Bewegender TV-Auftritt 

Familie der ertrunkenen Ana (12): "Es ist fast unerträglich"

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Die Trauer der Familie ist unbeschreiblich. Ein tragisches Unglück riss sie auseinander: Tochter Ana-Sofia starb mit nur zwölf Jahren im Hotelpool. Jetzt kämpfen sie um Gerechtigkeit und wollen über Gefahren aufklären.

Den 18. August 2017 wird Familie Villegas Dahl aus Öhringen niemals vergessen. An diesem Tag ist Tochter Ana-Sofia im Alter von zwölf Jahren tödlich verunglückt. Eine Pumpe im Hotelpool wurde ihr zum Verhängnis. 20 Minuten war das Mädchen unter Wasser, ehe sie gerettet werden konnte. Mutter und Schwester, die mit ihr auf Reha-Urlaub in Prag waren, mussten alles mit ansehen. Eine Woche lang lag Ana-Sofia im Koma, dann wurde sie für Hirntod erklärt.

Erst wenige Wochen sind seitdem vergangen, noch immer kämpft die Familie mit der Trauer. Dennoch gingen sie am Mittwoch einen starken und bemerkenswerten Weg – ins Fernsehen. Die Familie will andere Eltern vor den Gefahren von Hotelpools warnen, damit sie kein ähnliches Schicksal erleiden.

Der TV-Beitrag beginnt sofort mit einem Gänsehaut-Moment: Maria liest einen Brief vor, den sie an ihre verstorbene Zwillingsschwester geschrieben hat. Täglich verfasst sie ein paar Zeilen, ist sogar in ihr Zimmer gezogen, um ihrer Schwester nah zu sein. Das Mädchen wirkt in sich zurückgezogen. Kein Wunder: Sie hatte ihre Schwester unter Wasser entdeckt. Die Mutter springt sofort ins Wasser, will Ana-Sophie helfen.

"Sie merkt, ich kann nichts machen. Das ist schrecklich. Was hat sie gedacht? Hat sie gelitten, hat sie geschrien?" – quälende Fragen, die sich Andrea Villegas seitdem stellt. "Ich mache meine Augen zu und sehe meine Ana – immer." Die Familie hat mit ihrem Schicksal zu kämpfen. Vater Ole Dahl: "Es ist fast unerträglich."

Doch es ist kein Einzelschicksal. In den vergangenen zehn Jahren sind mehr als 100 Kinder durch Ansaugungen gestorben. Mangelnde Sicherheit ist Schuld. Michael Spönlein von "Safe Waterpark" überprüft bereits seit mehreren Jahren Poolanlagen. "Es darf kein sichtbares Loch im Pool sein. Es muss immer ein Gitter geben", erklärt er. Doch genau das ist nicht der Fall. Immer wieder findet er Mängel – die zur Lebensgefahr für Menschen auch im Erwachsenenalter werden können! Hier sieht er dringend Handlungsbedarf. 

Die Familie hat einen Anwalt eingeschaltet, will für Gerechtigkeit kämpfen. Dahl: "Wir suchen keine Rache. Das würde nicht das Leben unserer geliebten Tochter zurückgeben. Es geht nur um Aufbereitung und Gerechtigkeit – damit sich irgendwann auch mal etwas ändert."

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