Weitere Anschuldigungen

Neue Vorwürfe gegen Hoffman - pikante Weinstein-Anekdote von Jackson

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Zahlreiche Frauen werfen Dustin Hoffman unter anderem vor, er habe sie begrapscht, zu sexuellen Handlungen gedrängt, sich vor ihnen ausgezogen oder masturbiert.

Dustin Hoffman sieht sich neuen Vorwürfen von sexueller Belästigung ausgesetzt. Unterdessen spricht der berühmte Regisseur Jackson über eine unschöne Erfahrung mit den Weinstein-Brüdern.

Oscar-Preisträger Dustin Hoffman (80) wird mit weiteren Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert. Mehrere Frauen schilderten in Interviews mit den US-Magazinen „Variety“ und „Hollywood Reporter“ angebliche Übergriffe des Schauspielers, die in den 1970er und 1980er Jahren stattgefunden haben sollen.

Die teilweise namentlich genannten Frauen werfen Hoffman unter anderem vor, er habe sie begrapscht, zu sexuellen Handlungen gedrängt, sich vor ihnen ausgezogen oder masturbiert. Einige der Frauen gaben an, dass sie zu diesem Zeitpunkt minderjährig gewesen seien, andere Anfang 20.

Hoffmans Management habe auf Anfrage keine Stellungnahme des Schauspielers bereitgestellt, berichtete „Variety“. Jedoch habe Hoffmans Anwalt Mark A. Neubauer auf die Vorwürfe reagiert und diese als „verleumderische Unwahrheiten“ bezeichnet, schrieb das Branchenblatt.

Anfang November hatte die US-Autorin Anna Graham Hunter in einer Gastkolumne im „Hollywood Reporter“ Vorwürfe erhoben, der Schauspieler habe sie 1985 als 17-Jährige wiederholt belästigt. Sie habe damals am Set des TV-Films „Death of a Salesman“ als Produktionsassistentin ein Praktikum gemacht. Ihren Beschreibungen zufolge habe Hoffman sie um eine Massage gebeten, an den Po gegriffen und mehrfach mit anzüglichen Bemerkungen bedrängt.

Hoffman reagierte damals auf die Vorwürfe mit einer Stellungnahme. Er habe „größten Respekt“ für Frauen und er fühle sich schrecklich, dass er die Frau möglicherweise durch sein Verhalten in eine „unangenehme Situation“ gebracht haben könnte. „Dies reflektiert nicht, wer ich bin“, zitierte das Blatt den Schauspieler.

Star-Regisseur: „Weinstein-Brüder wie zweitklassige Mafia-Tyrannen“

Unterdessen hat der Oscar-prämierte neuseeländische Regisseur Peter Jackson hat dem früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein eine Schmutzkampagne in den 90er Jahren gegen Schauspielerinnen vorgeworfen, die zuletzt Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben hatten. 

Regisseur Peter Jackson erzählt von einer unschönen Erfahrung mit den Weinstein-Brüdern.

Jackson, der bei der anfänglichen Produktion von "Herr der Ringe" mit Weinstein und dessen Bruder Bob zusammenarbeitete, sagte am Freitag, die beiden hätten sich wie "zweitklassige Mafia-Tyrannen" benommen. Zwar habe er keine direkte Kenntnis von Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Weinstein gehabt, der Produzent habe ihn aber unter Druck gesetzt, die Hollywood-Schauspielerinnen Ashley Judd und Mira Sorvino nicht zu beschäftigen. 

Beide Schauspielerinnen hatten Weinstein zuletzt öffentlich der sexuellen Belästigung beschuldigt. Ende der 90er Jahre seien Judd und Sorvino im Gespräch für Rollen in "Herr der Ringe" gewesen, als Weinsteins Produktionsfirma Miramax eingeschritten sei. "Ich erinnere mich, dass Miramax uns sagte, es sei ein Albtraum mit ihnen zu arbeiten und wir sollten sie um jeden Preis meiden", sagte Jackson der Mediengruppe Fairfax New Zealand. Zu diesem Zeitpunkt habe er keinen Grund gehabt, das in Frage zu stellen. Im Nachhinein sei ihm aber klar geworden, "dass damit die Miramax-Schmutzkampagne wohl in vollem Gange" war. 

Er gehe nun davon aus, dass es sich um "falsche Informationen über diese beiden talentierten Frauen" gehandelt habe. Miramax hatte sich letztlich von der "Herr der Ringe"-Produktion zurückgezogen, die Trilogie wurde schließlich von New Line produziert. Regisseur Jackson sagte, Harvey und Bob Weinstein seien nicht "die Art von Leuten" gewesen, mit denen er arbeiten wollte. "Also tat ich das nicht", sagte er. "Filmemachen macht viel mehr Spaß, wenn man mit netten Leuten arbeitet", sagte er. Inzwischen erheben mehr als hundert Frauen Vorwürfe gegen Harvey Weinstein - diese reichen von Belästigung bis zur Vergewaltigung.

dpa/AFP

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