Wie durch ein Wunder überlebt

Sechs Monate nach Horror-Unfall auf A6: So geht es Kangal Sarah nach Trauma und schwerer Verletzung heute

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Kangal-Welpe Sarah kämpft sich zurück ins Leben.
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Bei dem Unfall auf der A6 sieht zunächst alles nach einem Wunder aus - doch es kommt leider alles ganz anders.

+++ Update, 13.05.2019 +++ Nach Horror-Unfall auf A6: Ein Versprechen mit Gewicht

Sarah wird es gut gehen, versprochen. Diese wenigen Worte haben auch fast sechs Monate später noch immer Gewicht. Dabei hat das anfangs vermeintlich leichte Versprechen an einen Hundebesitzer inzwischen so viel mehr von Helfern abverlangt, als ursprünglich abzusehen war. Denn das Wunder, wie die Polizei den Horror-Unfall auf der A6 vom letzten November zunächst betitelte, nahm eine traurige Wendung.

Ein 58-Jähriger verlor bei einem Bremsmanöver auf der Autobahn die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der BMW schleuderte hunderte Meter über die A6 und überschlug sich. Mit im Auto damals: Kangal-Hündin Sarah. Herrchen und Welpe überlebten den Unfall beide. An einem Wiedersehen der beiden zweifelte die Tierrettung Unterland, die die schwer verletzte Hündin nach ihrem traumatischen Erlebnis in Obhut genommen hatte, zunächst nicht.

Nach Horror-Unfall auf A6: Kangal-Welpe Sarah droht die Einschläferung

Das Versprechen an Sarahs Herrchen, sich um die Hundedame zu kümmern, schien deshalb zeitlich begrenzt. Doch dann kam alles ganz anders. Drei Wochen nach dem Unfall erlag Sarahs Herrchen im Krankenhaus seinen Verletzungen. Und auch die so gut angelaufene Genesung des damals vier Monate alten Welpen bekam einen Knick.

Mehrere OPs hatte die Hündin schon damals hinter sich. Innere Verletzungen und zwei Brüche mussten geheilt werden. Doch einer von ihnen verschlimmerte sich zunehmend. Bei einer Bekannten und einer Pflegestelle konnte die bedürftige Kangalhündin deshalb leider nicht bleiben. Sogar die Einschläferung drohte. Doch das hätte das Versprechen an ihr verstorbenes Herrchen gebrochen.

Hündin Sarah: So geht es ihr sechs Monate nach dem A6-Unfall

Stattdessen kam am 2. Mai der Stuttgarter Verein Hilfe für Pfoten ins Spiel. Eigentlich rettet er Hunde und Katzen aus osteuropäischen Tötungsstationen. Doch Sarahs Schicksal bewegte auch hier. Sie wurde deshalb auf dem Hof des Vereins aufgenommen. Inzwischen hatte die Hündin mit einer enormen Fehlstellung einer Pfote zu kämpfen. Zwar konnte Sarah laufen, doch ein erneuter Bruch drohte.

Kangal-Hündin Sarah leidet an einer Fehlstellung der rechten Vorderpfote.

Deshalb brachten Helfer die Hündin knapp sechs Monate nach dem Horror-Unfall auf der A6 nun erneut zu einem Tierarzt - und weil der eine Kollegin empfahl, geht es auch da noch hin. Doch: Eine Diagnose und eine Behandlung stehen. Diese macht zwar eine weitere OP nötig, birgt aber auch die Hoffnung eines schönen Hundelebens für Sarah. Dann könnte es an ihr verstorbenes Herrchen in Gedanken vielleicht endlich heißen: Sarah geht es gut, versprochen.

Information: Wer Hündin Sarah bei ihrer Genesung helfen will oder Updates zu ihrem Gesundheitszustand lesen möchte, kann dies hier bei Facebook tun.

+++ Update, 17.12.2018 +++ Sarahs Herrchen verstirbt drei Wochen nach Unfall

Das vermeintliche Wunder auf der A6 hat leider kein Happy End. Wie die Polizei heute mitteilte, ist Sarahs Herrchen, der 58-jährige BMW-Fahrer, drei Wochen nach dem schweren Unfall seinen Verletzungen erlegen.

