Mit diesen Tipps klappt‘s

Weihnachtsgeschenke umtauschen: Das müssen Kunden beachten

  • Anna-Maureen Bremer
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Schlimm genug, wenn das Weihnachtsgeschenk nicht das gewünschte war. Aber was müssen Beschenkte wissen, wenn sie Produkte umtauschen wollen?

Und immer wieder passiert es doch; unter Freunden zum Beispiel. Es passiert aber auch Paaren, die sich schon seit Jahren kennen. Manchmal passiert es sogar Eltern und ihren Kindern. Ahnen Sie’s schon? Die Rede ist vom Drama unterm Weihnachtsbaum, wenn die Geschenke einfach nicht die Richtigen waren. Schlimmer noch womöglich, ein totaler Griff daneben. Und dann? Echo24.de+ fasst zusammen, wie’s mit dem Umtausch der Weihnachtsgeschenke am besten klappt. 

Weihnachtsgeschenke umtauschen: Das müssen Kunden wissen

Nachdem vor Weihnachten also erstmal geklärt werden musste, mit wie vielen Menschen gefeiert werden durfte* und viele wegen langer Lieferzeiten 2021* auf die bestellten Geschenke gewartet hatten, geht der Stress nach den Feiertagen weiter. Zunächst mal muss zum Umtausch von Geschenken ein Mythos aus der Welt geschafft werden: Es stimmt nämlich nicht, dass Verbraucher darauf ganz generell ein Recht haben. Unterschieden werden muss zum einen, um welche Waren es handelt und teils auch, wie sie erworben wurden.

Folgende Punkte gilt es im ersten Schritt zu beachten:

  • Ein Geschäft muss eine verkaufte Ware nicht zurücknehmen, wenn Kunden die Artikel vor dem Kauf persönlich in Augenschein nehmen konnten. Davon ausgenommen sind berechtigte Beanstandungen.
  • Online-Shopping bildet eine Ausnahme: Da Sie den Artikel nicht direkt in Augenschein nehmen konnten, haben Sie ein gesetzliches vierzehntägiges Rückgaberecht. Einige Online-Shops gehen sogar noch weiter und räumen ihren Kunden noch längere Fristen ein.
  • Der Haken n der Sache: Das gesetzlich verankerte Widerrufsrecht von 14 Tagen beginnt genau in dem Moment, in dem der Käufer das Paket entgegengenommen hat. Weihnachtsgeschenke werden oft früher bestellt. Zu Weihnachten kann die Frist also bereits verstrichen sein.
  • Rein rechtlich haben viele Kunden eigentlich schlechte Chancen, beim Versuch Geschenke nach der eingeräumten Frist zurückzugeben oder umzutauschen. Aber: Vor allem die großen Handelsketten zeigen sich meist kulant. Außerdem gibt es für Weihnachten oft Sonderumtauschregeln. Wichtig: Ware ohne Gebrauchsspuren und in der Originalverpackung zurückgegeben.
  • Kassenbon: Auch wenn‘s unangenehm ist, um diesen sollten Sie denjenigen, der Sie beschenkt hat bitten, da viele Ebenso wird es Ihnen nicht erspart bleiben, den Käufer um den Kassenbon zu bitten, da Sie diesen fast immer für den Umtausch benötigen.
  • Ein Sonderkündigungsrecht vereinbaren kann eine Möglichkeit sein, funktioniert aber meist nur in kleinen Geschäften, in denen direkter Kontakt um Inahber besteht. Auf jeden Fall sollten Sie die Vereinbarung schriftlich fixieren.
  • Wer zu Weihnachten Geschenkgutscheine einpacken möchte, der sollte einfach darauf achten, dass dieser an so vielen Stellen einlösbar ist, dass der Beschenkte auf jeden Fall etwas für sich finden kann. Denn: Geschenkgutscheine haben eine Mindestgültigkeit von drei Jahren und werden in der Regel nicht umgetauscht.

Die Grundvoraussetzungen für den Umtausch von Weihnachtsgeschenken haben wir somit bereits geklärt. Aber natürlich gibt es auch hier Ausnahmen und Waren, die dennoch nicht zurückgenommen werden. Sat1 hat einige zusammengefasst:

  • Maßangefertigte Ware. Den Kauf von Produkten, die auf Verbraucher­wunsch ange­fertigt wurden, etwa Vorhänge oder Anzüge nach Maß, können Sie nicht widerrufen. Aber nicht jede Fertigung nach Kunden­wunsch ist eine Maßanfertigung. Wer sich zum Beispiel online einen PC aus Stan­dard­bausteinen zusammen­stellt, kann dennoch widerrufen 
  • Versiegelte Hygiene­artikel. Artikel, die aus Gründen des Gesund­heits­schutzes oder der Hygiene nicht zur Rück­gabe geeignet sind, können nicht per Widerruf zurück­gegeben werden, wenn sie versiegelt waren und der Kunde die Versiegelung aufgebrochen hat. Zu den Hygiene­artikeln zählt auch Spielzeug fürs Schlafzimmer. Ein WC-Sitz ist kein Hygiene­artikel. Unter­wäsche und Bade­bekleidung zählen recht­lich nicht als Hygiene­artikel, ebenso wenig Matratzen. Der Kauf solcher Artikel kann also widerrufen werden – DICKES ABER: Der Widerruf einer online bestellten Matratze kann teuer werden, wenn der Händler in den Geschäfts­bedingungen dem Käufer die Kosten für den Rück­versand auferlegt hat.
  • Veranstaltungs­tickets. Tickets für Kultur- oder Sport­events können nicht widerrufen werden, wenn es einen festen Termin für die Veranstaltung gibt.
  • CDs, DVDs und Konsolen­spiele. Versiegelte Daten­träger sind vom Widerrufs­recht ausgeschlossen, sobald der Kunde die Versiegelung aufgebrochen hat.
  • E-Books. Der Kauf eines E-Books ist zwar grund­sätzlich widerruf­bar. Vor dem Herunter­laden des Artikels informieren die Buch­verkäufer aber in der Regel darüber, dass mit dem Download des Buches das Widerrufs­recht erlischt. Der Käufer kann den Kauf des E-Books bei vielen Händ­lern nach dem Herunter­laden nicht mehr rück­gängig machen – auch nicht, wenn die Widerrufs­frist noch nicht abge­laufen ist.

Wer sich aufmacht, um ein Geschenk im Laden umzutauschen, sollte beim aktuell sehr wechselhaften Wetter bedenken, dass das Fahren im Winter* besondere Gefahren birgt. *echo24.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Florian Schuh / dpa

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