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Auf Winterreifen wechseln: Wer zu lange wartet, riskiert Bußgelder und Punkte

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Von: Dominik Jahn, Lisa Klein

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Zu spät von Sommer- auf Winterreifen zu wechseln, kann ganz schön teuer werden. Der ADAC hat eine Faustregel, wann die Autoreifen gewechselt werden sollten.

Jedes Jahr aufs Neue fragen sich zahlreiche Menschen, wann der richtige Zeitpunkt zum Reifenwechseln ist. Vor allem, wenn die Temperaturen langsam sinken und der Winter immer näher kommt. Gesetzlich gibt es keine konkrete Vorgabe, von wann bis wann Winter- und Sommerreifen auf den Autos sein müssen. In Deutschland gilt jedoch für Autofahrer die „situative Winterreifenpflicht“, wie der ADAC berichtet. Diese Pflicht ist in § 2 Abs. 3 StVO festgehalten.

Autofahrer, die den Reifenwechsel selbst in die Hand nehmen sollten vorsichtig sein - es gibt zahlreiche Fehler die immer wieder gemacht werden. Grundsätzlich darf man bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis und Glätte nur mit Winterreifen fahren. Der Grund: Sommerreifen haften bei winterlichen Verhältnissen nicht so gut auf der Fahrbahn wie Winterreifen, dazu kommt ein längerer Bremsweg.

Autofahren: Wann sollte von Winter- auf Sommerreifen gewechselt werden?

Also: Sobald winterliche Verhältnisse herrschen, darf ausdrücklich nur noch mit Winterreifen gefahren werden. Der ADAC empfiehlt, sich an die Faustregel „O bis O“ zu halten – also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren und von Ostern bis Oktober mit Sommerreifen. Von Oktober bis Ostern sind winterliche Straßenverhältnisse am wahrscheinlichsten, in dem Zeitraum danach immer unwahrscheinlicher.

Prinzipiell gilt, lieber die Winterreifen etwas länger drauf zulassen. Denn andersrum gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, bei guten Straßenverhältnissen Sommerreifen auf dem Auto haben zu müssen.

Mit Sommerreifen im Winter fahren: Bußgelder und Punkt in Flensburg drohen

Sollte es nach Ostern doch noch mal schneien oder glatt sein, sollten Autofahrer, die bereits Sommerreifen drauf haben, ihr Auto besser stehen lassen. Denn wer trotz winterlicher Straßenverhältnisse mit Sommerreifen fährt und erwischt wird, kassiert in jedem Fall einen Punkt in Flensburg. Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht zudem eine Strafe von 60 Euro vor für das Fahren mit Reifen, die nicht an die Wetterverhältnisse angepasst sind. Wer andere behindert, zahlt 80 Euro, wer andere gefährdet sogar 100 Euro.

Besonders ärgerlich wird es übrigens, wenn es zu einem Unfall kommt. Denn laut bussgeldkatalog.org kann die Versicherung ihre Leistungen verweigern, „wenn das Fahren mit Sommerreifen im Winter als grobe Fahrlässigkeit eingestuft wird.“

Wechsel auf Winterreifen mit der 7-Grad-Regel: ADAC kritisiert es als Verkaufsmasche

Neben der „von O bis O“-Regel können sich Autofahrer auch noch an der 7-Grad-Regel orientieren. Zu dieser Richtlinie raten zahlreiche Reifenhersteller. Demnach sollten die Winterreifen zum Einsatz kommen, wenn die Temperaturen unter sieben Grad fallen. Dann, so die Experten, kommt es vielerorts bereits zu Frost. Die Folge ist dann meist Reifglätte. Sommerreifen haben dann deutliche weniger Grip als die speziellen Winterreifen.

Blödsinn sagt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC). In einem Bericht des Handelsblatts spricht Ulrich Buckmann vom ADAC Frankfurt kritisch darüber: „Diese 7-Grad-Regel hat die Reifenindustrie aufgestellt, um mehr Produkte zu verkaufen.“ Laut ihm können Autofahrer eben nicht an der 7-Grad-Marke festmachen, wann der Winterreifen drauf muss.

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