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Notvorrat anlegen: Immer mehr Menschen bereiten sich auf den Ernstfall vor

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Von: Melissa Sperber

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Auf den Ernstfall gut vorbereitet sein, das ist immer mehr Menschen in Deutschland wichtig. Die Folge: Sie legen Lebensmittelvorräte an, versorgen sich mit Heizalternativen und informieren sich über mögliche Extremsituationen.

Listen mit Lebensmittelvorräten für den Notfall oder Tipps, wie auch ohne Strom gekocht werden kann – mit genau solchen Themen beschäftigen sich viele Menschen. Aus Angst vor Blackout-Szenarien oder dem Ukraine-Krieg. Nur: Viele Bürger wollen darüber nicht sprechen, zu groß ist die Sorge, als „Spinner“ abgestempelt zu werden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Dass das Thema inzwischen erneut viele Bürger beschäftigt, ist aber deutlich zu spüren. Auch auf sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook gibt es besorgte Anfragen von Ratsuchenden. „Wir haben Holzvorräte, Petroleumöfen und einige Kanister Petroleum“, berichtet eine Frau aus dem baden-württembergischen Gondelsheim per Messenger. Außerdem habe sie sich mehr Lebensmittelvorräte angelegt sowie Wasserreinigungstabletten und Gaskocher inklusive Kartuschen besorgt.

Die politische Lage und der Krieg habe sie veranlasst, immer „genug Getränke, Lebensmittel, Kerzen und alles was man so braucht“ im Haus zu haben, berichtet eine andere Frau aus der Region Karlsruhe. „Ganz ehrlich, ich habe Angst bei dem, was alles passiert auf der Welt.“ Besonders beliebt sind auch Tipps zu Lebensmitteln, die besonders lange haltbar sind.

Menschen wollen sich auf Notsituationen vorbereiten – Lebensmittelvorrat gewinnt an Bedeutung

Der Bürgerservice des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verzeichnet deutlich mehr Anfragen und breites Interesse, sagt ein Sprecher der Bundesbehörde. „Ebenso hat die Frequenz der Bestellungen für unseren ‚Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen‘ sehr stark zugenommen.“ Laut BBK-Webseite übrigens ist der Ratgeber momentan vergriffen, kann aber online heruntergeladen werden.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag des BBK zum Ukrainekrieg – seit Mai die achte in diesem Zusammenhang – spricht eine deutliche Sprache. Demnach haben sich bereits 38 Prozent der dafür im Oktober Befragten einen Vorrat an Lebensmitteln angelegt, „zum Beispiel zur Vorsorge bei möglichen Stromausfällen“, heißt es darin. 49 Prozent schafften sich Geräte zum Energiesparen an wie etwa Duschsparköpfe. Nur 17 Prozent haben auf die Frage, was sie angesichts möglicher Engpässe bei der Energieversorgung vorsorglich tun, geantwortet: „Nichts.“

Bei Lebensmittelvorräten auf persönlichen Geschmack achten: Ministerium gibt Tipps

Dass man sich für den Notfall unbedingt von speziellen Dienstleistern beliefern lassen sollte, halte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nicht für notwendig, erklärt Ernährungsexpertin Sabine Holzäpfel. Man könne vorhandene Vorräte sehr gut selbst regelmäßig aufstocken – und auch regelmäßig verbrauchen, damit nichts verfällt.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium listet Bockwurst, Ananas oder Ölsardinen in der Dose auf, nebst Knäckebrot und Zwieback. Wichtig ist laut Holzäpfel, nach Vorlieben einzukaufen und nicht etwa Kartoffelbrei zu hamstern, wenn man den ganz schrecklich findet. Vorräte in Maßen und das etwa für zehn Tage, sei vernünftig. „Es schadet nix, ein bisschen was zu Hause zu haben, wenn mal was passiert.“

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