Das Musical "Beat it!" ist am 23. April 2019 auch in Heilbronn zu sehen

Zum 60. Geburtstag: Exklusive Einblicke in Michael Jacksons Privatleben

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Wäre Michael Jackson im Juni 2009 nicht gestorben, würde er heute seinen 60. Geburtstag feiern.
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Im Interview spricht Ex-Bravo-Chefredakteur Alex Gernandt, wie er den "King of Pop" in vielen persönlichen Treffen erlebt hat.

Der "King of Pop" war, ist und bleibt ein Phänomen: Auch mehr als neun Jahre nach seinem Tod ist Michael Jackson unvergessen. Heute wäre "Jacko" 60 Jahre alt geworden. Zu diesem Jubiläum geht ab Oktober das Musical "Beat it!" auf Tournee. Am Dienstag, 23. April, gastiert die Hommage-Show um 20 Uhr auch in der Heilbronner Harmonie.

Zum 60. Geburtstag von Michael Jackson kommt einer zu Wort, der den Superstar sehr privat kennengelernt hat. Alex Gernandt ist nicht nur Berater des "Beat it!"-Musicals, sondern hat "Jacko" als ehemaliger Bravo-Chefredakteur 16 Mal exklusiv getroffen. Im Interview erzählt Gernandt von großen, emotionalen Momenten, Backstage-Erlebnissen und von der absoluten Einmaligkeit des "King of Pop".

echo24.de: Welche Bedeutung hatte Michael Jackson für die Bravo lesende Jugend von damals?
Alex Gernandt: Michael Jackson war ein Megastar, von Millionen bewundert und unerreichbar. Über 30 mal war er auf dem Cover der Bravo, er gewann elf Goldene Bravo-Ottos als beliebtester Sänger. 1993 war es mir als Reporter gelungen, ihn in Istanbul bei einem Konzert der "Dangerous"-Tour erstmals persönlich zu treffen. Das war damals etwas wirklich Besonderes, da er sich stets den Medien verweigerte. Durch die Berichte in der Bravo lernten die Fans ihn auch von seiner menschlichen Seite kennen. Bei jedem Treffen musste ich Jackson meine letzte Story über ihn Wort für Wort ins Englische übersetzen. Als ich einmal schrieb: 'Michaels HIStory-Show ist sensationell!' fragte er mich ungläubig: "You really wrote that? – Hast du das wirklich geschrieben?" Das war keineswegs Koketterie, sondern wirklich ernst gemeint – und sagt viel über den Menschen Michael Jackson aus!"

Das Musical "Beat it!" gastiert am 23. April 2019 in Heilbronn.

Was fasziniert die Menschen auch heute noch an Jackson?
Es sind wohl in erster Linie seine unsterblichen Hits, seine bahnbrechenden Musikvideos und seine legendären Bühnenperformances. Michael Jackson zählt für mich neben Elvis Presley, den Beatles, Bob Dylan, David Bowie und Tina Turner zu den wichtigsten Künstlern der Pop-Geschichte. Ab den Achtzigerjahren hat Jackson das Showbusiness im Alleingang neu definiert und mit seinem Wirken auf ein neues Level gehoben. Das Werk, das er hinterlässt, ist absolut zeitlos. Hits wie "Beat it", "Thriller", "Smooth Criminal" oder "Earth Song" klingen heute noch genau so spannend und packend wie damals!

Sie haben Jackson persönlich kennengelernt und lange begleitet. Was war er für ein Mensch?
Ich habe Jackson als einen äußerst facettenreichen, positiven und klugen Menschen kennengelernt. Er konnte verspielt sein wie ein Kind, sich über kleinste Gags amüsieren, war aber gleichzeitig sehr gebildet und belesen – und ein knallharter Geschäftsmann, der eisern für seine künstlerischen Visionen und Interessen kämpfte, um zum Erfolg zu kommen. Kompromisse ging er nur selten ein. Dabei wirkte er auf mich immer überraschend bescheiden, war höflich, oft auch schüchtern und alles andere als die vielmals vermutete Marionette. Ein absoluter Perfektionist, der sein ganzes Leben dem Erfolg unterordnete, der sich ständig aufs Neue beweisen wollte, sich nie auf Lorbeeren ausruhte.

Michael Jackson starb am 25. Juni 2009.

