Herbstzeit

Ungebetene Gäste: Was tun gegen Stinkwanzen in der Wohnung?

Die Grüne Stinkwanze ist nur eine von vielen Wanzenarten, die momentan ihr Unwesen treiben.
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Die Grüne Stinkwanze ist nur eine von vielen Wanzenarten, die momentan ihr Unwesen treiben.
  • VonMarten Kopf
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Baden-Württemberg - Sobald die Tage kühler werden, zieht es auch Ungeziefer in beheizte Innenräume. Wanzen zum Beispiel. Wie man sie loswird, verraten wir hier:

Nach und nach werden die Tage kürzer und vor allem kühler. Und nicht nur uns Menschen zieht es jetzt langsam aber sicher eher in gemütlich beheizte Innenräume. Denn auch so manchem Krabbeltierchen erscheint die Aussicht auf behagliche Wärme verlockend. Zwar ist nicht jeder Mitbewohner gleich schlimm, es gibt aber so manche Tierchen, mit denen niemand so recht die eigenen vier Wände teilen mag. Die „Grüne Stinkwanze“ etwa ist so eines, wie HEIDELBERG24* berichtet.

Wanze: Vor allem in der Herbstzeit suchen die Insekten unsere Wohnungen auf

Was wie eine Bezeichnung klingt, wie sie Kinder gerne verwenden, ist tatsächlich ihr botanisch korrekter Name – und das nicht ganz ohne Grund. Denn bei Gefahr kann das auch „Gemeiner Grünling“ genannte Insekt aus an seinem Hinterleib sitzenden Drüsen ein übelriechendes und lange anhaftendes Sekret absondern. Nichts, was man unbedingt in der Wohnung haben wollte. Im Übrigen müssen Grüne Stinkwanzen um diese Jahreszeit gar nicht (mehr) zwingend grün sein. In aller Regel wechseln sie ihre Farbe im Laufe des Herbstes, nehmen dann einen eher braun-gräulichen Farbton an.

Allzu lange wird man die kleinen Krabbler nicht mehr beobachten können – oder müssen. Denn Wanzen überwintern normalerweise an trockenen und geschützten Stellen unter Gehölzen und treten erst wieder ab Mai in Erscheinung. Im Moment aber ist es ihnen schlicht noch nicht kalt genug, sich ein Winterquertier zu suchen, weshalb sie (zumindest noch) gerne Zuflucht in wärmeren Gefilden suchen. Eben in Häusern und Wohnungen zum Beispiel.

Stinkwanzen in der Wohnung: Das ist zu tun

Zugang in Häuser und Wohnungen finden die Tierchen etwa über gekippte Fenster, Rollladenkästen oder sie sitzen unbemerkt im letzten Hortensientopf, der vom Balkon nach drinnen geholt wird*. Doch sie loszuwerden ist gar nicht so schwierig, wie das Magazin Öko-Test* erst kürzlich verrät. Vorausgesetzt, Sie beachten einige einfache Dinge:

  • Es ist ganz grundsätzlich keine gute Idee, Insektizide in geschlossenen Räumen zu verwenden. Insektensprays gibt es in jedem Bau- oder Supermarkt, all diese Produkte sind aber nur für den Einsatz im Freien gedacht. Sie sind giftig und sollten unter gar keinen Umständen eingeatmet werden.
  • Entfernen Sie die Wanzen möglichst schnell! Schon eine einzige nämlich kann bis zu 450 Eier legen und sich so rasant vermehren. Die Nymphen genannten Jungtiere schlüpfen zwar erst im kommenden Jahr – aber dann vielleicht doch lieber im Freien.
  • Wichtig ist es, sich den Wanzen vorsichtig zu nähern, wenn Sie sie einfangen wollen. Am besten funktioniert das mit einem Glas und einem stabilen Papier oder Karton, das ihr unter die Wanze schiebt. Passen Sie auf, sie dabei nicht zu zerdrücken! Fühlt sie sich bedroht, sondert sie sonst ihr stinkendes Sekret ab!
  • Der sicher gutgemeinte Tipp, den Tieren mit dem Staubsauger zu Leibe rücken, ist eher kontraproduktiv. Zum einen verenden sie jämmerlich in dem geschlossenen Beutel. Zum anderen beginnt es aus dem Inneren des Staubsaugers, unangenehm zu riechen.

Und keine Sorge: Zwar mögen viele Menschen Wanzen eklig finden – gefährlich sind sie nicht. Weder beißen sie, noch richten sie sonst irgendwelche Schäden an. Mit mangelnder Hygiene hat ein Wanzenbefall im Haus übrigens nichts zu tun. Die kleinen Krabbler werden durch Licht und Wärme angelockt, nicht durch Schmutz oder Essensreste. Die Insekten ernähren sich ausschließlich von Früchten, Blättern und Pflanzensaft.

Grüne Stinkwanze in der Wohnung: So hät man sie fern

Im Grunde sind es sehr einfache Regeln, mit denen sich Wanzen fernhalten lassen.

  • Balkon- und Terrassentür geschlossen halten.
  • Die Fenster schließen und eventuell mit einem Fliegengitter ausrüsten. Mit solchen Gittern ist es problemlos möglich durchzulüften, ohne dass die Wanzen durchs Fenster hereinspazieren.
  • Wollen Sie abends lüften, sollten Sie das Licht ausmachen, denn Wanzen werden nicht nur durch Wärme, sondern auch durch Helligkeit angezogen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Fenster- und Türritzen gut abgedichtet sind. Das hält nicht nur Wanzen draußen, sondern spart obendrein auch noch Heizkosten.

Als umweltfreundliche Alternative zu den Insektiziden, die im Handel erhältlich sind, empfiehlt Öko-Test eine Mischung aus Wasser, Essig und Spülmittel (Mischverhältnis: 4:2:1). Die Mischung einfach dort versprühen, wo die Wanzen sich aufhalten, zusätzlich außerdem auf allen Tür- und Fensterrahmen. Die Mischung schadet den Wanzen nicht, der Essiggeruch soll die Tiere aber fernhalten. (mko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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