Projekt Artemis

Nach Landjet: Nächster Audi-Angriff auf Tesla

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Audi setzt voll auf Elektromobilität und könnte sich dazu bei den Ladesäulen an Tesla orientieren. Doch es gibt auch andere Optionen.

  • Immer mehr Hersteller setzen auf Elektromobilität.
  • Auch Audi setzt vermehrt auf E-Autos.
  • Tesla gilt als Vorreiter, auch bei den Ladesäulen.

Audi Neckarsulm: Alles auf Elektromobilität - Nächster Angriff auf Tesla

Update vom 2. September: Lange hatte Audi die Elektromobilität mehr als stiefmütterlich behandelt. Doch seitdem das Projekt "Artemis" ins Leben gerufen worden ist, hat die Volkswagen-Tochter die Jagd auf den Branchenprimus Tesla aufgenommen.

2024 soll mit dem Landjet ein Luxus-Stromer von Audi für die Langstrecke auf den Markt kommen, doch noch immer fehlt es an der nötigen Ladeinfrastruktur. Bereits Ende Juli gab es entsprechende Berichte, dass Audi ein eigenes Schnellladenetz nach dem Vorbild von Tesla plant.

Audi Neckarsulm: Mehrere Optionen für Ladesäulen-Ausbau

Doch das ist nicht das einzige Szenario, über das bei Audi und im Projekt "Artemis" diskutiert wird. Wie Auto, Motor und Sport (AMuS) berichtet, stehen aktuell drei Möglichkeiten zu Debatte. Denn Audi ist auch Partner im Ionity-Konsortium. Möglich also, dass hier zusätzliche Millionen investiert werden. Allerdings haben sich weder Audi noch Volkswagen bislang dazu geäußert, es wäre aber wohl der einfachste Weg zum Ziel.

Audi ist bereits Partner im Ionity-Konsortium.

Es ist aber auch möglich, dass man sich in Ingolstadt mit einem der großen Mineralölkonzerne zusammentut. Denn auch die Tankstellenbetreiber arbeiten an eigenen Ladeinfrastrukturen. Wie AMuS berichtet, ist Shell seit der Übernahme von Newmotion mit 1555.000 Ladesäulen in 35 Ländern einer der größten Anbieter in Europa geworden. 

Audi Neckarsulm: Tesla könnte bei Ladestationen als Vorbild dienen

Und dann wäre da eben noch die Option eines eigenen Schnelladenetzes, das wie bei Tesla lediglich Audi-, und möglicherweise auch Porsche-Kunden vorbehalten wäre. In diesem Fall würde Audi wohl nicht nur auf die Ladestationen an sich setzen, sondern zusätzliche Erlösquellen schaffen. Auch Tesla baut inzwischen beliebte Supercharger zu einer Art Raststätte aus.

Sonderlich eilig scheint man es bei Audi jedoch nicht zuhaben, denn wie der Premiumhersteller auf Anfrage von AMuS mitteilte, steht das Thema Ladeinfrastruktur erst "Anfang 2021 auf der Tagesordnung." Bis dahin wolle man über die verschiedensten Szenarien diskutieren.

Audi Neckarsulm: Wie Tesla nur besser? Turbo für Elektromobilität aus Ingolstadt!

Erstmeldung vom 23. Juni: Die Elektromobilität ist immer mehr auf dem Vormarsch. Doch noch immer gibt es einen großen Nachteil gegenüber den klassischen Verbrennern. Während es ein weitverbreitetes Tankstellennetz gibt, fehlt für die Stromer eine flächendeckende Ladeinfrastruktur.

Das möchte Audi jetzt änder und plant im Rahmen des Projekt "Artemis" ein eigenes Schnellladenetz nach dem Vorbild von Tesla. In ganz Europa soll die Kunden der vier Ringe künftig Zugang zu den Audi-Säulen erhalten. Wie der Spiegel berichtet, sollen in einem zweiten Schritt auch Porsche-Fahrer die Säulen nutzen können.

Audi Neckarsulm: Ladesäulen zunächst Exklusiv für Kunden

Ob andere Marken aus dem Volkswagen-Konzern folgen oder die Säulen auch für andere Hersteller freigegeben werden, ist noch nicht bekannt. Die Säulen von Tesla können beispielsweise nur von Kunden des US-Unternehmens genutzt werden.

Eine Sache möchte Audi laut dem Spiegel allerdings anders machen als die Konkurrenz aus den USA. Durch Kooperationen mit Einzelhändlern, die Pop-up-Stores in der Nähe der Ladesäulen eröffnen, soll das Laden attraktiver gestaltet werden.

Audi Neckarsulm: Laden soll attraktiver werden

Zudem wird noch darüber diskutiert, ob die E-Säulen nur entlang der wichtigen Verkehrsadern errichtet werden oder auch in den Innenstädten. Voraussichtlich im Herbst sollen die Pläne von Audi konkreter werden.

Der Audi e-tron GT soll in Heilbronn vom Band rollen.

Denn das Schnellladenetz ist nicht die einzige Aufgabe mit der sich das Projekt "Artemis" beschäftigt, auch die E-Offensive von Audi und der Volkswagen-Gruppe soll dadurch vorangetrieben werden. Denn die E-Mobilität ist ein wichtiger Teil der Strategie mit der Audi wieder aus der Krise kommen möchte. Einige der Modelle wie der e-tron GT sollen auch in Neckarsulm und Heilbronn gebaut werden. Aber nicht nur der Konzern selbst macht von sich reden. Nach einer Auswertung von Versicherungsdaten kam ein Vergleichsportal zu einem eher unrühmlichen Ergebnis. Demnach seien Audi-Fahrer die größten Verkehrssünder und sammeln die meisten Punkte in Flensburg.

Rubriklistenbild: © Audi AG

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