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Aus für die Gans als beliebtes Weihnachtsgericht? So essen die Deutschen 2022

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Von: Lisa Klein

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Festessen Weihnachtsgans
Bei einigen landet an Weihnachten Gans, Ente oder Schwein auf dem Teller – doch der Anteil an Vegetariern in Deutschland nimmt zu. © Patrick Pleul

An Weihnachten gibt es in vielen Haushalten fleischlastige Gerichte – doch der Fleischkonsum sinkt. Eine neue Studie zeigt: So isst Deutschland.

Rouladen, Gans-, Enten- oder Wildbraten mit Rotkohl und Klößchen oder Würstchen mit Kartoffelsalat sind klassische Weihnachtsgerichte in Deutschland. Im Fokus steht bei dem Essen an Weihnachten oft Fleisch – eigentlich. Denn: Wie eine Umfrage zeigt, ist der Fleischkonsum in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Immer mehr Menschen greifen zu fleischlosen Alternativen und verzichten auch an Weihnachten auf Fleisch.

Klassisches Weihnachtsessen sehr fleischlastig – doch Fleischkonsum geht zurück

Nach drei Jahren stellen viele Erwachsene in Deutschland eine Ernährungsumstellung zu weniger Fleisch bei sich fest. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ im Auftrag der „Deutschen Presse-Agentur“ hervor.

45 Prozent antworteten, sie würden weniger Fleisch essen, auf die Frage: „Wenn Sie an die letzten drei Jahre denken: Welche der folgenden Aussagen zur Entwicklung Ihres persönlichen Fleischkonsums trifft am ehesten auf Sie zu?“ 29 Prozent der Befragten gaben an, „Ich esse weniger Fleisch als früher“, 16 Prozent sogar „Ich esse viel weniger Fleisch als früher“. Bei 40 Prozent sei der Fleischkonsum „etwa gleich geblieben“. Lediglich fünf Prozent essen mehr Fleisch als noch vor drei Jahren.

Zwei Prozent haben sich in den vergangenen drei Jahren dazu entschieden, Vegetarier zu werden. Fünf Prozent gaben an, bereits länger Vegetarier zu sein.

Verbraucher können sich durch den Verzicht auf die Weihnachtsgans viel Ärger ersparen. echo24.de berichtete über Gans-Betrug zu Weihnachten. Zudem ist in diesem Jahr das Festessen besonders teurer. Nicht nur wegen der Inflation und den steigenden Lebensmittelpreisen, sondern Gänsekeulen sind knapp, aufgrund der Vogelgrippe.

Immer mehr junge Menschen in Deutschland verzichten auf Fleisch

Frauen sind der neuen Umfrage zufolge deutlich skeptischer gegenüber Fleisch geworden in den vergangenen drei Jahren als Männer. Bei ihnen sagen 52 Prozent, sie essen weniger davon, bei den Männern nur 37 Prozent.

Unter den jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) ist die Quote derjenigen am höchsten, die sich in den letzten drei Jahren entschieden, kein Fleisch mehr zu essen. Insgesamt liegt die Vegetarierquote in dieser Bevölkerungsgruppe bei 14 Prozent.

Zum Vergleich: bei den über 45-Jährigen und über 55-Jährigen liegt sie nur bei gut sechs beziehungsweise fünf Prozent. Auffällig ist aber auch, dass bei Älteren (55 und älter) ein Sinneswandel stattzufinden scheint. So sagen hier 52 Prozent, sie äßen weniger oder viel weniger Fleisch als noch vor drei Jahren.

Weihnachten ohne Tiere auf dem Teller: Fast zwölf Prozent der Deutschen essen kein Fleisch

Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Deutschland sank zuletzt auf ein Rekordtief seit Berechnung des Verzehrs 1989, wie es in der jüngsten Mitteilung von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hieß. 55 Kilogramm aß demnach jede und jeder 2021 in Deutschland im Schnitt. Das waren 2,1 Kilogramm weniger als 2020.

„Mögliche Gründe für einen sinkenden Fleischverzehr könnten die Tendenzen zu einer pflanzenbasierten Ernährung sein“, hieß es vom BLE. „Auch der weiterhin pandemiebedingte geringere Außer-Haus-Verzehr in Gastronomie, in Kantinen oder auf Veranstaltungen könnten diese Entwicklung beeinflusst haben.“

Ein Aus für die Weihnachtsgans bedeutet das noch lange nicht, allerdings müssen wohl immer mehr Familien an Weihnachten Rücksicht nehmen und es landen zunehmend auch fleischlose Alternativen auf den Tellern, denn die Zahl der Vegetarier und Veganer in der Gesellschaft steigt. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg hat sich die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen seit 1983 inzwischen mehr als verfünfzehnfacht, in Deutschland leben 2022 rund 1,58 Millionen Veganer und 7,9 Millionen Vegetarier.

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