Es geht voran

A6: Neubau zwischen Wiesloch/Rauenberg und Weinsberg geht voran

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Die A6 wird weiterhin ausgebaut.
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Das bislang größte ÖPP-Straßenbauprojekt in Baden-Württemberg erreicht heute einen wichtigen Meilenstein.

Die Schlüsselstelle des sechsstreifigen Ausbaus der A6 - der Neckartalübergang - ist fertiggestellt und wird voraussichtlich in der Nacht von Montag, 1. April, auf Dienstag, 2. April für den Verkehr freigegeben. 

An der heutigen feierlichen Teileröffnung nahm für den Bund der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Steffen Bilger teil. Baden-Württemberg repräsentierten Regierungspräsident Wolfgang Reimer und Andreas Hollatz, Ministerialdirigent im Verkehrsministerium Baden-Württemberg.

A6 hat eine entscheidende Bedeutung über Deutschland hinaus

„Ein weiterer, bedeutender Schritt beim Ausbau unserer Bundesfernstraßen und ein wichtiger Meilenstein für dieses Projekt werden heute gefeiert“, betonte Steffen Bilger MdB. „Die A6 hat eine entscheidende Bedeutung für einen leistungsfähigen Verkehr in der Region Heilbronn und ist eine wichtige Ost-West-Verbindung über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus. Die Freigabe, rechtzeitig vor Beginn der Bundesgartenschau in Heilbronn, ist daher besonders erfreulich“, sagte Bilger weiter.

Regierungspräsident Wolfgang Reimer betonte: „Von Anfang an war es unser Ziel, die erste Hälfte des neuen Neckartalübergangs zum Start der Bundesgartenschau in Heilbronn freizugeben. Dies ist uns eindrucksvoll gelungen.“ Der Regierungspräsident lobte auch die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten und ergänzte: „Rund 26 Kilometer Ausbaustrecke und 36 neu zu bauende Brücken stellen höchste Anforderungen an die Kunst der Straßen- und Brückenbauer.“ 

Ausbau der A6 soll 2022 abgeschlossen sein

Das Regierungspräsidium Stuttgart wird den Ausbau der A6 westlich des AK Weinsberg bis zur geplanten Fertigstellung Mitte 2022 weiterhin intensiv begleiten und zu einem guten Abschluss führen.

Ministerialdirigent Andreas Hollatz führte in seiner Rede aus: „Das Land führt derzeit als Pilotprojekt den Mobilitätspakt Heilbronn/Neckarsulm durch mit dem Ziel, die Vielzahl von verkehrlichen Problemen in dieser Region zu lösen. Der sechsstreifige Ausbau der A6 ist hierzu eine ganz zentrale Maßnahme. Mit der Freigabe des Neckartalübergangs mit nun sechs durchgängigen Baustellen-Fahrstreifen kann - trotz noch bestehender Baustelle - bereits heute ein Großteil des verdrängten Verkehrs aus dem nachgeordneten Netz wieder zurück auf die Autobahn geholt werden.“

Brücke auf A6 fristgerecht zur Buga freigegeben

Alexander Hofmann, Geschäftsführer HOCHTIEF PPP Solutions Transport Westeuropa GmbH, erklärte als Vertreter der Gesellschafter der ViA6West, die für das Projekt verantwortlich ist: „Vor weniger als zwei Jahren standen wir an nahezu gleicher Stelle und haben im Rahmen des ÖPP-Projektes A6 den Bau der nördlichen neuen sechsstreifigen Autobahnbrücke angekündigt, die bis zum Start der Bundesgartenschau den Bürgerinnen und Bürgern die Anfahrt erleichtern soll. Heute stehen wir hier zu Recht mit Stolz und geben diese Brücke fristgerecht frei.“

