Discounter-Streit zwischen Aldi und Lidl

Preis-Schlacht bei Lidl und Aldi - jetzt wird eine Werbung zurückgenommen

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Seit der Senkung der Mehrwertsteuer liefern sich die Discounter Aldi und Lidl eine heftige Preis-Schlacht. Jetzt musste Aldi aber eine Werbung aus dem Prospekt nehmen.

  • Die Discounter Aldi und Lidl liefern sich seit Tagen eine heftige Preis-Schlacht.
  • Eine bestimmte Werbung musste Aldi jetzt aus dem Prospekt nehmen. 
  • Lidl darf eine ähnliche Werbeanzeige aber beibehalten.

Überraschung im Preis-Kampf mit Lidl: Aldi muss Werbung zurücknehmen

Seit Tagen liefern sich Lidl und Aldi eine heftige Preis-Schlacht und verpassen sich mit Werbeanzeigen regelmäßig gegenseitig Seitenhiebe. Was für Außenstehende recht unterhaltsam sein mag, wird jetzt unterbunden – die Wettbewerbszentrale hat sich in den Streit der Discounter eingeschaltet.

Alles fing mit der Senkung der Mehrwertsteuer in Zeiten der Corona-Krise an. Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuer zum 1. Juli von 19 auf 16 Prozent und bei Lebensmitteln von sieben auf fünf Prozent gesenkt. Damit sollte die Nachfrage angeregt und die schwächelnde Wirtschaft gestärkt werden. 

Preiskampf zwischen Aldi & Lidl – es fängt mit der Mehrwertsteuer an

Als Lidl seinen Kunden die zwei Prozent schon über eine Woche vor dem eigentlichen Stichtag vom Preis abzog, zog Aldi schnellstmöglich hinterher. Der Erzrivale senkte die Lebensmittelpreise nicht nur um zwei, sondern um drei Prozent

Durch die Senkung der Mehrwertsteuer hatte der Lebensmittelhandel die Möglichkeit, sein Image zu stärken. In der letzten Woche ist daraus aber ein regelrechter Preiskampf entstanden. Ganz vorne mit dabei: die Discounter Lidl und Aldi. Doch genau dafür hat Aldi jetzt Ärger bekommen.

Discounter-Streit: Aldi legt mit Werbung vor, Lidl zieht direkt nach 

Worum geht's? Im Zentrum des Discounter-Streits steht natürlich die ewige Frage: Wer ist am günstigsten? Aldi Süd hatte eine Werbeanzeige veröffentlicht, auf der ein prall gefüllter Einkaufswagen zu sehen war. 

Daneben waren Kreise mit den Preisen, die man für diesen Einkaufswagen bei Lidl, Edeka, Rewe – und natürlich bei Aldi zahlen würde. Die Behauptung: Bei Aldi kostet es am wenigsten. 

Das ließ Lidl nicht auf sich sitzen und holte umgehend zum Gegenschlag aus. Eingebettet in das Märchen von Schneewittchen fragte eine Königin mit Aldi-Krone das Spieglein an der Wand, wer der billigste im ganzen Land sei. Die Antwort im Spiegel: das Lidl-Logo. Und auch hier folgte danach der Einkaufswagen-Vergleich mit dem Fazit, dass Lidl günstiger sei. 

Preis-Kampf zwischen Aldi und Lidl – Wettbewerbszentrale schaltet sich ein

Wie watson berichtete, hatten mehrere Verbraucher und Konkurrenz-Ketten Beschwerden wegen der Werbeanzeigen von Lidl und Aldi bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs eingereicht. Die Wettbewerbszentrale hat sich zunächst die Aldi-Werbung vorgenommen – und beanstandet.

Als Begründung nennt die Wettbewerbszentrale, dass nicht genau genannt wird, welche Lebensmittel gekauft wurden. In der Werbung erklärt Aldi, die Waren in dem Einkaufswagen seien unter anderem aus den Bereichen Gebäck, Feinkost oder Brotaufstrich. Um welche Artikel es sich aber genau handelte, die Antwort blieb Aldi dem Kunden schuldig. 

Aldi muss Werbung mit Lidl-Vergleich aus dem Prospekt nehmen

"Damit wird der Vergleich, der dieser Werbeanzeige zugrunde liegt, für den Verbraucher nicht mehr nachvollziehbar", erklärte die Wettbewerbszentrale gegenüber watson. Dabei sei die Nachvollziehbarkeit eines Vergleichs gesetzliche Voraussetzung für vergleichende Werbung

Nach der Einschätzung der Wettbewerbszentrale wurde Aldi von dieser nun zur Unterlassung aufgefordert. Der Vergleich mit dem Rivalen Lidl musste weichen. Das ist mittlerweile geschehen – der Warenkorb ist auf dem Prospekt noch zu sehen, die verschiedenen Preise sind Geschichte.

Nach Preis-Schlacht mit Aldi: Kein Problem bei Lidl-Werbung

Gibt es also Ärger für Aldi, aber der Discounter Lidl mit Sitz in Neckarsulm kommt einfach so davon? Wie watson berichtete, seien auch wegen der Lidl-Werbung bereits Beschwerden bei der Wettbewerbszentrale eingegangen. Auch diese wurden mittlerweile geprüft. 

Hier hatte die Wettbewerbszentrale allerdings nichts zu beanstanden. Der Unterschied zur Aldi-Werbung sei hier, dass man sehe, "was bei Aldi Süd, Aldi Nord und Lidl für die Produkte jeweils gezahlt wurde". Der Vergleich sei damit bei der Werbung von Lidl nachvollziehbar.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/Archivbild

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