Experten sprechen auch vom Knisterwetter

Wetter-Phänomen: Deshalb bekommen wir zurzeit leichte Stromschläge

Gewitter über der Nordsee
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Wetterphänomen: Darum knistert es aktuell besonders oft - kleine Stromschläge!
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Knisterwetter als Phänomen: Experten erklären wie man die kleinen Stromschläge verhindert oder sie sogar sichtbar machen kann.

Erst kürzlich haben Experten über ein besonderes Wetterphänomen zum Frühlingsbeginn berichtet. Erstmals „seit zehn Jahren“ sei es für Menschen spürbar. Zu spüren bekommen derzeit viele Menschen auch etwas anderes. Immer wieder erleben sie bei der Berührung einer anderen Person eine Art Stromschlag - sie bekommen eine „gewischt“.

Doch was passiert da eigentlich? Und warum passiert es gerade jetzt so häufig? Die Fachleute von wetter.de erklären das spannungsgeladene Wetterphänomen und geben Tipps, wie man das Knistern vermeiden kann.

Wetterphänomen Stromschlag: Warum gerade jetzt?

Damit es ein Knistern überhaupt geben kann, braucht es demnach eine „elektrostatische Entladung“. Der Körper oder eben die Haut müssen sich dafür vorher aufladen. Im Normalfall kommt das aber eher selten vor, da sich „positive und negative Ladungen über die Luftfeuchtigkeit“ ausgleichen.

Lässt die Wetterlage aber deutlich trockenere Luft zu als üblich, so ist auch die Haut viel trockener. Es findet kein natürlicher Austausch statt. Der Körper kann sich ungehindert aufladen und Spannung aufbauen. Zusätzlich kann sich das Aufladen noch durch Kälte verstärken. Die kalte Luft, so erklären die Wetter-Experten, „kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme, was die Leitfähigkeit herabsenkt“. Sie sprechen dann vom Knisterwetter.

„Einen gewischt“ bekommen: Was das Wetterphänomen Knisterwetter begünstigt

Glaubt man dem Bericht von wetter.de, so ist gerade seit dem 26. Februar das perfekte Knisterwetter mit ordentlich Spannung für kleine Stromschläge. Die Gründe im Überblick:

  • es sind sehr trockene Luftmassen zu uns geströmt
  • es hat kaum noch Niederschläge gegeben
  • es ist oft komplett trocken geblieben
  • die relative Luftfeuchtigkeit ist tagsüber auf 10 bis 30 Prozent gefallen
  • in den Nächten gab es verbreitet leichten bis mäßigen Frost

Wer in der Nacht ganz besonders gut hinschaut, der kann sogar die Funken fliegen sehen. Gerade durch synthetische Kleidung lässt laut der Experten das Wetterphänomen der kleinen Stromschläge noch verstärken. Dazu heißt es: „Auch synthetische Kleidung, die aneinander reibt, erhöht die Aufladung. Dieser Effekt ist ähnlich wie bei einem Ballon, den man in seinen Haaren reibt und der sich dadurch auflädt“.

Knisterwetter: Was hilft gegen das Phänomen?

Zunächst auf die Verstärkung durch synthetische Kleidung verzichten und lieber Kleidung aus Baumwolle anziehen. Auch sehr hilfreich ist das Eincremen der Haut für mehr Feuchtigkeit. Auch das Schuhwerk sollte gut gewählt sein - Leder- statt Gummisohle ist dabei wichtig.

Für die Wohnung gilt: Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto weniger Knister-Gefahr liegt in der Luft. Nasse Kleidung aufhängen, oder ein nasses Handtuch über der Heizung können helfen. Eher weniger gut ist das Lüften der Räume. Auf diesem Weg kommt wieder trockene Luft herein und erhöht die Wahrscheinlichkeit für kleine Stromschläge.

Man kann sich auch gut selber entladen dazwischen. Im Bericht heißt es: „Das kann durch das Berühren einer Autokarosserie, einer Laterne, einer Heizung, eines Metallschranks oder eines metallischen Rohres mit Bodenkontakt erfolgen. Am besten nimmt man dafür noch einen metallischen Schlüssel, den man an die genannten Gegenstände hält, dann ist die Prozedur meist sogar schmerzfrei“.

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