AKW-Gegner sehen große Gefahr für Umwelt

Schäden im Atomkraftwerk Neckarwestheim: Noch geht der Block II nicht ans Netz

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Der Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheims kann noch nicht wieder ans Netz gehen. Bei der Jahresrevision wurden Schäden entdeckt.
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Das Atomkraftwerk in Neckarwestheim ist nicht wieder am Netz. Bei der Jahresuntersuchung wurden Schäden entdeckt. Ein Teil der Heizrohre ist rissig. 

Mitten in der Region steht das Atomkraftwerk (AKW) Neckarwestheim. Zur Zeit ist der Block II abgeschaltet, denn dort findet gerade die Jahresrevision statt. Doch vielleicht bleibt der Block länger abgeschaltet als gedacht, denn bei der Revision wurden Schäden entdeckt. 

Heizrohre des Block II seien das Problem, denn in einigen Rohren gibt es Risse. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält das Kraftwerk für unsicher. Das baden-württembergische Umweltministerium bestätigt den Fund der Risse.

Kernkraftwerk: 16.000 Rohre - 191 Schwachstellen

Bei der Untersuchung des Neckarwestheimer Atomkraftwerks wurden rund 16.000 Heizrohre der Dampferzeuger geprüft. Und es sind bei 191 Rohren sicherheitstechnische, rissartige Schwächen der Wände entdeckt worden, berichtet der SWR.  

Im vergangenen Jahr wurden bereits ähnliche Schäden entdeckt. Deswegen sehen Atomkraftgegner der Gruppe "Ausgestrahlt" eine erhöhte Gefahr für einen schweren Störfall. Reißen die Rohre ab, könnte am Ende Radioaktivität in die Umwelt gelangen, sagen sie.

EnBW: Keine erhöhte Gefahr

Die EnBW sagt, dass nur ein kleiner Teil der Rohre betroffen sei und Gegenmaßnahmen Wirkung zeigen. Die Wandstärken seien weit über den erforderlichen Mindestwerten. Der BUND fordert dagegen: Das Neckarwestheimer Kernkraftwerk darf nicht wieder ans Netz gehen.

Wegen der neuen Erkenntnisse wurden die Mess- und Auswertemethodik in diesem Jahr verbessert, schreibt der SWR. Die EnBW habe ein Reparaturplan vorgelegt, der sich an die Vorgehensweise von 2018 anlehnt. Durch die Schäden wird der Block II des AKW wohl nun zwei Wochen später wieder in Betrieb genommen, als geplant, berichtet stimme.de. Ob dieser Zeitplan zu halten ist, zeigt sich dann in den nächsten Tagen.

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