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Verkehrsschild „bei Nässe“: Wann die Straße wirklich als nass gilt

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Von: Dominik Jahn

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nasse autobahn
Verkehrszeichen „bei Nässe“: Wann gilt die Straße als nass? © dpa/ bast/ Collage Jahn

Verkehrszeichen für Tempolimit: Darauf müssen Autofahrer „bei Nässe“ unbedingt achten. Gesetzliche Definition lässt aber Fragen offen.

Im Straßenverkehr gibt es zahlreiche Schilder, die für Ordnung sorgen. Allerdings gibt es auch Verkehrszeichen, die keiner kennt - das halbierte Auto mit vier Figuren. Aber auch bekannte Zeichen verwerfen Fragen auf. Einen orangefarbener Pfeil auf Autobahnen hat man schon gesehen, doch was bedeutet er? Und auch das Verkehrszeichen „bei Nässe“ gibt Rätsel auf. Wann ist die Straße nass?

Eine gesetzliche Definition für „nass“ gibt es laut dem Portal bussgeldkatalog.org für Autofahrer in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht. Ab wann eine Fahrbahn nun als nass zu bewerten ist, hat demnach aber der Bundesgerichtshof in einer Grundsatzentscheidung diesbezüglich getroffen. Diese Entscheidung (BGH, 20.12.1977, AZ: 4 StR 560/77) gilt seit dem Jahr 1977.

Verkehrszeichen „bei Nässe“: So ist nass definiert für Autofahrer

Auch die Fachleute des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) kennen das Urteil und definieren daher eine nasse Straße im Sinne des Bundesgerichtshofs: „Eine Fahrbahn ist demnach nass, wenn sich auf der Oberfläche erkennbar eine wenn auch nur dünne Wasserschicht gebildet hat, also die gesamte Fahrbahn mit einem Wasserfilm überzogen ist – und sei er noch so dünn“.

Feuchte Fahrbahn

Auch eine feuchte Fahrbahn wurde durch die Rechtsprechung definiert. Hierzu heißt es bei bussgeldkatalog.org: „Ist die Fahrbahn feucht, also dunkel gefärbt und nicht mit Wasser überzogen oder haben sich nur vereinzelt Pfützen gebildet, findet das Zusatzschild „bei Nässe“ keine Anwendung. Damit verbundene andere Anordnungen wie ein Tempolimit gelten also dann nicht“

Autofahrer sollten beim Verkehrszeichen „bei Nässe“ daher ganz genau auf die Fahrbahn und andere Verkehrsteilnehmer achten. Am besten lässt sich erkennen, ob eine Straße als nass gilt, wenn laut ADAC „das Fahrzeug vor Ihnen eine Sprühfahne bildet“. Sollte es nur leicht Regen und nur vereinzelte Pfützen auf dem Asphalt sein, „gilt eine Straße also noch nicht als nass“. Sie gilt dann als feucht.

Tempolimit für Autofahrer: Was gilt beim Verkehrszeichen „bei Nässe“?

Grundsätzlich gibt es bei nasser Fahrbahn nicht immer ein Tempolimit. Sollte das Verkehrszeichen „bei Nässe“ nicht vorhanden sein, dann gelten laut dem Portal für Bußgelder „keine besonderen Geschwindigkeitsbeschränkungen“. Doch die StVO besagt auch, dass Autofahrer ihre Geschwindigkeit den Straßen- und Witterungsbedingungen anpassen müssen – auch ohne entsprechende Zusatzzeichen im Straßenverkehr.

Wer dennoch aufs Tempo tritt, der muss auch ohne das Schild „bei Nässe“ mit einem Bußgeld rechnen. Dazu heißt es: Wer geblitzt wird bei Nässe ohne ein entsprechendes Tempolimit per Verkehrszeichen, muss „dennoch Bußgelder zwischen 100 und 145 Euro“ erwarten – wenn dem Fahrer des Autos „ein nicht an die Wetterverhältnisse angepasstes Fahren vorgeworfen wird“.

Verkehrszeichen „bei Nässe“: Bußgelder für Autofahrer bei Missachtung

Wenn Autofahrer geblitzt werden, die Fahrbahn nass ist und sie dabei das Verkehrszeichen „bei Nässe“ missachtet haben, dann werden laut Bußgeldkatalog ganz ordentliche Strafen fällig.

Geschwindigkeit überschrittenStrafe
11 bis 15 km/h40 Euro
26 bis 30 km/h150 Euro und ein Punkt/ evtl. ein Monat Fahrverbot
31 bis 40 km/h200 Euro und ein Punkt
61 bis 70 km/h600 Euro, zwei Punkte, zwei Monate Fahrverbot
über 70 km/h700 Euro, zwei Punkte, drei Monate Fahrverbot

Wer im Regen unterwegs ist, sollte also seine Augen offen halten nach dem Zusatzzeichen 1053-35 - Verkehrsschild „bei Nässe“. Ein weißes rechteckiges Schild mit schwarzem Rand, ein schwarzes Piktogramm eines Fahrzeugs, die Reifen stehen auf welligem Untergrund.

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