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Mega-Panne bei Abi-Prüfung in Baden-Württemberg: Streit zwischen Lehrern und Ministerium entbrannt

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Die betroffenen Schüler dürfen die Prüfung wiederholen. 
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Lehrer und Kultusministerium machen sich gegenseitig heftige Vorwürfe.

+++ Update, 16.5., 12 Uhr +++

Nach Bekanntwerden der Mega-Panne beim baden-württembergischen Abitur im Fach Gemeinschaftskunde sind die betroffenen Lehrer nun so richtig sauer. Denn: Ihrer Meinung nach versuchte das Kultusministerium, ihnen die Schuld am Malheur zu geben. Dabei sei "die Abi-Aufgabe falsch formuliert" gewesen, wie die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, erklärt. Demnach sei das Verhalten des Ministeriums eine Frechheit.

An insgesamt 130 Gymnasien sollen Schüler die Möglichkeit bekommen, die Abi-Prüfung in Gemeinschaftskunde zu wiederholen. Der Grund: In einer Teilaufgabe soll nach Informationen der GEW der Begriff "Kategorienmodell" vorausgesetzt worden sein. Laut Lehrern sei dieser Begriff aber überhaupt nicht üblich - weder im Fach noch in der Forschung.

Das Kultusministerium hatte den Lehrern zuvor vorgeworfen, es sei Pflichtstoff und dieser einfach nicht behandelt worden. Wie viele Schüler von der Mega-Panne tatsächlich betroffen sind, ist bislang noch offen, weil in der Abi-Prüfung aus zwei Aufgaben nur eine ausgesucht werden musste. Wahlweise können die Schüler deshalb auch den ersten Versuch ohne Kenntnis ihrer Note akzeptieren.

+++ Ursprungsmeldung, 16.5., 7.15 Uhr +++

Beim Abitur im Südwesten ist es zu einer Panne im Fach Gemeinschaftskunde gekommen. Die Prüfung soll an 130 Gymnasien wiederholt werden, wie "Mannheimer Morgen" und "Heilbronner Stimme" berichten. In einer Teilaufgabe sei ein Thema vorausgesetzt worden, das nach Angaben des Kultusministeriums viele Lehrer nicht im Unterricht behandelt hatten. Dabei habe es sich aber um Pflichtstoff aus dem Bildungsplan gehandelt. Es sei unklar, wie viele Schüler betroffen sind, weil zwei Prüfungsaufgaben zur Wahl standen.

Pflichtstoff im Unterricht nicht behandelt - Schüler bekommen Wiederholungstermin angeboten

Die betroffenen Abiturienten müssen sich innerhalb von 24 Stunden entscheiden, ob sie den angebotenen Wiederholungstermin annehmen oder ohne Kenntnis ihrer Note die Prüfung akzeptieren. Eine Ministeriumssprecherin kündigte an, man werde der Frage nachgehen, warum dieser verpflichtende Teil des Bildungsplans den Schülern nicht vermittelt worden sei. Das sei nicht nachvollziehbar.

Anfang Mai hatte das Ministerium einen reibungslosen Start der Abiturprüfungen an den allgemeinbildenden Gymnasien verkündet. Dabei ging es vor allem um die Ausgabe der Abituraufgaben mit Hilfe von USB-Sticks. Bisher waren die Aufgaben bereits gedruckt verschickt worden. Nach zwei Einbrüchen in Gymnasien 2017 im Stuttgarter Stadtteil Weilimdorf und 2018 im niedersächsischen Goslar hatte Baden-Württemberg - wie die anderen Bundesländer auch - das Verfahren für die Hauptfächer umgestellt.

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