Verkaufsverbot für bestimmtes Produkt

Neue Gesetze und Regeln: Was sich 2022 für Verbraucher alles ändert

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Im Jahr 2022 müssen sich Verbraucher in Deutschland auf teils krasse Änderungen einstellen. Neue Gesetzte und Regeln treten in Kraft – ein Überblick.

Das Corona-Jahr 2021 geht langsam zu Ende und Deutschland steuert auf ein ereignisreiches neues Jahr zu. Aber Covid-19 wird 2022 nicht das einzige Thema sein, welches die Menschen beschäftigen wird. Denn im neuen Jahr stehen zahlreiche Änderungen an, auf die sich Verbraucher einstellen müssen. Schon am 1. Januar tritt die erste Neuerung in Kraft und betrifft vor allem all diejenigen, die bisher immer noch die Plastiktüte im Supermarkt erworben haben, um die Einkäufe nach Hause zu transportieren.

Damit ist ab 1. Januar Schluss: Die Einkaufstüte aus Plastik darf nicht mehr ausgegeben werden. Vom Verkaufsverbot betroffen sind laut Payback.de alle Plastiktüten mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern – also der üblichen Maße der bisher noch an der Kasse oft ausliegenden Tüten. Das Aus für die Plastiktüten wurden von der Bundesregierung schon im November 2020 per Gesetz beschlossen, die Übergangsphase endet zum 31. Dezember. Schon heute verkaufen viele Händler keine Plastiktüten mehr.

Verbraucher in Deutschland müssen mehr bezahlen – hier wirds teurer

Weiterhin erhältlich sind dickere Mehrwegtaschen aus Kunststoff sowie Beutel aus Papier oder Stoff. Auch die ganz dünnen Tüten aus Plastik an der Obst- und Gemüsetheke sind vom Verkaufsverbot ausgenommen. Doch nicht nur im Handel stehen Änderungen für Verbraucher in Deutschland an – auch an einer Dienstleistung ändert sich ab 1. Januar 2022 etwas. Die Deutsche Post zieht mal wieder die Preise an – für normale Briefe und für Einschreiben müssen Verbraucher bald tiefer in die Tasche greifen.

Die Portokosten ändern sich ab 1. Januar 2022 wie folgt:

ProduktPreis (EUR) zum 31. DezemberPreis (EUR) ab 1. Januar
Postkarte0,600,70
Standardbrief0,800,85
Kompaktbrief0,951,00
Großbrief1,551,60
Maxibrief2,702,75

Auch das Versenden von Einschreiben wird für Verbraucher in Deutschland deutlich teurer. Das Einwurfeinschreiben kostet ab 1. Januar 2022 stolze 2,35 Euro und nicht mehr 2,20 Euro wie bisher. Ein normales Einschreiben schlägt ab 1. Januar mit 2,65 Euro pro Sendung zu buche – bisher waren 2,50 Euro fällig. Mehr Geld kostet ab Januar zudem der Einkauf von Getränken in Kunststoffflaschen – aber keine Sorge, am Pfandautomat bekommen Verbraucher in Deutschland das Geld wieder zurück.

Verbraucher in Deutschland: Neue Pfandregel ab Januar – weniger Plastikmüll

Ab 1. Januar 2022 wird auf alle nicht Pfand-pflichtige Kunststoffflaschen ein Pfand erhoben. Ein sehr bekanntes Beispiel sind hier die Plastikflaschen von hohes C, die ab 1. Januar ebenfalls an der Kasse mit 0,25 Euro Pfand berechnet werden. Bis zum 1. Juli ist für alle Pfand-freien Flaschen eine Übergangsfrist in Kraft. Davon betroffen sind auch alle Getränkedosen. Alle Kunststoffflaschen – welche Milchprodukte enthalten – sind vorerst noch von der neuen Pfandpflicht ab 1. Januar ausgenommen.

Eine erfreuliche Nachricht für alle Verbraucher in Deutschland gibt es in Sachen Online-Verträge. Die lassen sich in der Regel leicht abschließen, bloß kündigen ist manchmal so eine Sache. Der Gesetzgeber justiert nach und schreibt ab dem 1. Juli einen einfachen Kündigungsbutton vor, welcher auf der Website des Verbrauchers angezeigt werden muss. Mehr aufpassen müssen Verbraucher ab 1. Januar 2022, wenn sie mit der Deutschen Bahn unterwegs sind, denn eine wichtige Option fällt weg.

Verbraucher in Deutschland: Vorsicht, Reisende – Änderung im Ticketverkauf

Ein Ticket kann ab Januar nicht mehr im Zug erworben werden. Reisende müssen ihr Ticket entweder am Schalter am Bahnhof oder am Fahrkartenautomat am Bahnsteig erwerben. Wer sein Ticket online bucht, kann das auch ab 2022 sogar während der Fahrt noch tun. Aber: Fahrgäste habe dafür maximal zehn Minuten nach der Abfahrt Zeit. Wer dann kein Ticket vorweisen kann, fährt schwarz. Gestärkt werden die Rechte von Verbrauchern in Deutschland dagegen bei Wareneinkäufen und der Rückgabefrist.

Das Kaufen der Fahrkarte in der Bahn ist ab 2022 nur noch mit der App (Symbolbild) möglich. Bahnmitarbeiter verkaufen keine Tickets mehr.

Taucht ein Mangel an einem gekauften Produkt innerhalb von zwölf Monaten auf, ist davon auszugehen, dass der Mangel bereits beim Kauf bestand. Aktuell beträgt die Frist hierfür noch sechs Monate, in der Verbraucher einen solchen Mangel in Deutschland beanstanden können, nachdem sie ein Produkt erworben haben. Positiv auf Verbraucher wirkt sich ab 2022 zudem die einfachere Rückgabe von Elektroaltgeräten aus, die künftig auch in Supermärkten und Discountern abgeben werden können.

Verbraucher in Deutschland: Hier können Kunden ab 2022 bares Geld sparen

Sparen können Verbraucher ab 2022 auch am Strom. Richtig gehört, nachdem die Preise pro Kilowattstunde Strom zuletzt gleich mehrmals angestiegen waren, könnten die Strompreise ab 1. Januar sinken. Der Grund: Die EEG-Umlage sinkt von 6,5 auf 3,723 Cent pro Kilowattstunde Strom ab. Das wiederum könnte sich positiv auf die Preisentwicklung auswirken. Verbraucher sollten ab 2022 deshalb ihre Verträge genau prüfen und schauen, ob womöglich ein Vertragswechsel sinnvoll ist.

Hilfreich sind hier Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox, die mehrere Stromanbieter miteinander vergleichen und anzeigen, wo es aktuell ein gutes Angebot gibt. Zur Wahrheit gehört aber, dass mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien die Strompreise auch durch die Senkung der EEG-Umlage nicht merklich sinken werden. Die Verbraucher in Deutschland werden sich langfristig auf höhere Strompreise einstellen müssen – auch, weil immer mehr Strom benötigt wird.

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer/dpa

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