Gerst über das Leben als Astronaut

Astro-Alex: "Raumfahrt ist hart, deswegen macht das nicht jeder"

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Astronaut Alexander Gerst blickt von der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde.
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Der gebürtige Künzelsauer weiß um die Gefahren seinen Jobs als Astronaut, hat aber auch eine wichtige Botschaft aus dem Weltall.

Er blickt von oben auf die Menschheit herab. Alexander Gerst ist seit fünf Monaten auf der Raumstation ISS, inzwischen als erster Deutscher auch Kommandant. Am Donnerstagabend sprach Astro-Alex in den Tagesthemen bei der ARD über seine Erfahrungen, aber auch Gefahren, die sein Leben als Astronaut mit sich bringt.

"Raumfahrt ist hart, deswegen macht das nicht jeder", erklärt Astro-Alex. "Wenn man an der Grenze des technisch machbaren arbeitet, dann gibt es auch ein Risiko." Zuletzt hatte ein Loch in der "Sojus"-Kapsel für einen Druckabfall auf der ISS gesorgt. Auch ein wichtiger Computer fiel bereits aus. "Das ist ein Weckruf für unsere Umgebung, dass Raumfahrt nicht Standard und Routiene ist, sondern dass man immer aufpassen muss." Wichtig sei zu wissen, was man im Fall eines Fehlers mache, betont der gebürtige Künzelsauer.

Gerst sieht einen zerbrechlichen Planeten

Auf der ISS arbeitet Gerst aktuell 13 Stunden am Tag. In seiner Freizeit teilt er dann gerne Gedanken und Bilder mit seinen Followern auf Twitter. "Ich habe jetzt insgesamt fast ein Jahr im Weltraum erbracht", meint Gerst, der zum zweiten Mal auf der ISS ist. Die Faszination sei dennoch ungebrochen. Er schick warnende Worte auf die Erde, die ein sehr zerbrechlicher Planet sei, auf der es alles auch nur begrenzt gibt. "Alles was wir haben an Rohstoffen, an Luft, an Treibstoffen - ist begrenzt. Wenn man das von oben sieht, hinterlässt es einen bleibenden Eindruck."

Gerst zeigt so auch immer wieder Bilder von abgeholzten Waldflächen oder zerstörerischen Naturereignissen, die von Menschen mit verschuldet sind. "Es war wirklich ein Anblick, der mich zum Nachdenken gebracht hat, als ich Europa sah – komplett braun über riesige Flächen", so Gerst in den Tagesthemen. Aber eben auch ein Regenwald, der immer kleiner wird, schrumpfende Gletscher und vieles andere, bekommen er und seine Kollegen von oben zu sehen. "Das sind Dinge, die einem zu denken geben von da oben. Deshalb ist es meine Pflicht, solche Bilder nach unten zu schicken."

Weihnachten unterm Tannenbaum? Nur in Liegestütz-Position

Bald endet die Zeit von Astro-Alex im All. Am 20. Dezember ist die Rückkehr zur Erde geplant. Weihnachten unter Weihnachtsbaum also. Doch Astro-Alex wird dann nicht etwa nur rumsitzen, Weihnachtsgans essen und sich das ein oder andere Gläschen Wein gönnen. "Wenn ich Weihnachten unterm Tannenbaum verbringe, dann wahrscheinlich Liegestützen machen"“, erklärt er schmunzelnd. Denn nach der Rückkehr gibt es ein striktes Reha-Programm, um sich nach den vielen Wochen in der Schwerelosigkeit schnell wieder auch auf der heimischen Erde wohl zu fühlen.

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