Nervenkitzel hält nicht lange an

Mit Gleitschirm auf A6 - Männer machen illegalen Sprung von Kochertalbrücke

Die Kochertalbrücke der A6.
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Zwei junge Männer sprangen mit ihren Gleitschirmen von der A6-Brücke über das Kochertal.
  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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Zwei Männer springen von der A6 im Kreis Schwäbisch-Hall - nur für den Nervenkitzel. Bei der Landung erwartete einen von ihnen schon ein blaues Wunder.

Zwei junge Männer haben am Samstagmorgen für Aufregung auf der Autobahn 6 bei Braunsbach im Kreis Schwäbisch-Hall gesorgt. Sie konnten trotz schneller Reaktion nicht mehr daran gehindert werden, mit Gleitschirmen einen illegalen Sprung von der Kochertalbrücke zu wagen. Doch der Nervenkitzel dürfte immerhin für einen von beiden nur von sehr kurzer Dauer gewesen sein.

Illegale Aktion auf A6: Männer springen mit Gleitschirm von Autobahnbrücke

Ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei hatte beobachtet, wie die beiden Männer gegen 9.20 Uhr ihre Autos auf dem Parkplatz der Kochertalbrücke auf der A6 abstellten. Dann liefen die beiden entgegen der Richtungsfahrbahn Nürnberg auf dem Standstreifen zurück zur Kochertalbrücke.

Im Gepäck bei ihrem ohnehin schon verbotenen und gefährlichen Spaziergang auf der A6: Gleitschirmequipment. Das ließ den Zeugen richtigerweise annehmen, dass die beiden Männer von der Kochertalbrücke springen wollten. Die Polizei wurde deshalb umgehend alarmiert.

Ein Blick aus dem Inneren der Kochertalbrücke lässt erahnen, in welche Tiefe die Männer mit ihren Gleitschirmen sprangen.

A6: Männer springen von Kochertalbrücke - Polizei schnappt Gleitschirmflieger

Doch obwohl auch die umliegenden Polizeistreifen schnell handelten, konnten die Männer nicht mehr an ihrem illegalen Sprung gehindert werden. Sie segelten mit den Gleitschirmen von der A6-Brücke. Doch bei der Landung wartete immerhin auf einen der beiden Männer wortwörtlich ein blaues Wunder - in Person der Polizei. Der 21-Jährige wurde kontrolliert.

Illegaler Sprung von A6: Kochertalbrücke war vielleicht der besondere Nervenkitzel

Außerdem führten die Beamten ein belehrendes Gespräch mit dem jungen Mann und beschlagnahmten seinen Gleitschirm. Der zweite Mann konnte nach dem Gleitschirmsprung von der A6 flüchten. Nun erfolge laut Polizei „die rechtliche Prüfung des Sachverhaltes durch eine Fachdienststelle“.

Die Kochertalbrücke bei Braunsbach in Baden-Württemberg ist Teil der A6 zwischen Heilbronn und Nürnberg. Die beiden jungen Männer dürften sich aufgrund ihrer Ausmaße genau diese Autobahnbrücke für ihren Sprung mit dem Gleitschirm ausgesucht haben.

Gleitschirm-Sprung von A6: Illegale Aktion auf Autobahn nicht die erste

Mit 185 Metern Maximalhöhe über dem Erdboden ist die A6-Brücke über das Kochertal die höchste Talbrücke in Deutschland. Spektakuläre Ausblicke bot die Kocherbrücke der A6 schon einmal - da allerdings ganz legal. Doch normalerweise ist das Betreten der Brücke für Fußgänger nicht möglich.

Leider halten solche Verbote Adrenalinjunkies nicht immer ab. Eine ähnliche Aktion wie die der beiden jungen Männer auf der Kochertalbrücke mit ihren Gleitschirmen gab es in diesem Jahr schon einmal.

Sprung von Autobahnbrücke: Laut Polizei droht Freiheits- oder Geldstrafe

Im Juni sprangen zwei sogenannte Basejumper mit Fallschirmen von der Autobahn-Talbrücke Nuttlar auf der A46 in Nordrhein-Westfalen. Auch ihrem Nervenkitzel bereitete die Polizei anschließend ein jähes Ende.

„Der Sprung ist eine Straftat nach dem Luftverkehrsgesetz.“

Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis im Juni 2020 zu einem Base-Jump von einer A46-Brücke

Die Beamten machten damals in einer Pressemitteilung klar: Der Sprung von der Autobahnbrücke „stellt eine Straftat nach dem Luftverkehrsgesetz dar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden“.

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