Seit heute

Aldi senkt die Mehrwertsteuer - so viel sparen jetzt die Kunden

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
    schließen

Seit heute greift die befristete Senkung der Mehrwertsteuer - und Aldi entlastet dabei die Kunden noch stärker.

  • Seit heute gibt es eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer.
  • Discounter geben Senkung in vollem Umfang an die Kunden weiter. 
  • Aldi reduziert auch geringer besteuerte Produkte um drei Prozent.

Heilbronn/Region: Aldi senkt Mehrwertsteuer für Kunden noch mehr

Update vom 25. Juni: Nachdem Lidl bereits eineinhalb Wochen vor dem offiziellen Termin am 1. Juli die Mehrwertsteuer gesenkt hat, setzt Aldi jetzt noch einen drauf. Der Discounter teilt mit, dass er nicht nur den bis 31. Dezember befristeten Beschluss der Bundesregierung komplett an seine Kunden weitergibt, sondern denen auch noch einen weiteren Rabatt gewährt - "um die beabsichtigte volkswirtschaftliche Wirkung zu verstärken". Ein Rabatt, der Aldi Süd und Nord laut Pressemitteilung "einen dreistelligen Millionenbetrag" kosten wird...

Der Clou: Aldi reduziert auch geringer besteuerte Produkte um drei Prozent. Heißt: Statt von sieben auf fünf senkt Aldi die Mehrwertsteuer quasi auf vier Prozent. Stefan Kopp, Sprecher des Verwaltungsrats von Aldi Süd, erklärt: „Bei uns muss niemand nachrechnen, ob und welche Preissenkungen wofür gelten: Bei Aldi werden einfach drei Prozent vom gesamten Einkauf abgezogen. Das lohnt sich vor allem bei Großeinkäufen und hilft besonders denjenigen, die von der Corona-Krise wirtschaftlich betroffen sind.“

Lidl prescht voran: So kommt die Senkung der Mehrwertsteuer bei den Kunden an

Update vom 24. Juni: Ab 1. Juli greift beim Einkauf die von der Bundesregierung beschlossene befristete Senkung der Mehrwertsteuer. Bis 31. Dezember gilt dann: 16 statt 19 beziehungsweise fünf statt sieben Prozent. Die großen Lebensmittelmärkte wie Kaufland, Lidl, Aldi, Edeka und Co. wollen die Senkung eins zu eins an ihre Kunden weitergeben. Wie das dann aussieht, zeigt ein Discounter schon seit diesem Montag. Denn er ist öffentlichkeitswirksam vorgeprescht...

Bei Lidl, das wie das gerade einen Mega-Deal abwickelnde Kaufland zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn gehört, heißt es schon jetzt: "Ab sofort Mehrwertsteuer gesenkt auf alles!" Der Discounter ist damit schneller als die Konkurrenz. Auch wenn die Senkung hauptsächlich für Lebensmittel und Waren aus dem Online-Shop gilt. Den Grund für das Vorpreschen erklärt Matthias Oppitz, Geschäftsleitungsvorsitzender von Lidl Deutschland gegenüber ruhr24.de: "Mit den vorgezogenen Preissenkungen wollen wir uns bei unseren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen in den letzten Monaten bedanken."

Lidl Neckarsulm: Senkung der Mehrwertsteuer für Kunden sofort erkennbar

Doch wie sieht die Senkung der Mehrwertsteuer bei Lidl aus? Die Reduzierung ist an den Schildern der betroffenen Produkte erkennbar. Die sind mit dem alten und dem neuen "krummen Preis" ausgezeichnet  Und wie kommt die vorgezogene Mehrwertsteuer-Senkung bei den Kunden an. Die Mitarbeiterin einer Lidl-Filiale in Heilbronn erklärt gegenüber echo24.de: "Unsere Kunden haben sich bislang nur positiv dazu geäußert."