In Sachen Professionalität gab es wohl keinen vergleichbaren Künstler zu dieser Zeit. Was war die herausragendste Eigenschaft von Michael Jackson aus professioneller Sicht?
Sein unbedingter Wille zum Erfolg, seine absolute Einsatzbereitschaft. Michael gab alles! Das hatte er bei seinem Vater Joseph auf oft unmenschliche Art und Weise gelernt. Michael war sehr hart gegen sich selbst, ein totaler Perfektionist, der genau wusste, was er wollte - und was nicht! Der Großteil der Ideen kam allein von Michael - zu Songs und Texten, Musikvideos, Outfits oder spektakulären Shows. Bei seinem unvergessenen "Wetten, dass..?"-Auftritt im November 1995 erklärte er Regisseur bei der Probe eine halbe Stunde lang, wie beim "Earth Song" das Bühnenlicht eingestellt werden sollte. Der wurde fast wahnsinnig – aber an die Performance erinnert man sich noch heute!

Sie haben in Ihrer  Arbeit mit Jackson einiges erlebt. Gibt es die eine oder andere spannende, lustige oder bewegende Geschichte, die Ihnen einfällt? Auf Tour oder bei Videodrehs zum Beispiel?
Jede einzelne Begegnung mit Jackson war ein Privileg, weil er extrem medienscheu war. Es war ein großes Glück, dass ich mit der Zeit sein Vertrauen gewinnen konnte und immer wieder eingeladen wurde, zu seinen Konzerten, Videodrehs oder TV-Auftritten in aller Welt. Besonders gern denke ich an den Videodreh zu "They don't care about us" im Februar 1996 zurück. Gedreht wurde in den Straßen von Salvador da Bahia und in den Slums von Rio de Janeiro. Im Elendsviertel von Rio war es gefährlich, Morde waren dort damals an der Tagesordnung. Aber Michael bestand darauf, das Video zu dem sozialkritischen Song an authentischen Orten zu drehen! Bei Michaels Managern führte dies zu Schweißausbrüchen. Um die Sicherheit des Teams zu garantieren, machte Regisseur Spike Lee die männlichen Favela-Bewohner am Set kurzerhand zu "Bodyguards" und drückte ihnen ein paar Dollar in die Hand, damit die Situation nicht eskalierte. Die Jungs fühlten sich geehrt und blieben ruhig.

Das Musical "Beat it!" gastiert am 23. April 2019 in Heilbronn.

Es gab über MJ nicht nur positive Schlagzeilen...
Ich habe Jackson oft aus nächster Nähe erleben und hinter die Maske blicken dürfen. Bei den Treffen trug er niemals einen Mundschutz. Es wurden oft haarsträubende Dinge über ihn berichtet, die wohl die Sensationsgier bedienen sollte. Kaum wurde erwähnt, dass er seit den 1980er Jahren an der Weißfleckenkrankheit Vitiligo litt und sich aus diesem Grund die Haut bleichen ließ. Daraus wurde schnell: Michael Jackson will kein Schwarzer sein, was definitiv nicht stimmte. Ich habe Michael oft begleiten können, als er etwa vor seinen Konzerten in Budapest oder Bukarest Krankenhäuser und Waisenhäuser besuchte, Spielzeug verteilte und Spendenschecks überreichte. Jackson versuchte, mit den kranken Kids zu kommunizieren, er nahm sich Zeit. Man hat gemerkt, dass das von Herzen kommt und keine schnelle PR-Aktion fürs Image war. Im Gegenteil: Fotografen wollte er gar nicht dabeihaben.

Gibt es in der heutigen Zeit überhaupt noch Künstler, die den "Großen" von damals das Wasser reichen können?
Nein! Natürlich dreht sich die Popwelt weiter und es gehen immer wieder neue talentierte Künstler erfolgreich an den Start - etwa Ed Sheeran, Drake,Beyoncé oder auch Helene Fischer. Aber: einen Michael Jackson wird es kein zweites Mal geben! Seine Kombination aus Talent, Kreativität und Ausstrahlung war einmalig.

Was muss eine Show wie "Beat it!" können, um Jackson gerecht zu werden?
In erster Linie muss sie entertainen, die Zuschauer in ihren Bann ziehen und begeistern! Ich erlebe "Beat it!" als eine sehr gelungene Musical-Biographie: Sie ehrt und feiert Michael Jackson, den Künstler und sein Lebenswerk, gekonnt und respektvoll. Die Tänzer und Akteure auf der Bühne sind hochtalentiert und bringen den Spirit von Michael perfekt rüber, allen voran Dantanio Goodman und Koffi Missah, die den erwachsenen und jungen Jackson darstellen. Es ist eine Show voller Emotionen, mit überragenden Tanz-Performances und allen großen Hits von Michael, die noch heute Millionen Fans in aller Welt begeistern.  

Information

"Beat it - Die Show über den 'King of Pop'" gastiert am Dienstag, 23. April 2019, in der Harmonie in Heilbronn.  

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