Der Neckartalübergang aus dem Jahr 1967 besteht bislang aus vier aufeinanderfolgenden einzelnen Brücken mit einer Gesamtfläche von rund 40.000 m². Im Jahr 1996 wurden die Brücken durch Ummarkierung provisorisch auf sechs Fahrstreifen erweitert. Im Oktober 2013 mussten die Fahrstreifen wieder auf vier reduziert werden, da im Bereich der Brücken erhebliche bauart- und altersbedingte Schäden festgestellt worden sind. Da eine Ertüchtigung auf das heute vorgeschriebene Niveau weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll war, wurde eine Erneuerung des gesamten Brückenzuges notwendig. Aus vier, werden jetzt zwei Einzelbrücken je Fahrtrichtung - die „Vorlandbrücke“ in Spannbetonbauweise über dem Neckartal und die „Neckarbrücke“ als Stahlverbundkonstruktion über den Neckar. Sie werden eine Länge von knapp 1,3 Kilometern und eine Gesamtbrückenfläche von 56.000 Quadratmetern haben. Die Kosten für diesen Brückenzug betragen rund 170 Millionen Euro.

Wie geht es weiter auf der A6?

Nach der Verkehrsumlegung auf den nördlichen Überbau beginnen die Rückbauarbeiten am alten Neckartalübergang. Nach aktuellem Stand sollen diese bis September 2019 abgeschlossen sein und der Neubau des südlichen Überbaus in Endlage kann beginnen. Dies dauert bis Oktober 2021. Der Verkehr in provisorischer sechsstreifiger Verkehrsführung vom nördlichen Überbau wird auf den südlichen Überbau umgelegt werden. Anschließend kann der Querverschub des nördlichen Überbaus von der provisorischen Lage um 18,50 Meter in die endgültige Lage der Fahrtrichtung Mannheim starten. Hierbei wird der 1,3 Kilometer lange nördliche Überbau mittels Pressen und Verschubbahnen auf den Pfeilerscheiben in die endgültige Lage an den südlichen Überbau herangeschoben. Damit ist der neue Neckartalübergang bis Juni 2022 endgültig fertig gestellt und der Verkehr kann in beiden Fahrtrichtungen frei fließen.

Hintergrund zum sechsspurigen Ausbau der A6

Die A6, als eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen zwischen Frankreich und Mittel- sowie Osteuropa, wird als leistungsfähige Verkehrsverbindung ausgebaut. Der mit mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Tag und einem Anteil von rund 30 Prozent Schwerlastverkehr hoch belastete Streckenabschnitt zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg wird seit 2017 sechsstreifig ausgebaut. 

Der Abschnitt grenzt im Osten an den noch auszubauenden Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Weinsberg und der Landesgrenze zu Bayern. Westlich des Abschnitts ist die A6 bereits sechsstreifig ausgebaut. Mit dem durchgängigen Ausbau von vier auf sechs Fahrstreifen innerhalb Baden-Württembergs wird die A6 an die verkehrliche Entwicklung angepasst.

Der im Dezember 2016 geschlossene ÖPP-Vertrag umfasst ein Volumen von circa 1,3 Milliarden Euro. Er sieht den sechsstreifigen Ausbau der A6 auf einer Gesamtlänge von 25,5 Kilometern vor. Zudem sind darin Betrieb und Erhaltung des gesamten Autobahnabschnitts auf einer Länge von 47,2 Kilometern für die Dauer von 30 Jahren geregelt. Neben dem Bau von rund 13 Kilometern Lärmschutzwänden und 17 Regenwasserbehandlungsanlagen werden auch zahlreiche Brückenbauwerke erneuert.

Unabhängig von den Bedenken des Landes hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von ÖPP-Projekten hat Baden-Württemberg den Ausbau der A6 stets mit einem großen Personalaufwand sowie einem großen Aufwand an Haushaltsmitteln für die Planungs- und Verfahrenskosten unterstützt. 

Das Land hat ein großes Interesse daran, dass dieser Streckenabschnitt möglichst schnell leistungsfähig ausgebaut wird. Vor diesem Hintergrund wird auch die Planung des sechsstreifigen Ausbaus der A6 vom Autobahnkreuz Weinsberg zur Landesgrenze von Bayern vom Land mit Hochdruck vorangetrieben. Mit der kürzlich erfolgten Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Streckenabschnitt zwischen Kupferzell und Ilshofen/Wolpertshausen ist hier ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht worden.

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