Wie es nun mit der jungen Hündin weitergeht, ist derzeit noch unklar.

+++ Update, 10.12.2018 +++ Trotz aller Strapazen noch ein Welpe

Die Tierrettung kümmert sich derzeit nicht nur um Sarahs medizinische Belange. Die vier Monate alte Hündin ist trotz ihres Horror-Unfalls zum Glück immer noch ein Spielkind. Und vorsichtiges Raufen ist inzwischen schon wieder drin. Abends gibt's wie bei jedem Kleinkind übrigens ein Kuscheltier mit ins Bett: Herr Bär.

Horror-Unfall auf A6: Sarahs Herrchen verliert die Kontrolle

Selbst die Polizei bezeichnete den Horror-Unfall auf der A6 Ende November als Wunder. Damals war ein 58-Jähriger bei mehr als 200 Stundenkilometer fast 300 Meter über die Autobahn geschleudert und überschlug sich mit seinem Wagen mehrfach. Mit im Fahrzeug: Kangal-Welpe Sarah. Sie selbst wurde bei dem Unfall schwer verletzt - und ihre Geschichte ist seitdem ein ganz eigenes Wunder.

Die Geschichte von Sarah beginnt am 26. November. Sarah ist mit ihrem Herrchen in dessen BMW auf der A6 unterwegs. Sie fahren schnell. Sehr schnell. Zwischen 200 und 230 km/h auf der linken Spur. Doch plötzlich zieht offenbar ein anderes Fahrzeug raus, ohne den rasanten BMW zu beachten. Sarahs Herrchen will bremsen. Doch der 58-Jährige verliert die Kontrolle.

Die Tierrettung Unterland wurde wegen der schwer verletzten Hündin Sarah zum Horror-Unfall auf der A6 gerufen.

Das Fahrzeug gerät zunächst gegen die linke Betonleitwand, schleudert dann quer über die A6 in die rechte Leitplanke. Anschließend überschlug sich der BMW auf etwa 270 Metern Länge wohl mehrfach, zerstörte die Leitplanke dabei teilweise völlig. Letztlich blieb der Wagen im angrenzenden Wald stehen.

Unfall auf A6: Welpe Sarah wird schwer verletzt

Wie viel Sarah von dem Horror-Unfall mitbekam, ist unklar. Irgendwann während der 270 Meter wurde sie aus dem BMW katapultiert. Im Schock rannte sie auf die Fahrbahn - und wurde angefahren. Dabei wurde Sarah schwer verletzt. Doch die Hundedame überlebte. Dank der Tierrettung Unterland kämpft sie sich nun zurück.

Brüche des linken Vorder- und Hinterlaufes sowie innere Verletzungen machten zunächst mehrere Operationen notwendig. Sarah kam anschließend zur Genesung zu einem Bekannten ihres Herrchens. Doch leider öffnete sich die OP-Naht mehrfach. Schließlich hielt die Metallplatte zur Stabilisierung der Bruchstelle nicht mehr.

Nach Unfall auf A6: Tierrettung kämpft um Sarah

Für Welpe Sarah bedeutete das eine weitere OP, eine neue Platte. Um sie optimal medizinisch versorgen zu können, kümmert sich seit Freitag nun ein Tierrettungs-Team um Sarah. Denn das Versprechen an ihr Herrchen, um Sarah zu kämpfen, will die Tierrettung in jedem Fall halten.

Dafür hat sie nicht nur eine eigene Facebook-Seite eingerichtet. Dort hält sie alle auf dem Laufenden, die rührend Anteilnahme an Sarahs Schicksal genommen haben. Die Tierrettung sammelt auch Spenden für die OP-Kosten. Die will sie Sarahs Herrchen, der sich selbst ebenfalls auf dem langen Weg der Besserung befindet, am liebsten ersparen. Damit die beiden bald wieder glücklich - und gesund - zusammen sein können.

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