Da hagelt es jede Menge Anzeigen

Schämt euch, Gaffer: Jeder Zehnte filmt A6-Unfall!

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Seit 2017 werden Gaffer härter bestraft. Das hält viele Schaulustige aber nicht von ihrem abstoßenden Treiben ab.
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Die Beamten zückten die Aufnahmegeräte und filmten ihrerseits die Schaulustigen.

Einfach unglaublich! Die Leute haben offenbar nichts Besseres zu tun, als sich am Leid anderer zu erfreuen - und die Arbeiten des Notdiensts nach einem Unfall zu filmen. Jüngstes und besonders erschreckendes Beispiel: Der Brand eines Lkw gestern Mittag auf der A6 auf Höhe der Tank- und Rastanlage Kraichgau-Nord bei Sinsheim. 

Während die Feuerwehrleute den Brand auf der A6 bekämpften und weitere Einsatzkräfte mit der Untersuchung des Sachverhalts und der Bergung des beschädigten Sattelaufliegers auf der A6 beschäftigt waren, hatten einige der eingesetzten Polizisten auch den Verkehr im Blick.

A6: Jeder Zehnte filmt Lkw-Unfall nahe Sinsheim

Das Ergebnis: beschämend! Auf dem zeitweise einzig freigegebenen, linken Fahrstreifen auf der A6 bei Sinsheim in Fahrtrichtung Mannheim wurden in 15 Minuten 200 vorbeifahrende Fahrzeuge gezählt. 20 Fahrer filmten hierbei mit ihren Mobiltelefonen den Brand auf der A6 nahe Sinsheim sowie die Arbeiten der eingesetzten Rettungskräfte. Und das ist jeder Zehnte!

Die logische Folge: Die Polizisten zückten auf der A6 nahe Sinsheim ihrerseits die Aufnahmegeräte - und hielten die Gaffer und deren Handlungen bildlich fest. Nach Auswertung dieser Beweise werden entsprechende Anzeigen erfolgen.

A6-Gaffer nach Unfall: Strafen werden folgen

Bereits 2017 hatte der Bundestag härtere Strafen für das Gaffen eingeführt: Seitdem gilt es als Straftat, bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte zu behindern. Sensationslustige, die Verletzte und verunglückte Autos fotografieren oder filmen, müssen mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren rechnen. Dabei ist egal, ob die Aufnahmen veröffentlicht werden oder nicht.

Nicht weit von Sinsheim entfernt kam es heute ebenfalls zu einem Lkw-Unfall, bei dem der Fahrer verletzt wurde. Und bei einem Auffahrunfall zwischen Bretzfeld und Öhringen wurden kürzlich fünf Menschen verletzt.

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