Amazon zeigt zweite Staffel von "You Are Wanted" 

Matthias Schweighöfer: "Die meisten Leute finden das, was ich mache, sowieso scheiße..."

+
Matthias Schweighöfer auf der Premierenfeier von "You Are Wanted 2" in Berlin.
  • schließen

"You Are Wanted" ist die mit Abstand erfolgreichste Amazon-Serie in Deutschland. Am Freitag startet die zweite Staffel. echo24.de traf den Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur Matthias Schweighöfer zum Interview in Berlin... 

Haben Sie beim Dreh der zweiten Staffel unter besonderem Druck gestanden? Nein. Ich bin froh, dass die zweite Staffel künstlerisch noch besser ist. Aber das ist ja bei Serien generell so. Die Leute, die auf die zweite Staffel aufmerksam werden, müssen sich noch mal die erste Staffel angucken. Die Frauenrollen sind in der zweiten Staffel wirklich großartig.

Weltpremiere der zweiten Staffel war in Los Angeles. Was ist das für ein Gefühl, wenn man die erste Folge auf einer großen Leinwand sieht? Das ist schon beeindruckend und man denkt, das könnte jetzt auch ein Kinofilm sein. Aber das deutsche Kino erlaubt ja leider kein Genre. Was es uns Filmschaffenden immer sehr schwierig macht, uns zu entscheiden. Wenn man einen Genrefilm dreht, muss man sich vorher fragen, wie hart ist der Aufprall, wird es wehtun? Wie viel Geld muss man in die Hand nehmen? Wie viel Geld ist man bereit, beim Dreh zu verlieren? Oder dreht man doch vielleicht lieber wieder eine Komödie? Deswegen bin ich total froh, dass Amazon so hinter uns steht, dass wir das Action-Genre über die Streaming-Plattform austesten können. Und Kino ist dann noch mal eine ganz andere Sache…

In der zweiten Staffel geht es u.a. um Cyberkriminalität. Was haben Sie für Ihr Nutzungsverhalten im Internet gelernt? Die Hacker, die den Stoff mit entwickelt haben, sagen zu Sicherheit im Netz nur einen Satz: „Sicherheit im Netz hast du nur dann, wenn du nicht online bist.“ Ansonsten brauche man da gar nicht drüber nachzudenken. Und ich bin meistens online. (lacht)

Kinorolle für Nationalspieler Jérôme Boateng

Nationalspieler Jérôme Boateng hat Sie am Set besucht. Hat er auch eine Rolle in „You are wanted“ übernommen? Nein. Er hat sich ja verletzt. Aber ich wollte ihn für einen der nächsten Filme mal besetzen.

Bei der Verabschiedung von Boateng haben Sie gesagt, dass Sie bei der Fußball-WM als Nacktflitzer über den Platz laufen wollen… Natürlich mache ich das nicht. Wenn ich das in Russland mache, komme ich nie wieder aus dem Knast. Das wäre nur in Deutschland gegangen… (lacht)

Alexandra Maria Lara und Matthias Schweighöfer bei der Weltpremiere von "You Are Wanted" in Hollywood.

Wissen Sie schon, was Sie in der drehfreien Zeit machen werden? Ich fliege ab Anfang Juli wieder für einen Monat nach L.A. Es war wirklich interessant, mal wo zu sein, wo einen wirklich keiner kennt. Man läuft einfach nur über die Straße, ohne dass sich wer umdreht. Und wenn sie einen angucken, dann höchstens, weil sie denken: coole Jacke oder coole Schuhe. (lacht) Wir waren jetzt mal wieder in einem anderen Land und wenn man dann mit Abstand draufguckt, finden die meisten Leute hier, das, was ich mache, sowieso scheiße. Das lustigste Gespräch, was ich in der letzten Zeit hatte, war mit dem internationalen Chef von Warner. Wir redeten über Luc Besson und dann sagte er: 'Wir hätten vielleicht einen Film für dich. Sag mal, kannst du Martial Arts?' Dann habe ich ihn angeguckt und habe gesagt, dass wir in Deutschland eigentlich kein Martial Arts brauchen. Es hat vielleicht eine Sekunde gedauert, bis ihm klar wurde, dass ich aus Deutschland komme. Wenn ich jetzt noch einen Martial-Arts-Film drehen würde, würden die Kritiker komplett ausflippen und schreiben: 'Dreht er jetzt vollkommen durch?'

Wann ist das bei Ihnen so gekippt, dass Sie auch mehrere, schlechte Kritiken bekommen haben? Vielleicht weil das auch mit Erfolg zu tun hat. Deutschland hebt seine Stars nicht hoch. In unserem Land muss man eher stiller sein als laut. Was total in Ordnung ist. Es ist klares Entertainment. Das können manche Leute doof finden, andere finden es gut.

Auch interessant

Simplify your life: Matthias Schweighöfer kommt nur schwer ohne Handy aus.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare