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Zimmer für Gegenleistung – so gefährlich kann die Wohnungssuche sein

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„Wohnung verzweifelt gesucht!“
Nicht selten nutzen Vermieter die Verzweiflung der Wohnungssuchenden bewusst aus. © Paul Zinken/dpa

Bei der aktuellen Lage auf dem Wohnungsmarkt geraten viele Wohnungssuchende in Verzweiflung. Manche Vermieter nutzen diese Verzweiflung aus und verlangen oftmals mehr als nur Geld - besonders für Frauen nicht ungefährlich.

Erst im August hat die Polizei in Heidelberg die Ermittlungen gegen einen Mann aufgenommen, der Frauen bei einer Wohnungsbesichtigung auf der Toilette gefilmt hatte. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurde Bildmaterial von rund 20 Frauen festgestellt, die der Täter beim Toilettengang gefilmt hatte. Doch der Vermieter aus Heidelberg ist kein Einzelfall – immer wieder berichten besonders Frauen von Übergriffen während der Wohnungssuche.

echo24.de-Leserin berichtet über ihre Erfahrung bei der Zimmersuche in Stuttgart

Eine echo24.de-Leserin berichtet über ihre Erfahrungen: „Als ich zum Studieren ein Zimmer in Stuttgart gesucht habe, bin ich auf mehrere seltsame Anzeigen gestoßen.“ Sie erzählt weiter: „An eine Anzeige kann ich mich noch gut erinnern. Es war ein Mann, der extrem günstig ein wunderschönes Zimmer angeboten hatte. Als ich mir die Beschreibung dann aber etwas genauer durchgelesen hatte, wurde mir schnell anders.“

In der Anzeige schrieb der Vermieter unter anderem, dass er nur Frauen sucht, die sich mit ihm das Bett teilen und sich nackt in der Wohnung fortbewegen, erklärt uns die Leserin. „Zu meinen ersten Besichtigungen bin ich daraufhin nie alleine gegangen und habe mir die Beschreibungen unter jedem Zimmer ganz genau durchgelesen.“

Vorsicht ist geboten – Intention des Vermieters auf den ersten Blick nicht immer direkt sichtbar

Anzeige von wg-gesucht.de, in der Bilder und persönliche Treffen verlangt werden
Das ist sicherlich nicht die Regel: Bilder vor der Besichtigung an den Vermieter schicken. © wg.gesucht.de/pixabay

Im Zuge der eigenen Recherche stößt echo24.de auf eine seltsame Anzeige auf der Plattform wg.gesucht.de. In der Anzeige wird bereits in der Überschrift erwähnt „only girls“. Die Mitbewohner: Zwei Männer mit 33 und 35 Jahren. Eine Altersgrenze hat der Vermieter nicht angegeben.

In der Beschreibung schreiben sie: „Bei Interesse melde dich bitte mit Facebook/Instagram oder Bild, da ich so schonmal einen ganz guten Voreindruck bekommen kann.“ Außerdem schreibt der Vermieter: „ONLY visiting in person, no video-schnick-schnack please!“

Auf Twitter postet ein User eine besorgniserregende Anzeige

Ein Twitter-User postet im Oktober 2020 eine Anzeige einer Mietplattform. Darauf zu sehen: Eine vermeintlich freundliche und offene Anzeige. Doch hinter der Anzeige steckt ein ehemaliger Mieter des WG-Zimmers, der andere Zimmersuchende warnen will. In der Beschreibung erzählt er davon, dass er vom Vermieter sexuell belästigt wurde.

Tanzend und leicht bekleidet zur Besichtigung – Vermieter fordern mehr, als nur Geld

Deutschlandfunk hat 2018 mit betroffenen Frauen gesprochen, die schon für ein WG-Zimmer tanzen mussten oder nur leicht bekleidet, barfuß und ohne Gürtel zur Besichtigung erscheinen sollten. Eine Frau berichtet sogar von einem Penis-Bild, welches ein Vermieter ihr auf der Mietplattform zusendet.

Auch die Berliner Zeitung berichtet im November 2022 von Vermietern, die versuchen, Frauen auf ihrer Wohnungssuche auszunutzen. Eine Betroffene erzählt von ihren Erfahrungen: Ein Vermieter bot ein 15 Quadratmeter großes Zimmer für 390 Euro in Berlin an, der Haken: „Ich erwarte von Dir, dass Du mich jeden Tag mit Oralsex begrüßt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme.“

Vier hilfreiche Tipps, die euch bei der Wohnungssuche schützen

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