißt es offiziell: "Das Unternehmen steuert die Produktion am Standort flexibel unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Marktbedingungen."

Audi Neckarsulm: Zwangs-Urlaub werde über Arbeitszeitkonten geregelt

Über die vorgezogenen Weihnachtsferien werden sich Audi Mitarbeiter in Neckarsulm wohl kaum freuen. Unternehmen und Betriebsrat hätten aber vereinbart, dass produktionsfreie Tage in einem angemessenen Verhältnis über die Arbeitszeitkonten geregelt werden würden. 

+++ Update 4. November+++ Audi-Mitarbeiter beobachten Entwicklung mit Sorge

Die Verunsicherung wächst in der Region, denn das Audi-Werk in Neckarsulm steht vor einer ungewissen Zukunft. Mitarbeiter und Zulieferbetriebe fragen sich, wie es weitergehen soll. Die Pressestelle des Audi-Werks in Neckarsulm trägt auf Nachfrage wenig Erhellendes bei. Noch im November werden Mitarbeiter des Neckarsulmer Werkes nicht zur Arbeit erscheinen, weil die Produktion von vier Modellreihen vorerst gestoppt wurde. 

Welche Tage das genau sind, das konnte die Pressestelle auf Anfrage nicht mitteilen. Grund: Es seien verschiedene Bereiche betroffen, daher könne für die Öffentlichkeit eine genaue Aufschlüsselung nicht vorgenommen werden. Die Fragezeichen bleiben also bestehen. Das gilt auch für das kommende Jahr. Es werde dann relativ kurzfristig entschieden - auch angepasst an die aktuelle Marktsituation.

+++ Update 31. Oktober +++ Bei Audi wird die Produktion heruntergefahren

Die Audi-Mitarbeiter in Neckarsulm werden dieses Jahr schon früher in die Weihnachtsferien geschickt. Doch das ist für sie leider kein Grund zur Freude. Denn bei Audi in Neckarsulm wurde die Produktion von vier Modellreihen erst einmal gestoppt.

Grund für den Stopp sei die geringe Nachfrage an bestimmten Audi-Modellen. Das betrifft gerade die Modelle, die in Neckarsulm produziert werden. Gerade bei den Modellen A6 und A8, sei die Nachfrage gesunken, berichtet der SWR.

Bereits im November werden die Audi-Mitarbeiter an manchen Tagen nicht zur Arbeit kommen, da die Produktion bereits zurückgefahren wird. Wie es für die Zukunft des Audi-Werks in Neckarsulm aussieht, soll Mitte November bekanntgegeben werden. Der Betriebsrat hatte gefordert, dass Neckarsulm die Produktion eines Elektromodells erhalten solle.

+++ Update 23. Oktober +++ Elektro-Modelle sollen die Zukunft sein

Der Autohersteller Audi will bis zum Jahr 2022 etwa 15 Milliarden Euro einsparen. Um das zu erreichen, will Audi weniger Autos in den Werken Neckarsulm und Ingolstadt bauen. Der Grund für die Einsparung: Die deutschen Werke seien nicht ausgelastet! Audi hat im Jahr 2019 3,6 Prozent weniger Autos verkauft als im Jahr 2018. 

Allerdings hat der Autohersteller Audi genaue Vorstellungen wie sie ihre Beschäftigten in Neckarsulm halten können. Noch seien die Pläne jedoch nicht spruchreif. Eine Möglichkeit könnte sein, dass Audi bis zum Jahr 2025 rund 30 Elektro-Modelle auf den Markt bringen will. Damit will das Unternehmen künftig 40 Prozent seines Absatzes erwirtschaften, berichtet der SWR.de

+++ Update 14. Oktober, 13.15 Uhr: Bei Audi Neckarsulm wird in die Zukunft investiert +++ 

Ein "Alleinstellungsmerkmal für die Region" soll das Audiwerk in Neckarsulm sein. Das Kompetenzzentrum soll den Standort zukunftssicher machen. Audi-Vorstand und die Bürgermeister von Heilbronn und Neckarsulm hatten sich, laut einer Pressemeldung von Audi, zu einem Gespräch getroffen.

Dabei lautete das Versprechen des Vorstands: "Der Audi-Standort Neckarsulm wird auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmens sein." Momentan arbeite man gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern an einem Konzept für die Zukunft.

So soll der Audi e-tron GT, ein vollelektrisches Auto, in Neckarsulm vom Band laufen. Und auch im Kompetenzzentrum für die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle stecke viel Potenzial für die Zukunft in Neckarsulm.

+++ Update 14. Oktober, 11.15 Uhr: Elektromobilität für Audi Neckarsulm +++

Bei der Audi-Betriebsversammlung in Neckarsulm war Elektromobiltät ein großes Thema, denn nach den rückläufigen Produktionszahlen am Standort Neckarsulm, hoffen die Mitarbeiter auf neue Modelle.

Eigentlich war ausgemacht, dass Neckarsulm gleich zwei Elektromodelle in Zukunft produzieren solle. Doch dieses Versprechen wurde dann wieder zurückgenommen. Alexander Reinhart, Betriebsrat bei Audi in Neckarsulm, machte bei der Betriebsversammlung klar, dass der Standort auch Teil der Weiterentwicklung der Elektromobiltät sein müsse.

"Halten Sie ihr Wort und nehmen Sie die rund 17.000 Menschen am Standort von Beginn an mit in die Elektromobilität", forderte Reinhardt bei der Versammlung, wie die Heilbronner Stimme berichtet. Doch konkrete Zusagen für neue Modelle, die in Neckarsulm gebaut werden sollen, gab es noch nicht.

+++ Ursprungsmeldung vom 13. Oktober +++

Die Produktion bei Audi in Neckarsulm ist weiter rückläufig. Hat Audi zwischen den Jahren 2010 und 2016 pro Jahr weit über 200.000 Autos produziert, werden bis Ende dieses Jahres voraussichtlich nur rund 178.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Damit ist die Stückzahl, die Audi in Neckarsulm produziert, auf das Niveau des Krisenjahres 2009 gesunken.

Bereits in den Jahren 2017 und 2018 war die Zahl der produzierten Autos in Neckarsulm stark rückläufig. Das Audi-Werk in Neckarsulm sei allerdings auf eine Produktion von 300.000 Autos pro Jahr ausgelegt. Das berichtet die Heilbronner Stimme.

Audi in Neckarsulm: Wie sieht die Zukunft aus?

Derzeit ist unklar, welche Audi-Modelle genau in Zukunft am Audi-Standort in Neckarsulm produziert werden. Der Plan, in Neckarsulm zwei Elektrofahrzeuge zu bauen, war im Frühjahr dieses Jahres wieder in Frage gestellt worden. Möglicherweise wird ab 2022/2023 der Nachfolger des Audi A4 statt in Ingolstadt in Neckarsulm hergestellt.

Bislang hat Audi weltweit in diesem Jahr 1,36 Millionen Autos ausgeliefert. Im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr ist das ein Rückgang von 3,6 Prozent bei Audi.

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