Regeln für Hund, Katze oder Hamster im Haushalt

„Hier keine Haustiere!“ – das dürfen Mieter einfach machen

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Darf ein Vermieter die Haustierhaltung verbieten? (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Wohnungssuche mit Haustier ist oft schwer - doch darf ein Vermieter überhaupt die Tierhaltung verbieten? Eine Übersicht:

„Haustiere: NEIN“ - diese Angabe findet man heutzutage häufig in Wohnungsannoncen auf der Suche nach einem neuen Heim. Oft macht es die Wohnungssuche erheblich schwieriger, wenn man mit tierischen Mitbewohnern zusammenlebt und diese - selbstverständlich - mit ins neue Zuhause ziehen sollen. Doch was dürfen Vermieter eigentlich verbieten? Was muss abgeklärt werden?

Eine positive Nachricht für alle Mieter dürfte sein: Oft dürfen Haustiere trotz Verbots mit in die neue Wohnung ziehen. Dabei kommt es besonders darauf an, um was für ein Tier es sich handelt. Kleintiere zum Beispiel kann der Vermieter gar nicht verbieten. Dazu zählen nach einer Faustregel des Bundesgerichtshofs alle Tiere, die in geschlossenen Behältnissen gehalten werden können - also zum Beispiel Schildkröten, Kaninchen oder Hamster - aber auch Zierfische. In diesem Fall muss ein Mieter seinen Vermieter nicht um Erlaubnis bitten, da die Haltung zum vertragsmäßigen Gebrauch einer Mietwohnung gehört.

Haustiere in Mietwohnungen: Kann der Vermieter Katze, Hund oder Hamster verbieten?

Das bedeutet, auch wenn im Mietvertrag „jegliche Tierhaltung verboten“ ist, können Kleintiere ohne Probleme mitgebracht werden. Denn laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine Klausel, die Tierhaltung pauschal verbietet, immer unwirksam. Bei Hunden oder Katzen gelten allerdings andere Regeln.

Wenn laut Mietvertrag die Tierhaltung erlaubt ist, dann sind „gewöhnliche“ Haustiere wie Hund oder Katze kein Problem. Dennoch kann ein Vermieter vertraglich verlangen, dass sich der Mieter ihre Zustimmung einholen muss. Immerhin muss der Vermieter dann aber im Falle einer Ablehnung eine nachvollziehbare Begründung anbringen, das berichtet wohnglück.de.

Der Bundesgerichtshof lässt demnach keine abstrakten Kriterien genügen - es muss konkret dargelegt werden, wie die Katzen- oder Hundehaltung Vermieter, Nachbarn oder die Wohnung beeinträchtigen könnten. Ausschlaggebend sind zum Beispiel die Art, Größe oder Anzahl der Tiere, aber auch ihr Verhalten kann eine Rolle spielen - außerdem sind Größe und Zustand der Wohnung oft ausschlaggebend.

Haustiere in Mietwohnungen: Kann bei Tierhaltung die Miete steigen?

Was einem Hunde- oder Katzenhalter allerdings passieren kann ist, dass die Kaltmiete im neuen Zuhause mit tierischem Mitbewohner höher ausfällt. „Wegen der höheren Abnutzung der Mietsache“, empfiehlt der Vermieterverein dieses Vorgehen auch seinen Mitgliedern. Was nicht geht, ist eine Erhöhung der Miete, wenn das Mietverhältnis schon läuft und die Katzenhaltung erst nachträglich erlaubt wird.

Für Hundehalter gibt es außerdem noch gesonderte Regelungen - denn jedes Bundesland hat sein eigenes Hundegesetz. Darin ist festgehalten, welche Hunderassen als sogenannte „Listenhunde“ eingestuft werden, welche Auflagen es dementsprechend gibt und ob manche Rassen sogar gänzlich verboten sind. Zusätzlich muss ein Hundehalter sicherstellen, dass sein Vierbeiner nicht zu oft und laut bellt - denn dann können Gerichte entscheiden, dass das Tier ausziehen muss.

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Anders sieht es da schon aus, wenn der Mieter seinen Hund zwingend benötigt - wenn der Mieter auf tierische Unterstützung zum Beispiel durch einen Blinden- oder Assistenzhund angewiesen ist, darf ein Vermieter die Haltung in der Regel nicht verbieten.

Haustiere in Mietwohnungen: Sonderfälle und Haftung - wie entscheiden Gerichte?

Ein Sonderfall bleiben noch exotische oder gefährliche Tiere wie beispielsweise Schlangen oder Frettchen. Diese sind nach der gängigen Rechtsprechung nämlich nicht den erlaubnisfreien Kleintieren zuzuordnen - der Vermieter muss also um Zustimmung gebeten werden. Allerdings sind sogar Wildtiere in manchen deutschen Bundesländern nicht generell verboten. In Baden-Württemberg zum Beispiel dürfen laut Landesverordnung Pumas gehalten werden. Ein Heilbronner Unternehmen hält sich einen Falken.

Bleibt noch die Frage, was eigentlich passiert, wenn Haustiere in der Mietwohnung Schäden anrichten. Kann der Vermieter dann Schadenersatz verlangen? Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Schäden an Parkett oder Laminat durch Krallen zum Beispiel ist strittig - manche Gerichte sehen sie als übliche Abnutzung, für die ein Mieter nicht aufkommen muss, andere urteilen, dass das Haustier in Räumen mit empfindlichem Boden spezielle Tiersocken tragen muss.

Bei groben Schäden an einer mitvermieteten Einbauküche oder der Tapete beispielsweise haftet der Mieter in der Regel - doch inwieweit ein Halter für Spuren der Tierhaltung aufkommen muss, wird vor Gericht für den Einzelfall entschieden - immerhin: In der Regel sind Katzen über die private Haftpflichtversicherung ihrer Herrchen und Frauchen mitversichert.

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