Mehrwertsteuer-Senkung: Das bieten Kaufland, Lidl, Aldi & Co. ihren Kunden ab 1. Juli

Erstmeldung vom 17. Juni: Die Coronavirus-Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen im öffentlichen Leben haben die Menschen und Unternehmen vor große Probleme gestellt. Um die Wirtschaft nun wieder etwas anzukurbeln hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpäckchen geschnürt. Ein Punkt darin - als "Entlastung für alle" angepriesen - ist die befristete Senkung der Mehrwertsteuersätze. Von 19 auf 16 sowie von sieben auf fünf Prozent soll's ab 1. Juli und bis 31. Dezember heruntergehen. 

Auf der Homepage der Bundesregierung heißt es dazu: "Ein stärkerer Konsum kann dazu beitragen, die Binnenwirtschaft anzukurbeln." Die befristete Mehrwertsteuer-Senkung als coronabedingtes Konjunkturpaket soll dazu beitragen, dass "mehr Menschen eine mögliche Kaufentscheidung jetzt treffen anstatt sie zu verschieben". Womöglich mit dem Effekt, dass Ein- und Zwei-Cent-Münzen verschwinden. Aber wie das?

Kaufland: Senkung der Mehrwertsteuer an die Kunden transparent weitergeben

Wie chip.de mit Verweis auf die "Lebensmittel Zeitung" berichtet, überlegt der Lebensmitteldiscounter Lidl mit Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn, sich von der sogenannten Neun-Cent-Regel zu verabschieden. Heißt: Die befristete Mehrwertsteuersenkung könnte dazu führen, dass Lidl Waren auf volle Null- und Fünf-Cent-Beträge abrundet. Mitbewerber Aldi bittet auf echo24.de-Anfrage um Verständnis dafür, sich noch nicht zu äußern. Denn: "Wir prüfen die Details sowie die notwendigen technischen Voraussetzungen zur Umsetzung der geringeren Mehrwertsteuersätze noch."  

Festgelegt hat sich hingegen bereits Kaufland, das ebenso wie Lidl zur Schwarz-Gruppe in Neckarsulm gehört. Eine Kaufland-Pressesprecherin teilt gegenüber echo24.de mit: "Durch die Neuberechnung mit 16 statt 19 beziehungsweise fünf statt sieben Prozent Mehrwertsteuer ergeben sich 'krumme Preise', die wir im Sinne einer größtmöglichen Transparenz exakt weitergeben." Das heißt bei Kaufland, das momentan auf ein beliebtes Produkt im Sortiment verzichtet: "Auf den Preisschildern geben wir jeweils den alten und neuen Preis der Produkte an."

Kaufland, Lidl, Aldi & Co. wollen die Mehrwertsteuer-Senkung in vollem Umfang an die Kunden weitergeben.

Kaufland, Lidl, Aldi & Co.: Immense Kosten durch Mehrwertsteuer-Senkung

Der Aufwand und die Kosten dafür werden immens sein. Für Kaufland bedeutet das, "in rund 670 Filialen durchschnittlich 30.000 Artikel neu auszuzeichnen sowie Plakate, Werbemittel und so weiter anzupassen". Eine Mammutaufgabe, die auch auf Lidl, Aldi, Edeka, Rewe und Co. zukommen wird. Die haben bereits ebenso wie Kaufland angekündigt, die Mehrwertsteuer-Senkung "in vollem Umfang an die Kunden weiterzugeben". Ob durch Abschaffung der Neun-Cent-Regel oder ohne.

Doch nicht nur die Mehrwertsteuer-Senkung treiben Lidl und Kaufland aktuell voran. Grund: Beide Handelsunternehmen der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe wollen künftig auf Werkverträge in der Fleischproduktion verzichten und damit ein Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen setzen. 

Rubriklistenbild: © dpa/Pixabay/Archiv/Collage: Kubasik

Das könnte Sie auch interessieren