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Ab 1. Oktober: Heizungs-Check wird Pflicht – wer ist betroffen?

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Von: Andrea Stettner

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Millionen Deutsche müssen ab Oktober 2022 ihre Gasheizung überprüfen lassen. Hier erfahren Sie, wer betroffen ist und wie der Heizungs-Check abläuft.

In Deutschland wird das Gas knapp. Weil viele Gasheizungen zudem nicht sonderlich effizient arbeiten, hat die Bundesregierung in ihrer Energieeinsparverordnung einen verpflichtenden Heizungs-Check eingeführt. Ab 1. Oktober 2022 sollen alle Gasheizungen in Deutschland geprüft werden. Wer davon betroffen ist und was das bedeutet, lesen Sie im Folgenden.

Heizungswartung. Ab 1. Oktober 2022 wird ein Heizungs-Check für Gasheizungen Pflicht.
Ab 1. Oktober 2022 wird ein Heizungs-Check für Gasheizungen Pflicht. © Bernd Friedel/Imago

Heizungs-Check wird Pflicht: Warum ist eine Prüfung notwendig?

Viele Gasheizungen in Deutschland sind nicht richtig eingestellt oder werden nur unregelmäßig gewartet. Die Folge: Sie verbrauchen unnötig viel Energie. Der Heizungs-Check soll jetzt dafür sorgen, dass die Gasheizung optimal funktioniert und effizient arbeitet.

Wer muss den Heizungs-Check durchführen lassen?

Den verpflichtenden Heizungs-Check nach der Energiesparverordnung müssen alle Haus- und Wohnungsbesitzer durchführen lassen, die eine erdgasbetriebene Heizungsanlage besitzen. Dafür haben sie ab 1. Oktober 2022 zwei Jahre lang Zeit. Für die Prüfung müssen Fachleute beauftragt werden. Mieter und Mieterinnen müssen dagegen nichts unternehmen.

Wer erst kürzlich eine Prüfung, einen Pumpentausch o.ä. hat durchführen lassen, sollte dies bereits im Vorfeld bei seinem Handwerker ansprechen. Denn: „Liegt eine vergleichbare Prüfung nicht länger als zwei Jahre zurück, ist kein erneuter Check notwendig“, schreibt die Deutsche Handwerkszeitung.

Wer führt die Heizungsprüfung durch?

Für die Durchführung des Heizungs-Checks stehen Eigenheimbesitzer mehrere Möglichkeiten offen. So können Sie etwa einen Heizungsbauer, den Schornsteinfeger oder auch einen Energieberater beauftragen. Wichtig ist nur, dass die Prüfung der Heizungsanlage von einem Fachbetrieb durchgeführt wird. Um Aufwand und Anfahrtskosten zu senken, rät der Schornsteinfegerverband dazu, den Heizungscheck im Rahmen anderer Arbeiten im Haus, wie der regulären Heizungswartung, prüfen zu lassen. Achten Sie auch auf eventuell vorhandene Wartungsverträge für Ihre Heizungsanlage, um mögliche Garantieansprüche nicht zu verlieren.

Was wird beim Heizungs-Check geprüft?

Folgende Punkte sollen laut der „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch mittelfristig wirksame Maßnahmen“ geprüft werden:

  1. Sind die technischen Einstellungen der Heizung hinsichtlich der Energieeffizienz optimiert?
  2. Muss die Heizung hydraulisch abgeglichen werden?
  3. Werden effiziente Heizungspumpen im Heizsystem eingesetzt?
  4. Müssen Dämmmaßnahmen von Rohrleitungen und Armaturen durchgeführt werden?

Die Verordnung unter dem sperrigen Namen Mittelfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSimiMaV) können Sie im Wortlaut auf der Seite des Bundestags nachlesen.

Wie viel kostet der Heizungs-Check?

Welche Kosten im Rahmen der Heizungsprüfung auf Eigentümer zukommen, ist pauschal nicht zu sagen. Die Kosten hängen unter anderem vom Anbieter, von der Dauer und dem Umfang der Arbeiten ab. Ein einfacher Heizungscheck (Aufwand: 1 Stunde) kostet in der Regel zwischen 100 und 150 Euro. Weitere Optimierungsarbeiten, wie etwa Dämmungen, kommen dann noch hinzu.

Sie wollen beim Heizen Geld sparen? Dann prüfen Sie am besten die Temperaturen in Ihren Wohnräumen. Von einer Absenkung der Warmwassertemperatur, um Gas zu sparen, sollten Sie dagegen lieber die Finger lassen.

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