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Audi nach Hauptversammlung mit Mega-Zielen: So soll's aus der Krise gehen 

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Am Freitag stand Audis Hauptversammlung auf dem Plan. Markus Duesmann gab dabei ehrgeizige Ziele aus.

  • Am Freitag hat Audi seine Hauptversammlung nachgeholt.
  • Wegen der Corona-Krise fand diese nur digital statt.
  • Markus Duesmann hält an seinen ehrgeizigen Zielen fest.

Audi Neckarsulm: Mit Gewinn aus der Krise - Das plant Markus Duesmann

Auf der Jahreshauptversammlung von Audi am 31. Juli gab es einiges zu besprechen. Ursprünglich war diese für den 14. Mai geplant, musst letztlich aber wegen des Coronavirus verschoben werden.

Wie bereits Daimler, hielt auch Audi seine Hauptversammlung rein virtuell ab, konnte sich aber dennoch nicht vor den vielen kritischen Fragen der Aktionäre retten. Insbesondere wurde zum geplante Squeeze-Out durch die Volkswagen AG nachgefragt. Zentrale Punkte waren aber das abgelaufenen Geschäftsjahr und der Plan, wie Audi wieder aus der Krise herauskommen will.

Audi Neckarsulm: Deutlicher Verlust wegen Corona-Krise

Zwar liefen die Geschäfte bei Audi vor der Corona-Pandemie nicht mehr besonders gut, durch die langen Schließungen der Werke und Autohändler ist Audi jedoch, laut dem Manager Magazin, in die roten Zahlen gerutscht.

Im ersten Halbjahr verkaufte Audi weltweit 22 Prozent weniger Autos, der Umsatz brach im gleichen Zeitraum um 29 Prozent ein und lag bei nur noch 20,5 Milliarden Euro. Unterm Strich stand am Ende ein operativer Verlust von 750 Millionen Euro und somit deutlich weniger als bei der Konkurrenz aus dem Hause Daimler. Ein kleines Trostpflaster für die Ingolstädter.

Es gab am Freitag aber auch positive Nachrichten. So verkündete Audi-Chef Markus Duesmann: "Seit dem 22. Juni produzieren wir wieder an allen Audi-Standorten weltweit!" Doch "trotz erster positiver Signale aus den Märkten, bleibt das Jahr 2020 weiterhin extrem herausfordernd", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz auf der Audi Hauptversammlung.

Audi Neckarsulm: Duesmann strebt Gewinn an!

Entsprechend rechnet der Vorstand der VW-Tochter für das Gesamtjahr mit einer weltweit geringeren Nachfrage, deutlich weniger Umsatz sowie einem Betriebsergebnis, das deutlich unter dem Vorjahr liegt. Allerdings gehen die Audi-Vorstände auch davon aus, dass es "klar positiv" ausfällt.

Audi-Chef Markus Duesmann hat ehrgeizige Ziele.

Das Audi unter Duesmann Vollgas gibt um aus der Krise zukommen, war bereits vor der Hauptversammlung klar, denn bereits 2023 soll Audi wieder 6 Milliarden Gewinn machen und die Umsatzrendite mit 9,2 Prozent wieder auf dem im vergangenen Jahr prognostizierten Kurs liegen. Als Zielkorridor peilt Duesmann hier neun bis elf Prozent an.

Audi Neckarsulm: Kein weiterer Stellenabbau!

Blickt man auf die verkauften Autos im vergangenen Halbjahr scheint, dass ein sehr ehrgeiziges Ziel zu sein.Denn: Ähnlich wie die Konkurrenten bei BMW und Mercedes-Benz musste Audi einige Federn lassen. Lediglich 707.000 Autos wurden verkauft. Die Nachfrage in China brach um drei Prozent ein, in Europa sogar um 37 Prozent.

Müssen also ähnlich wie bei Daimler mehr als die im November beschlossenen 9,5000 Mitarbeiter in Ingolstadt und Neckarsulm gehen? "Ich bin überzeugt, dass das für uns hinreichend ist", erklärt der Audi-Chef. "Darüber hinaus ist nichts geplant."

Audi Neckarsulm: Investitionen sollen Zukunft sichern!

Wie das Manager Magazin berichtet, ist sogar das Gegenteil geplant. Audi möchte weiter investieren und somit von der Zusammenarbeit innerhalb des Volkswagen-Konzerns profitieren. Denn auch hier hat Duesmann als Entwicklungs-Vorstand von Volkswagen seine Finger im Spiel.

Mit dem Projekt Artemis soll ein völlig neues Bordnetz für die Fahrzeuge innerhalb der VW-Gruppe entwickelt werden. Zudem sollen durch das Projekt die E-Autos schneller an den Start gebracht werden.

Audi Neckarsulm: Elektro-Offensive bis 2025

Ein erster Schritt in diese Richtung ist die gemeinsame Elektro-Plattform PPE von Audi und Porsche, doch Artmis läuft parallel zu dieser Entwicklung und soll noch viel weiter gehen. Denn laut Duesmann werden Autos künftig nicht mehr "nach dem Blechkleid" und der Fahrzeuglänge sortiert, sondern eben nach dem Stand des Bordnetzes.

"Das ist eine mittelgroße Revolution", sagte der Audi-Chef. Als erstes Artemis-Modell soll in vier Jahren ein Audi auf den Markt kommen. Bis 2025 möchten die Ingolstädter 20 elektrifizierte Fahrzeuge anbieten, von denen dann einige auch im Audi-Werk in Neckarsulm vom Band laufen werden.

Audi steht aktuell auch wegen einer Werbung auf Twitter in der Kritik. Eigentlich ging es um einen Sport- und Familienwagen, doch jetzt hagelte es einen Shitstorm. Aber nicht nur die Werbung macht gerade von sich Reden. Laut einer Auswertung von Versicherungsdaten sind Audi-Fahrer die größten Verkehrssünder und sammeln die meisten Punkte in Flensburg.

Rubriklistenbild: © Audi AG

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